Terminator: Dark Fate

Land: USA 2019  Regie: Tim Miller  Dauer: 137 min.  Mit: Mackenzie Davis, Linda Hamilton, Arnold Schwarzenegger, Natalia Reyes, Edward Furlong  Kinostart: 26.9.2019  FSK: 16 – Ein Beitrag von Julian Dax:

© 2019 Twentieth Century Fox

Nachdem sich die Macher des vorangegangenen Terminator: Genisys in eine veritable Sackgasse manövriert hatten, was den ebenso unsinnigen wie auch völlig unverständlichen Plot betrifft, war guter Rat teuer, denn das Publikum zeigte sich mehrheitlich enttäuscht.
Also besann sich ein kluger Kopf (mutmaßlich James Cameron, der im vorliegenden Fall als Ideenlieferant gelistet wird), erklärte die Teile 3 – 5 der Filmreihe einfach für nicht existent und gab den drei Drehbuchautoren den Rat, Dark Fate als direkten Anschluss von Judgment Day zu  konzipieren, dem unbestritten besten Terminator.
Hat es funktioniert?

Über zwanzig Jahre sind vergangen, seit Sarah Connor (Linda Hamilton, im Ursula von der Leyen-Look) die totale Auslöschung der gesamten Menschheit verhindert und so deren Fortbestand gesichert hat. Währenddessen lebt Dani Ramos (Natalia Reyes) zusammen mit Bruder und Vater in Mexico City und arbeitet in einer riesigen Maschinenfabrik. Als ein sehr hoch entwickelter neuer Terminator namens Rev-9 (Gabriel Luna) aus der Zukunft in ihrem Leben auftaucht und ihr nach eben diesem trachtet, sieht es für Dani schlecht aus. Doch sie bekommt Hilfe , und zwar gleich zweifache: Grace (Mackenzie Davis) ist eine „modifizierte“ Soldatin, ebenfalls aus der Zukunft, und Sarah Connor persönlich. Nun beginnt eine Hetzjagd, in deren Verlauf noch ein weiterer guter Bekannter ins Geschehen eingreift: Arnold Schwarzenegger spielt erneut T-800, diesmal jedoch mit Falten und grauen Haaren samt Bart. (Wieso altert eigentlich ein Cyborg?). Mit vereinten Kräften versuchen nun diese Vier, die scheinbar unaufhaltsame Killermaschine zu zerstören.

Die gute Nachricht zuerst: Terminator: Dark Fate enthält äußerst spektakuläre Actionsequenzen, von denen allerdings gleich die erste – eine wieder einmal wahnwitzige Autoverfolgungsjagd, diesmal durch Mexico City – auch gleichzeitig die überzeugendste ist. Man vergleiche diese Sequenz einmal mit der wesentlich später im Film gezeigten Szene an Bord des Frachtflugzeugs, die derart überladen ist mit Computereffekten, dass man schnell das Interesse verliert an dem, was da alles über die Leinwand wirbelt.

Auch die geballte Frauenpower war eine gute Idee, wobei natürlich vor allem Linda Hamilton als vom Leben schwer gebeutelte Zynikerin in ihrer Paraderolle glänzen darf; von ihrem ersten Auftritt an, in dem sie mit einem  Raketenwerfer hantiert, als sei sie genau dazu geboren, zieht sie das Interesse des Zuschauers automatisch auf sich. Doch Mackenzie Davis schlägt sich im wahrsten Sinne des Wortes ebenfalls äußerst wacker und sorgt zudem für den emotionalsten Moment des Filmes. Und bei aller eventuellen Skepsis muss man auch Arnold S. bescheinigen, dass er seine Sache gut macht. Vielleicht ist es ja ein Insiderwitz, dass man ihm, der in den ersten beiden Filmen keinen Text im eigentlichen Sinne hatte, sondern nur zu geflügelten Worten gewordene Sprüche absondern durfte, in Dark Fate mit die besten Sätze in den Mund gelegt hat.

Negativ zu Buche schlägt allerdings die Tatsache, dass der Film streng genommen keine Fortsetzung von Judgment Day ist, sondern ein Remake, denn er bedient sich ganz direkt an all den Elementen, die seinerzeit auch schon funktionierten und motzt sie lediglich mit zum Teil fragwürdigen Ergebnissen auf.

Und das wird besonders augenfällig an der neuen Killermaschine Rev-9. Gabriel Luna in menschlicher Gestalt sieht  nicht bedrohlicher aus als der durchschnittliche mexikanische Bankangestellte oder Supermarktmanager. Auch von Robert Patricks T-1000 ging zunächst einmal keine besondere Bedrohung aus, doch spätestens, als sich sein in  flüssige Einzelteile zerlegte Körper erstmals wieder zusammensetzte, war man fasziniert. Rev-9 kann noch viel mehr, und doch nimmt man das als Zuschauer relativ unbewegt zur Kenntnis – eventuell wäre hier etwas weniger tatsächlich mehr gewesen.

Schließlich und zu schlechter Letzt bleibt noch der Schauplatz; da Dark Fate größtenteils in Mexiko bzw. im Grenzgebiet spielt, enthält er etliche Szenen, die man aus Nachrichtensendungen kennt. Ob nun auf Zugdächern zusammengepferchte Flüchtlinge oder Schlepper, die ihre Klienten auf Geheimwegen ins „gelobte Land“ bringen – immer wieder wird man an die Realität erinnert, wobei all das jedoch keine dramaturgische Notwendigkeit besitzt und wohl lediglich als Lokalkolorit dienen soll. Und das ist angesichts der unhaltbaren Zustände an der mexikanisch-amerikanischen Grenze seit Amtsantritt des Idioten im Weißen Haus einfach zu wenig.

In verschiedenen Publikationen konnte man lesen, Dark Fate sei gedacht als Anfang einer neuen Trilogie; wenn das so ist, sollten sich die Verantwortlichen jedoch unbedingt ein paar neue Ideen einfallen lassen, denn die werden dringend benötigt.

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