Alfred Hitchcock – 2: Der Meister des Suspense

Originaltitel: Alfred Hitchcock – Tome 02 – Le Maitre de L’Angoisse  Autoren: Noel Simsolo (Szenario) / Dominique Hé (Zeichnungen)  Verlag: Splitter Verlag, Februar 2022  Umfang: Hardcover, 160 Seiten  ISBN: 978-3-96219-586-1  Preis: 24 Euro, 11.99 Euro (E-Comic)

© Splitter Verlag 2022

Über Leben und Werken des britischen Filmemachers Alfred Hitchcock (1899 – 1980) gibt es ganz viel Literatur, die jetzt abgeschlossene (zweibändige!) Graphic Novel aus Frankreich nähert sich dem Meisterregisseur mit anderen Mitteln.

Der Filmemacher Noël Simsolo (* 1944) hat sich mit dem Zeichner Dominique Hé (* 1949) zusammengefunden, um eine Bildergeschichte des einflussreichsten Regisseurs aller Zeiten zu gestalten.

Im Januar 2021 erschien der erste Band mit dem Titel Der Mann aus London. Er erzählt von Alfred Hitchcocks  ersten Schritten als Regie-Wunderkind in den 1920ern über seine ersten Tonfilme bis zu seiner Übersiedlung nach Hollywood Ende der 1930er.

Mit dem aktuellen zweiten Band Der Meister des Suspense wird die Geschichte nun weitererzählt, wir lernen die amerikanische Seite des Meisterregisseurs kennen. Die einzelnen Kapitel heißen dementsprechend:

  • French Connection
  • Eine neue Welt
  • Die Mörder sind unter uns
  • Höllenfahrt
  • Experimente
  • Alle lieben Grace
  • Citizen Hitchcock
  • Apotheosen
  • Turbulenzen
  • Letzte Rollenspiele

Cannes 1963 © Splitter Verlag 2022

Der Autor Noël Simsolo im Interview (Auszüge aus dem Presseheft):

Welche Bedeutung haben Alfred Hitchcock und sein Werk für Sie als Filmemacher und
Autor?
Das erste Mal, das ich auf Hitchcock aufmerksam geworden bin, muss ich so acht Jahre alt gewesensein. Mit meiner Mutter und meiner Schwester bin ich jeden Sonntag ins Kino gegangen. Alfred Hitchcock, Cecile B. deMille, Sacha Guitry and Jean Cocteau, das waren meine ersten Leinwand-Helden. Heute bevorzuge ich Fritz Lang oder das Kino Kenji
Mizoguchis, aber damals war Hitchcock mein ein und alles. „Das Fenster zum Hof“ … Was für ein wilder Ritt! Allein Vertigo“ reicht schon, um zu verstehen, warum Hitchcock damals meine Begeisterung für den Film entfacht hat. Er fängt nicht einfach nur
Bilder ein, um eine Geschichte zu erzählen. Er erschafft Bilder, um eine Geschichte zu erzählen (ähnliche wie Jean-Luc Godard, Sergio Leone, Fritz Lang oder meine Freunde Rainer Werner Fassbinder und Werner Schroeter).
Meine erste professionelle Auseinandersetzung mit Hitchcock hatte ich schon recht früh: Mit nur 24 Jahren habe ich mein erstes Buch veröffentlicht, Thema: Alfred Hitchcock. Und 1980 war ich hielt ich die Eröffnungsrede auf einer Tagung zu Hitchcock kurz
nach seinem Tod. Der Titel meines Vortrags war „Hitchcock – Das Geheimnis und das Kind“. Im Laufe meiner Karriere habe ich weitere Bücher über ihn veröffentlicht und ich durfte Kurz-Dokus über ihn für Bonus-Material auf verschiedenen DVD-Editionen
drehen. Als es also an den Comic über Hitch ging,war ich mehr als gut vorbereitet.

Im Comic lassen Sie Hitchcock seine Lebensgeschichte dem Schauspieler Cary Grant erzählen. Warum haben Sie sich für diesen Star als Interviewpartner und Zuhörer für
Hitchcock entschieden?
Cary Grant war wie Hitchcock Brite. Diese Ebene, die sie beiden teilten, wollte ich mir zu Nutze machen. Für Hitchcock war seine britische Herkunft essentiell, selbst als er Ende der 1930er nach Hollywood übersiedelte, wollte er nichts vom „American Way of Life“ wissen. Und Cary Grant war ein Hollywood-Schwergewicht – er würde sich von Hitchcock
nicht einschüchtern lassen und während der Erzählung auf Augenhöhe mit ihm sein.

Sie erzählen Hitchcocks Lebensgeschichte nicht linear, sondern springen motivisch
und assoziativ kreuz und quer durch seinLeben. Warum haben Sie sich für diesen Er-
zählansatz entschieden?
Für diesen Erzählstil habe ich mich an einem anderen Genie des englischsprachigen Kinos orientiert:an Orson Welles‘ „Citizen Kane“. Ich wollte nicht, dass meine Leser steif einer Erzählung und einer Lesart folgen, sondern sich wie in einer Meeresströmung mal hier- und mal dorthin tragen lassen.

Chabrol und Truffaut © Splitter Verlag 2022

Die Comic-Biografie kommt in beeindruckendem Schwarz-Weiß mit Grautönen daher und setzt detailliert zahlreiche Begebenheiten und Anekdoten aus dem Privatleben und Schaffen des Filmemachers ins Bild. Einzelne oder Doppelseiten erzählen zahlreiche kurze Anekdoten aus dem Leben Alfred Hitchcocks.

Die beiden Bände werden hiermit sowohl Comic- als auch Filmfreunden wärmstens empfohlen.

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