Jesus Shows You the Way to the Highway

Land: Spanien, Estland, Äthiopien, Lettland, Rumänien 2019  Laufzeit: 82 min.  Regie: Miguel Llansó  Mit: Daniel Tadesse, Guillermo Llanso, Agustin Mateo, Gerda-Annette Allikas, Solomon Taste, Lauri Lagle, Rene Koster, Iveta Pole, Aris Rozentals  Label: Rapid Eye Movies  VÖ: 12.3.2021  FSK: 16 – Ein Beitrag von Julian Dax:

© Rapid Eye Movies

Eigentlich hätte ein Blick auf die DVD-Hülle genügen müssen, um die Finger davon zu lassen: bei Jesus Shows You The Way To The Highway handelt sich um eine Co-Produktion von – tief Luft holen – Estland, Äthiopien, Spanien, Litauen, Großbritannien und Rumänien.
Also eindeutig ein Fall von zu vielen Köchen.
Aber als Filmrezensent ist man ja Kummer gewöhnt, auch wenn der Kummer in diesem Fall bisher noch nicht vorstellbare Dimensionen erreicht. Quasi: „Where no man has gone before…“

Die „Handlung“ – der Begriff ist hier nur mit allergrößtem Vorbehalt anzuwenden – geht in etwa so: CIA-Agent Gagano möchte den Dienst quittieren, um mit seiner Partnerin eine Kickbox-Schule zu eröffnen, muss jedoch noch einen Auftrag ausführen. Dabei geht es darum, zusammen mit seinem Partner, Agent Palmer, mit Hilfe von Virtual Reality-Brillen ein russisches Computersystem zu infiltrieren, das im Begriff steht, mit Hilfe eines neuartigen Virus die ganze Welt zu vernichten. Doch die Mission geht schief…

Offensichtlich hatte der Regisseur die Absicht, Agentenfilme, wie man sie aus den 70ern und 80ern kennt, in altem Glanz wieder auferstehen zu lassen. Dabei orientiert er sich jedoch nicht etwa an den bekannten Vorbildern, sondern eher an dem oft in Italien billigst produzierten Schund, der bei uns vorzugsweise in Bahnhofskinos zu sehen war; eine dumme „Handlung“, untalentierte Darsteller, unsägliche Dialoge, eine bewusst grausame Synchronisation und ultra miese Effekte. Dazu kommen noch dilletantische Kameraführung und nervige Musik, und fertig ist ein Möchtegern-Kultfilm, dessen einzige Daseinsberechtigung darin zu bestehen scheint, dass er den Zuschauer beständig mit „originellen“ Ideen bombardiert, hinter denen nichts, aber auch absolut gar nichts steckt.

Nun mag es bestimmt auch Zuschauer geben, die gerade die Unvorhersehbarkeit des Ganzen loben werden, die Tatsache, dass der Film alle Hebel in Bewegung setzt, um sich möglichst weit weg zu bewegen von allem, was auch nur entfernt an den verhassten Mainstream erinnert. Vielleicht gehen einige sogar so weit, diesen irritierenden Mischmasch aus unausgegorenen Ideen und Unfähigkeit, diese umzusetzen als große Kunst zu bezeichnen. Solchen Zuschauern sei empfohlen, sich nach dem Anschauen mal wieder Andersens sehr kluges Märchen „Des Kaisers neue Kleider“ vorzunehmen. Und alle anderen sollten einen möglichst weiten Bogen um diesen Mist machen!

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