Lexikon des internationalen Films – Filmjahr 2015

Autoren: Jörg Gerle, Horst Peter Koll [Hrsg.]
Verlag: Schüren Verlag, 2015
Umfang: 544 Seiten
ISBN: 978-3-89472-997-4
Preis: 24.90  Euro

lexikon_des_internationalen_films_2015

© Schüren-Verlag

Vor mir liegt seit kurzem das  Lexikon des internationalen Films – Filmjahr 2015. Druckfrisch und informativ wie immer und sowieso viel mehr als nur ein Lexikon…
Die mehr als 500 Seiten laden sowohl zum fröhlichen Schmökern als auch zum gezielten Nachschlagen ein: Was habe ich im abgelaufenen Kinojahr (mehr als 139 Mio. Zuschauer in Deutschland) so alles gesehen, was habe ich (warum auch immer) verpasst und was muss/möchte ich nun auf DVD oder BD nachholen?

Ich muss gestehen, dass ich fasziniert von Filmjahrbüchern und -lexika bin: Mein erstes habe ich im Frühjahr 1980 gekauft – erinnert sich noch jemand an das legendäre Das Filmjahr 1979 von Lothar R. Just? Dieser Reihe – die nach 5 Bänden von der Filmland Presse in die Heyne Filmbibliothek übersiedelte – bin ich bis zur Einstellung nach 26 Jahren treu geblieben. Ebenso dem Fischer Filmalmanach, der es ab 1980 auf immerhin 20 Ausgaben brachte und den ich demnächst hier vorstellen werde…

Für das vorliegende Jahrbuch ein kurzer Rückblick: Ab Ende der 40er Jahre erschien in Deutschland die Zeitschrift film-dienst (neue Schreibweise: FILMDIENST). Sie informiert seither regelmäßig und ausführlich über neue Filme im Kino, Fernsehen und später auf Video, DVD oder BD.
Nach einigen Sammelbänden mit allen Kurzrezensionen des film-dienstes erschien 1987 erstmals das Lexikon des Internationalen Films (Rowohlt), eine aktualisierte Neuauflage folgte 1995. Die nächste Neuausgabe gab es dann 2002 bei Zweitausendeins, gefolgt von nunmehr jährlichen Ergänzungsbänden im Schüren-Verlag:

lexika2008-2013

Das bietet der schwergewichtige, aber trotzdem handliche Band dem geneigten Leser:

  • Im Jahr der Krisen und Konflikte: Eine Chronik des Filmjahrs 2015.
    Für jeden Monat die wichtigsten Filme, Personen und Ereignisse.
  • Zusammenstellung der film-dienst-Redaktion: Diese Filme waren die besten im abgelaufenen Jahr.
  • Eine Liste der 2015 als sehenswert eingestuften Titel.
  • Alle Kinotipps der katholischen Filmkritik.
  • 25 junge deutsche Schauspieler/innen im Porträt. Die Texte belegen eindrucksvoll, über welch starken Nachwuchs (Jasna Fritzi Bauer, Jakob Diehl, Christian Fiedel, Julia Hummer, Alina Levshin, Jonas Nay, Ronald Zehrfeld, Susanne Wolff…) das deutsche Kino verfügt. Dieses Kapitel mit dem Namen SPIELWÜTIG erinnert an Andreas Veiels gleichnamigen tollen Dokumentarfilm von 2004.
  • Knapp 400 Seiten nimmt das eigentliche Lexikon 2015 ein: Hier finden sich alle 2137 Filme des letzten Jahres, die im Kino, Fernsehen oder auf Silberscheibe zu sehen waren. Zu jedem Titel gibt es technische und Stabangaben sowie eine Kurzrezension aus der 14-tägig erscheinenden Zeitschrift film-dienst.
    Gewöhnungsbedürftig: Englische Filme mit Artikel sind bei T einsortiert.
  • Die Silberlinge 2015: Die besten Filme auf DVD und BD mit ausführlichen Informationen zu den unterschiedlichen Editionen.
  • Die Filmpreise aller wichtigen Festivals weltweit.
  • Zwei Lexika mit allen Regisseuren und Originaltiteln des Jahres 2015
  • Einen Gutschein für einen sechsmonatigen Zugang zur umfangreichen Online-Datenbank CINOMAT, die Informationen zu 76.000 Filmen, 256.000 Personen und mehr bietet.

Gegenüber den letzten Ausgaben hat sich nichts geändert: Mehr Kino und Informationen für ein Kalenderjahr geht nicht! Man sollte das lobenswerte Engagement des Schüren-Verlages, in Zeiten schwindender Printmedien ein solches gedrucktes Jahrbuch zu veröffentlichen, mit der einzig sinnvollen Aktivität unterstützen, sich das Lexikon des internationalen Films – Filmjahr 2015 für seine persönliche Bibliothek zu besorgen. Klare Kaufempfehlung!

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Eine Antwort zu Lexikon des internationalen Films – Filmjahr 2015

  1. Laura Palmer schreibt:

    Ich kann das ganze Geunke, dass gedruckte Bücher ein Auslaufmodell sind, nicht mehr hören…
    Auch dieses Jahrbuch ist ein Beweis dafür, dass „Print“ (was für ein dappiger Anglizismus!) weiterhin bestehen wird!

    Gefällt 2 Personen

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