Rambo – Last Blood

Originaltitel: Rambo 5  Land: USA 2019  Regie: Adrian Grunberg  Mit: Sylvester Stallone, Paz Vega, Sergio Peris-Mencheta, Adriana Barraza, Oscar Jaenada  LabelUniversum-Film  : 31.1.2020  FSK: 18 – Ein Beitrag unseres alten Einzelkämpfers Julian Dax:

© Universum Film

 

Ist es der Wunsch nach einer Art von Abschluss?
Überzeugung?
Pure Geldgier gar?

Was immer es ist, das Sylvester Stallone dazu gebracht hat, an den bereits grenzwertigen John Rambo aus dem Jahre 2008 noch einen weiteren Film um den schwer traumatisierten Vietnam-Veteranen anszuschließen – man kann es nur als fragwürdiges Unterfangen bezeichnen.

Zu Beginn von Last Blood sehen wir John Rambo auf der Pferderanch seiner Eltern in Arizona, wo er mit der Haushälterin Maria und deren Enkeltochter Gabrielle lebt. Er wirkt müde und krank – früh im Film beschreibt ihn eine Nebenfigur als „Vietnam Wrack“ – schluckt Unmengen von Tabletten und zieht sich immer wieder in das weitläufige Tunnelsystem unter der Ranch zurück, wo ihn immer wieder Bilder aus der Vergangenheit heimsuchen.

Als Gabrielle trotz Warnungen nach Mexiko aufbricht, um dort ihren nichtsnutzigen Vater zu treffen, der sie als Kleinkind verließ, dauert es nicht lange, und sie fällt besonders üblen Frauenhändlern in die Hände. Als Rambo davon erfährt, ist er natürlich nicht zu halten, denn längst schon betrachtet er Maria und Gabrielle als eine Art Ersatzfamilie. Doch gegen die Übermacht der Bande hat er zunächst einmal keine Chance und wird äußerst brutal zusammengeschlagen. Nur dem Einsatz einer Journalistin, deren Schwester ebenfalls dieser Bande zum Opfer fiel, hat er es zu verdanken, dass er überlebt. Kaum halbwegs wieder hergestellt, macht sich Rambo daran, die Bande endgültig zur Strecke zu bringen…

Seit nunmehr 37 Jahren spielt Stallone diesen Charakter, und so kann man durchaus verstehen, wenn man gewisse Parallelen zwischen Filmfigur und dem Menschen, der sie verkörpert zieht, zumal Stallone auch diesmal am Drehbuch beteiligt war. Doch im Gegensatz zu seiner anderen ikonischen Filmfigur – Rocky – von der sich Stallone wesentlich eleganter verabschiedet hat, fällt das Ergebnis hier leider wenig schmeichelhaft aus; rein äußerlich erinnert Stallones Gesicht an ein von einem Pfuscher zusammengeflicktes Resultat eines Autounfalls, die Haare sind selbst für einen Laien als unecht zu erkennen, und seine Sprache ist noch weniger verständlich als sonst, selbst für Amerikaner oder Engländer. Nun mag mancher vielleicht einwenden, Stallone sei eben uneitel und scheue sich nicht, einen alten, kranken, an Leib und Seele gebrochenen Charakter möglichst realistisch darzustellen; doch wie passt das dann zu der absolut lächerlichen und überzeichneten Gewaltorgie, in die Last Blood gegen Ende ausartet?

Was letztlich die Frage aufwirft, wen die Macher als potenzielles Publikum überhaupt im Auge hatten. Für die Fans von Krawallfilmen ist der Typ schlichtweg zu alt und der Film im Grunde zu langweilig, denn bis auf die abschließende Schlacht mit unzähligen Toten passiert nicht so furchtbar viel – es sei denn, man hat Freude daran, Stallone bei seiner Tätigkeit als Pferdedresseur zuzuschauen. Und diese abschließende Schlacht, bei der die gesichtslosen mexikanischen Horden in ein ganzes Arsenal von Fallen laufen, von denen sie in die Luft gesprengt, geköpft, aufgespießt, zerhackt usw. werden, ist derart fahrig und chaotisch inszeniert, dass Freunde von Splatterfilmen auch nicht so richtig auf ihre Kosten kommen.

So bleibt am Ende lediglich die Hoffnung, dass sich der Kreis endgültig geschlossen hat, der mit dem nach wie vor ausgezeichneten Rambo – First Blood vor 37 Jahren begann. Allerdings muss man mit Entsetzen feststellen, dass am Ende des langen Abspanns, in dessen Verlauf man in chronologischer Reihenfolge Szenen aller bisherigen Rambo-Filme sieht, der aktuelle John Rambo in den Sonnenuntergang reitet…


DVD:

Laufzeit ca. 97 Min.
Bildformat 2,40:1 (16:9 anamorph)
Tonformat DD 5.1
Sprachen Deutsch, Englisch
Untertitel Deutsch
Extras Drawing Last Blood, From First Note to Last Blood – SD

Blu-ray:

Laufzeit ca. 101 Min.
Bildformat 2,40:1 (1080p/24)
Tonformat Dolby Atmos
Sprachen Deutsch, Englisch
Untertitel Deutsch
Extras Drawing Last Blood, From First Note to Last Blood

Steelbook:

Laufzeit ca. 101 Min.
Bildformat 2,40:1 (1080p/24)
Tonformat Dolby Atmos
Sprachen Deutsch, Englisch
Untertitel Deutsch
Extras Drawing Last Blood, From First Note to Last Blood

UHD Blu-Ray:

Laufzeit ca. 101 Min.
Bildformat 2,40:1 (1080p/24), 2,40:1 (2160p/24)
Tonformat Dolby Atmos
Sprachen Deutsch, Englisch
Untertitel Deutsch
Extras Drawing Last Blood, From First Note to Last Blood

UHD-Blu-ray Steelbook:

Laufzeit ca. 101 Min.
Bildformat 2,40:1 (1080p/24), 2,40:1 (2160p/24)
Tonformat Dolby Atmos
Sprachen Deutsch, Englisch
Untertitel Deutsch
Extras Drawing Last Blood, From First Note to Last Blood
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