Todesstille

Land: USA 1989  Laufzeit: 96 min.  Regie: Phillip Noyce Mit: Sam Neill, Nicole Kidman, Billy Zane Label: Plaion  FSK: 16 – Ein Beitrag von Georgios Tsapanos

© Plaion

John (Sam Neill) und Rae Ingram (Nicole Kidman) haben ihr Kind verloren und hoffen, während einer Kreuzfahrt auf einer Segelyacht über den Verlust hinwegzukommen, zu sich selbst und darüber wieder zueinander zu finden. Nur sie allein zu zweit. Auf dem endlosen Ozean. Es ist diese Bewegung des Ehepaares aufeinander zu, die Phillip Noyce in seinem Thriller „Todesstille“ (1989) in unterschiedlicher Weise in Bilder kleiden wird. Bilder, die in Erinnerung bleiben. Wäre Noyce Ingmar Bergman, wäre das der Film.

Der Australier Noyce ist aber nicht Bergman, sondern ein versierter Techniker, sobald es darum geht, Spannung zu erzeugen. Ein anderes Schiff taucht am Horizont auf, ein Schoner, der dabei ist zu sinken. Ein junger Mann in einem Rettungsboot hält wie verrückt rudernd auf die Yacht der Ingrams zu. Der junge Mann ist Hughie Warriner und wie es aussieht der einzige Überlebende eines tragischen Falls von Lebensmittelvergiftung auf dem Schoner. Da Hughie aber von Billy Zane gespielt wird und das so, dass von seinem ersten Auftauchen an klar ist, dass der nicht alle Tassen im Schrank hat (Zane hat den Part für „Titanic“ wiederbelebt), ahnt jeder, der schon mindestens drei Mal im Kino war, dass es keinen tragischen Unfall gab, Hughie der Killer der Schoner-Crew ist und unser Ehepaar in extremer Lebensgefahr schwebt.

Was folgt ist ein Katz-und-Maus-Spiel mit drei Personen. Die Überschaubarkeit des Personals limitiert zugleich die Variationsmöglichkeiten unerwarteter Wendungen. Also beginnen alle, dumme Entscheidungen zu treffen. Alle bis auf Hughie. John zum Beispiel hält es für eine Spitzenidee zu dem Schoner zu rudern, um sich ein Bild von der Lage zu machen und seine junge Frau mit dem Psychopathen allein zu lassen. Bald ist John auf dem sinkenden Schiff gefangen und Rae dem Killer ausgeliefert. Beide kämpfen um ihr Leben.

Zum Glück für den Film hat er einen Regisseur, der gerade angesichts solcher Hilflosigkeiten des Drehbuchs weiß, wo die Kamera stehen und wo der Cutter den Schnitt ansetzen muss. Und dann ist da die zum Zeitpunkt der Dreharbeiten 21-jährige Nicole Kidman. Natürlich war sie viel zu jung für die Rolle, aber da darf man schon mal nicht so sein. Film ist ein visuelles Medium und Frau Kidman im knappen schwarzen Bikini ein Hingucker. Apropos Bikini: Wie wahrscheinlich ist es, dass eine junge Ehefrau, allein mit ihrem Ehemann auf einem Boot mitten im Nirgendwo des Ozeans, zum Baden im Meer einen Bikini anzieht?

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