Mord in Genua – Ein Fall für Petra Delicato

Laufzeit: 360/380 min.  Mit: Paola Cortellesi, Andrea Pennacchi  Label: Justbridge Entertainment  : 9.4.2021  FSK: 12 – Ein Beitrag unseres Ermittlers Julian Dax:

© Justbridge

Ursprünglich stammt die Titelfigur aus Spanien, wo sie bereits seit 1996 Heldin einer Buchreihe der Autorin Alicia Giménez Bartlett ist. Und bereits 1999 gab es schon einmal eine Fernsehserie um die eigenwillige Ermittlerin, die jedoch außerhalb Spaniens weitgehend unbekannt geblieben ist.
Insofern handelt es sich bei Mord in Genua – Ein Fall für Petra Delicato um einen Neubeginn. Nicht nur wurde der Schauplatz von Spanien nach Italien verlegt, auch der Name der Titelfigur erfuhr eine kleine Veränderung, und so wurde aus dem spanischen „Delicado“ nun das italienische „Delicato“. 

Petra Delicato (Paola Cortellesi), die ursprünglich als Anwältin tätig war, arbeitet nun in einem Polizeiarchiv in Genua. Auch wenn ihre dortige Tätigkeit alles Andere als aufregend ist, scheint sie damit zufrieden zu sein, denn menschliche Kontakte stehen nicht gerade ganz oben auf ihrer Liste der notwendigen Dinge. Aufgrund von Personalmangel wird sie eines Tages gebeten, sich eines jungen Vergewaltigungsopfers anzunehmen, und so findet sie sich mehr aus Zufall als Wunsch in ihrem ersten Fall als Ermittlerin, der hier den Titel Das Zeichen trägt. Ihr zur Seite wird der sympathische und äußerst kommunikative Antonio Monte (Andrea Pennacchi) gestellt, der zunächst einmal mit der ebenso schroffen wie herablassend wirkenden Kollegin, deren Namen lediglich ironisch zu verstehen ist, nur wenig anfangen kann.

Auch wenn die Konstellation der beiden Figuren nicht unbedingt vor Originalität strotzt und man sich selbst als Krimi-Neuling an den fünf Fingern abzählen kann, dass sich die beiden gegensätzlichen Charaktere im Laufe der Zeit auf jeden Fall annähern werden, schaut man gerne zu, denn sowohl Cortellesi als auch Pennacchi machen ihre Sache sehr gut. Zwar spielt auch in diesem Fall, wie es mittlerweile in so gut wie in allen Krimis üblich ist, das Privatleben der Polizisten eine ebenso wichtige Rolle wie die jeweiligen Fälle, aber wenn es derart kurzweilig und zum Teil auch witzig präsentiert wird wie hier, stört es auch nicht weiter.

Als großes Plus verbucht Mord in Genua, dass die vier 90minütigen Episoden thematisch ein relativ breites Spektrum abdecken; so geht es im zweiten Fall mit dem Titel Hundeliebe um Hundekämpfe und illegalen Hundehandel – kein besonders gängiges Krimithema. Das Zeichen beginnt damit, dass jemand einen abgeschnittenen Penis in einem Päckchen erhält und behandelt eine (tatsächlich existierende!) Sekte, die dem Sex abschwören möchte. Und die letzte Episode Schein und Sein handelt vom Thema „Erpressung“ und führt die beiden Ermittler nach Rom, wo Petra auch mit ihrer Vergangenheit konfrontiert wird.

Auch wenn man die Serie, wie bereits erwähnt, nicht als innovativ bezeichnen kann, ist es doch insgesamt solide Krimikost mit einer Hauptfigur, die es einem mit ihrer Art anfangs zwar relativ schwer macht, sie zu mögen, die man allerdings aufgrund ihrer unkonventionellen Methoden und Weigerung, sich bestimmten gesellschaftlichen Normen zu beugen, letztlich doch akzeptiert.

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