Bad Cop

Land: USA 2025  Laufzeit: 97 min.  Regie: Michael Diliberti Mit: Johnny Simmons, Chance Perdomo, Rob Riggle, Lovi Poe, Seann William Scott Label: Plaion  FSK: 16 – Ein Beitrag von Georgios Tsapanos

© Plaion

Plaion Pictures ist einer der verdienstvollsten Anbieter von Filmen auf Scheiben. Kein Konkurrent widmet sich hingebungsvoller der Filmgeschichte und entreißt dadurch Werke der Vergangenheit, die es wert sind, wieder und neu gesehen zu werden. Natürlich muss auch Plaion Pictures Geld verdienen und nimmt deshalb auch Streifen ins Programm, die bei Plaion wohl keine Chance auf eine Wiederaufführung hätten. Zum Beispiel „Bad Cop“, der im Original „Bad Man“ heißt, was bereits einen ersten, warnenden Hinweis auf die Zwiespältigkeit der ganzen Unternehmung gibt.

Die Methamphetamin-Krise hat auch Colt Lake, Tennessee, erreicht. Die örtliche Polizei könnte sich ambitionierter darum und um einen Mordfall kümmern. Auftritt Bobby Gaines, der als Sonderermittler (die augenblickliche Frage, was der da zu suchen hat klärt sich am Ende) den Cops zeigt wo der Bartel den Most holt.

Das ist so etwa Charles-Bronson-Territorium erste Hälfte der 1970er. Gespielt wird Gaines von Seann William Scott. Die Eingeweihten zwinkern sich zu. Scott war – und manche sagen: ist immer noch – Stifler aus dem „American Pie“-Universum. Mit anderen Worten: Stiflers Moms Sohn spielt den harten Gesetzeshüter. Klingt nach Gelächter und kommt zunächst auch so rüber, wobei man zugeben muss, dass manche Dialoge die Punchline wirklich treffen.

Aber: Die eigentliche Hauptperson von „Bad Cop“ ist nicht Gaines, sondern der Polizist Sam Evans (Johnny Simmons), der sich mit der Ankunft Gaines augenblicklich in die zweite Reihe gedrängt sieht und darüber verständlicher Weise nicht glücklich ist. An dieser Stelle die weiteren Hintergründe zu offenbaren gehört sich nicht. Nur so viel vielleicht: Das örtliche Verbrechen ist noch unglücklicher über Gaines Erscheinen als die Polizei es ist. Der Ton des Films wird jedenfalls ernster, die Atmosphäre düsterer und die Darstellung dementsprechend weniger lustig. Wer durchgängig Komödie erwartet hat, wird sich getäuscht sehen. Wer zunehmend unruhig auf eine Story gewartet hat, kann sich freuen.

Vor allem: Niemand sollte zu viel Zeit damit zu verschwenden über Filme wie diesen nachzudenken. Solange man ihn sich ansieht, erscheint er besser als er ist. Je länger das her ist, wird die Erinnerung negativer als der Streifen es verdient hat. Pflicht ist „Bad Cop“ für die Fans von Seann William Scott, der seine Sache nicht schlecht macht – und für alle, die Plaion Pictures was Gutes tun wollen.

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