Winchester – Das Haus der Verdammten

Land: USA/Australien 2018  Regie: Michael + Peter Spierig Mit: Helen Mirren, Sarah Snook, Jason Clarke, Angus Sampson, Eamon Farren LabelSplendid
: 31.8.2018  FSK: 16 – Ein Beitrag unseres geisterhaften Julian Dax:

© Splendid

Erst kürzlich lief im Fernsehen in der Tatort-Reihe Borowski und das Haus der Geister, das die Stuttgarter Zeitung in ihrer Kritik als nur unwesentlich gruseliger als eine beliebige Folge von „Hui Buh, das Schlossgespenst“ bezeichnete. Ganz so missraten ist Winchester, der bisher letzte Film der Horrorspezialisten Peter und Michael Spierig zwar nicht, doch als gelungen kann man ihn leider auch nicht bezeichnen.

Man schreibt das Jahr 1906. In einer verlassenen Gegend von San Jose, 50 Meilen von San Francisco entfernt, lebt die Witwe Sarah Winchester (Helen Mirren) in ihrer monströsen Villa. Die Erbin des Waffen-Imperiums von William Winchester lässt in jahrzehntelanger, ununterbrochener, d.h. in diesem Fall auch nachts, Bautätigkeit ein gigantisches und vollkommen unübersichtliches Anwesen mit 500 (!) Zimmern errichten, voller Irrwege, falscher Türen und im Nirgendwo endender Treppen.

Der Psychologe Dr. Eric Price (Jason Clarke) wird von den Teilhabern der Firma damit beauftragt, den Geisteszustand der Millionenerbin zu untersuchen. Denn Sarah Winchester ist fest davon überzeugt, eine Art Aufenthaltsort für Hunderte rachsüchtiger Geister und gequälter Seelen zu erschaffen, die durch Winchester-Waffen zu Tode kamen und nun Frieden oder Vergeltung suchen. Als die übernatürlichen Wesen anfangen, auch mit Dr. Price in Kontakt zu treten, müssen er und Sarah einen Weg finden, um die Verdammten des Winchester-Hauses zu erlösen.

„Nach einer wahren Begebenheit“ – wann immer dieser Hinweis in einem Film erscheint, in dessen Mittelpunkt Geister, Dämonen, unerklärliche Phänomene stehen, ist eine gesunde Portion Skepsis angebracht, es sei denn man glaubt ohnehin an solchen Humbug.

Bis zum heutigen Tag besitzt das Winchester-Haus zwar den Ruf eines der bekanntesten „haunted houses“ der Welt zu sein, und man kann sich gut vorstellen, dass man mit einer Hauptdarstellerin wie der exzellenten Helen Mirren auch ein entsprechend raffiniertes Psychodrama hätte drehen können, doch leider setzen die Gebrüder Spierig auf Elemente, die man aus Dutzenden bereits existierenden Spukhaus-Geschichten zur Genüge kennt. Unheimliche Geräusche, knarrende Türen, aus dem Nichts erscheinende und wieder verschwindende Gestalten, ein von einem bösen Geist besessener Knabe; es ist alles vorhanden, nur die in solchen Filmen gern verwendete Katze als Schreckmoment fehlt ebenso wie der Ruf des Käuzchens. Und da die Handlung überwiegend im Dunkeln spielt und die einzigen Lichtquellen die trüben Lampen sind, mit denen die Charaktere durch die Gänge schleichen, ist das Zuschauen mitunter auch etwas mühselig und anstrengend.

So bleibt dem Zuschauer nichts anderes übrig, als sich auf das sogar in diesem Geisterbahn-Ambiente subtile Spiel von Helen Mirren zu konzentrieren, vor allem auch, weil die Rolle ihres Partners, des eigentlich rational denkenden Psychologen derart mit Klischees überfrachtet ist, dass es weh tut; nicht nur gibt er sich die Schuld am Selbstmord seiner Frau, er ist auch Alkoholiker und zusätzlich noch abhängig von Laudanum. Jason Clarke gibt sich zwar alle Mühe, kämpft aber vergebens gegen die Schwächen des Drehbuchs an. Und so hofft man, dass Helen Mirren für ihre Zustimmung, in diesem überflüssigen Film mitzuwirken, wenigstens angemessen entlohnt wurde.


Details Blu-ray:

Anzahl Discs: 1
Laufzeit: ca. 109 Min.
Bildformat: 16×9 anamorph (2.39:1)
Ton: Deutsch DTS-HD 5.1, Englisch DTS-HD 5.1
Untertitel: Deutsch
Extras: -Making-of, Interviews, u.v.m.

Details Special Edition Ltd. Blu-ray:

Anzahl Discs: 1
Laufzeit: ca. 109 Min.
Bildformat: 16×9 anamorph (2.39:1)
Ton: Deutsch DTS-HD 5.1, Englisch DTS-HD 5.1
Untertitel: Deutsch
Extras: -Making-of, Interviews, 5 Cover-Motive, Deko-Schlüssel zum Film, u.v.m.

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