Unterwegs mit Jacqueline

Originaltitel: La Vache
Land:
Frankreich/Marokko 2016
Laufzeit: 92 min
Regie: Mohamed Hamidi
Mit: Fatsah Bouyahmed, Lambert Wilson, Jamel Debbouze, Julia Piaton, Hajar Masdouki, Abdellah Chakiri, Amal El Atrache, Miloud Khetib, Christian Ameri
Kinostart: 14.7.2016

Fatah ist Bauer in einem kleinen algerischen Dorf, sein ganzer Stolz ist die Kuh Jacqueline. Als er nach vielen Versuchen endlich zur Landwirtschaftsausstellung ins ferne Paris eingeladen wird, legt die kleine Gemeinschaft zusammen, um die Überfahrt zu finanzieren. Doch mehr Geld ist nicht drin und so ist Fatah mit seiner Kuh zu Fuß zwischen Marseille und Paris unterwegs, um Bekanntschaft mit Menschen und Begebenheiten zu machen…

Der französische Drehbuchautor und Regisseur Mohamed Hamidi (* 1972) über seinen zweiten Film: Ein Roadmovie quer durch Frankreich zu drehen ging mir schon lange im Kopf herum. Ich kenne das Land ziemlich gut. Mit 17 habe ich zum ersten Mal als Betreuer in Ferienlagern gejobbt, und das dann viele Jahre lang gemacht. Damals bin ich viel herumgekommen. Wenn die Kinder aus den Vorstädten die Einheimischen kennenlernten, Landwirte etwa, waren das großartige Augenblicke, die mich sehr bewegt haben. Fatsah, den ich seit zehn Jahren kenne, erzählte mir eines Tages von einem seiner Onkel. Der interessierte sich sehr für Agronomie und Dünger und fragte ihn regelmäßig Löcher in den Bauch über die Pariser Landwirtschaftsmesse, die er gern mal besucht hätte. UNTERWEGS MIT JACQUELINE ist ein Mix aus all dem. Wahrscheinlich haben mich aber auch Filme wie „Ich und die Kuh“, den ich als Kind mindestens zehn Mal gesehen habe, „Little Miss Sunshine“ oder „A Straight Story“ beeinflusst. Das sind Roadmovies, die ich liebe.

© alamode Film

In Frankreich wurde La Vache (= Die Kuh) schnell zum Kinohit, was auch an der Bekanntheit des Komikers und TV-Darstellers Fatsah Bouyahmed in der Hauptrolle liegt. Für Jacqueline standen übrigens drei Kühe der Rasse Tarentaise vor der Kamera…

Unterwegs mit Jacqueline ist ein sommerlich-leichtes Road-Movie – nicht mehr und nicht weniger. Auch wenn manches etwas hanebüchen ist – ein Araber mit einer Kuh dürfte in manchen Ecken Frankreichs nur … ähem … bedingt willkommen sein – oder ins Kitschige abrutscht, für einen Kinoabend zum lauten Lachen und alsbaldigen Vergessen ist der Streifen allemal geeignet.

 

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3 Antworten zu Unterwegs mit Jacqueline

  1. robert belzner schreibt:

    Als Programmkino-Liebhaber sieht man die Flut an harmlosen und weichgespülten französischen Gute-Laune-Komödien, die die Arthauskinos überschwemmt, mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Schön, dass die Programmkinos damit auch mal richtig Kasse machen, schlecht andererseits, dass die Leinwände auf Wochen und Monate damit blockiert sind. So kommt manch wichtiger Film gar nicht oder viel später zum Einsatz. In Heilbronn sucht man, trotz 4 Sälen in den Arthaus-Kinos, zum Beispiel zum Bundesstart vergeblich nach „Toni Erdmann“!

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  2. Liegeradler schreibt:

    Hab ich dort auch schon angefragt… Der steht nicht mal für die nächsten Wochen als Start dort an.
    Ich hege aber die Hoffnung, dass man ihn unangekündigt mit reinnimmt…

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  3. Liegeradler schreibt:

    Antwort auf meine Anfrage: Toni Erdmann soll nächste Woche in Heilbronn starten!

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