Schwarz wie Schnee

Originaltitel: Noir Comme Neige aka Black as Snow  Land: Frankreich 2021  RegieÉric Valette  Dauer: 88 min.  MitClémentine Poidatz, Thierry Frémont, Laurent Gerra  Label: Atlas  : 2.12.2022  FSK: 12 – Von Georgios Tsapanos

© Atlas

Das französische Kino gefällt sich in zwei grundsätzlichen Spielarten: Zum einen Filme, in denen über Liebe und Sex mehr parliert wird, als dass sie tatsächlich erlebt würden (denken wir an Éric Rohmer). Und dann sind da diejenigen, in denen deutlich weniger gequatscht, dafür aber in großer Geste  gestorben wird (denken wir an Jean-Pierre Melville).

Soweit man Éric Valettes bisheriges Œuvre von Deutschland aus beurteilen kann (der Mann ist auch schon Mitte 50), hat er sich irgendwo dazwischen positioniert, mit leichten Vorteilen fürs Melville’eske. Sein hierzulande bekanntester Streifen dürfte der Politthriller „Une affaire d’état“ (Staatsfeinde, Frankreich 2009) sein. Sein jüngstes Werk, der Polizei-Thriller Schwarz wie Schnee braucht sich dahinter nicht zu verstecken, obwohl es sich um eine TV-Produktion handelt.

Wir befinden uns im französisch-schweizerischen Grenz- und Skigebiet. Die Leiche eines Jungen aus gutem Hause wird entdeckt, was vor allem schlecht fürs Geschäft ist. Die Ermittlerin Constance Vivier soll gemeinsam mit ihrem Schweizer Kollegen Andreas Meyer herausfinden, was geschehen ist. Die erste, umweltverträgliche These – zu viel Alkohol-Koma-erfroren – ist spätestens Makulatur als eine zweite Leiche auftaucht. Hier ist ein Serienmörder mit einem sinistren Plan am Werk. Für Constance und Andreas beginnt ein Katz-und-Maus-Spiel gegen die Zeit, ehe ein dritter Mord der Après-Ski-Herrlichkeit endgültig den Garaus macht.

Valette tut gar nicht erst so, als sei sein Film Kunst. Aber er ist solides Kunsthandwerk, das mit den Versatzstücken des Buddy-Movies wie denen des Serienkiller-Thrillers souverän jongliert und sie immer wieder derart neu zusammensetzt, dass sein Publikum mit Vergnügen bei der Sache bleibt. Zwei Schauwerte helfen dabei: Zum einen die schneebedeckte Gebirgslandschaft, die insbesondere in ihren Abgründen gar nicht anders kann als atemberaubend auszusehen.  Zum anderen das Gesicht Clémentine Poidatz (als Constance), für das im Großen und Ganzen dasselbe gilt.

Schwarz wie Schnee erhebt sich über die Legion von Krimis mittlerer Art und Güte, wie sie derzeit von TV-Anstalten weltweit und insbesondere in Deutschland offeriert werden, weil er die Regeln und Grenzen seines Genres ernst nimmt. Ist es Zufall, dass man sich genau in diesem Moment bei dem Gedanken überrascht,  dass man den Fällen der Madame Vivier auch in Serie folgen würde?

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