Quiet Comes The Dawn

Land: Russland 2019  Regie: Pavel Sidorov  Dauer: 97 min.  Mit: Oksana Akinshina, Aleksandr Molochnikov, Anna Slyu, und Oleg Vasilkov  Label: Euro Video  : 30.1.2020  FSK: 16 – Ein Beitrag von Julian Dax:

© Eurovideo

 

Still kommt die Morgendämmerung – zugegeben, kein besonders prickelnder Filmtitel, auch wenn er wortwörtlich genau so lautet, wenn man ihn übersetzt.

Noch fragwürdiger wird das Ganze zudem, wenn man weiß, dass es sich hier um einen russischen Film handelt, der im Original Rassvet heißt, was auch immer das heißen mag.

Sveta feiert ihren 20. Geburtstag mit Freunden und ihrem Bruder Anton, den sie schon lange nicht mehr gesehen hat, und sie ist überglücklich, als er beschließt, über Nacht zu bleiben. Nachdem sie aus einem schlimmen Alptraum erwacht ist, kann die entsetzte Sveta Anton nicht daran hindern, sich aus dem Fenster zu stürzen. Nachdem man  aus dem mysteriösen Prolog weiß, dass sie bereits als Baby ihre Mutter unter äußerst verstörenden Umständen verloren hat, ist sie nun ganz allein auf der Welt, und ihre Alpträume kommen Nacht für Nacht wieder.

Als sie von einem geheimnisvollen Institut erfährt, das sich mit Traumforschung beschäftigt, meldet sie sich dort an. Zusammen mit drei anderen Patienten nimmt sie an einem von einem Wissenschaftler geleiteten Experiment teil; alle werden in einen kollektiven Traum versetzt und sollen darin mit ihren jeweiligen verborgenen Ängsten und Traumata konfrontiert werden und sich ihnen stellen. Doch das Experiment nimmt nicht den gewünschten Verlauf…

Erinnert sich noch jemand an den guten, alten Freddy Krueger? Im dritten Teil der Serie aus dem Jahr 1987, der den Originaltitel Dream Warriors trägt, befindet sich ebenfalls eine Gruppe traumatisierter Jugendlicher in einem ominösen Sanatorium, wo sie unter Anleitung einer Traumforscherin dem Killer mit dem Pizzagesicht und dem Krallenhandschuh gemeinsam  besiegen sollen. Natürlich klappt auch das nicht, wobei es für den Zuschauer allerdings wesentlich unterhaltsamer ist, ihnen bei ihren Erlebnissen in der Traumwelt zuzuschauen als im Falle dieses recht unausgegorenen und auch nicht besonders erschreckenden Pseudo-Horrors.

Zwar bemüht sich Regisseur Pavel Sidorov, alle möglichen Versatzstücke anzuführen, die man aus bereits aus diversen Horrorfilmen zur Genüge kennt (schizophrene Mutter, Kult, Traumdämon), doch belässt er es weitgehend nur bei Andeutungen. Schlimmer noch ist jedoch die totale Vernachlässigung der vier Charaktere, die sich gemeinsam auf ihre Traumreise begeben; sie sind derart lieblos und oberflächlich konzipiert, dass es einem letztlich völlig gleichgültig ist, was ihnen zustößt. Und auch wenn man bei einigen wenigen Szenen zusammenfährt („jump scares“ nennt man das wohl), nimmt man sowohl die mehr als konfuse Handlung als auch den wohl als große Überraschung gedachten Schluss lediglich mit einem Schulterzucken zur Kenntnis. Come back, Freddy, everything is forgiven!

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Eine Antwort zu Quiet Comes The Dawn

  1. Stepnwolf schreibt:

    Rassvet = Morgengrauen.
    You’re welcome. 😉

    Gefällt 1 Person

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