Bodyguard – Staffel 1

Land: GB 2018  Laufzeit: 362 min.  Regie: Thomas Vincent, John Strickland  Mit: Richard Madden, Keeley Hawes, Gina McKee, Sophie Rundle, Vincent Franklin, Pippa Haywood, Paul Ready, Tom Brooke, Nicholas Gleaves, Stuart Bowman, David Westhead, Ash Tando  Label: Pandastorm  FSK: 16  : 19.2.2021 – Ein Beitrag von Julian Dax:

© Pandastorm

Es soll ja immer noch Menschen geben, für die ein „typischer“ britischer Fernsehkrimi so auszusehen hat wie eine Folge der auch bei uns sehr populären Serie Inspektor Barnaby. Solchen Zeitgenossen ist wohl entgangen, was sich bereits seit geraumer Zeit in Großbritanniens Fernsehstudios so alles tut; sei es Sherlock, Luther, Happy Valley oder In The Line Of Duty – „typisch“ britisch, d.h. behäbig, augenzwinkernd und möglichst unblutig – ist keine der o.a. neueren Serien. Und von den Machern dem wirklich hervorragenden und mittlerweile aus fünf Staffeln bestehenden In The Line Of Duty stammt auch Bodyguard, der neueste Beweis dafür, welch‘ abwechslungsreiches und ungeheuer spannendes Fernsehen die Briten inzwischen liefern.

Kriegsveteran David Budd (Richard Madden) arbeitet nach seinem Einsatz in Afghanistan bei einer speziellen Abteilung der Londoner Polizei als Personenschützer. Niemand Geringeres als die britische Innenministerin Julia Montague (Keeley Hawes) ist die Person, für deren Schutz er praktisch rund um die Uhr verantwortlich ist. Auch wenn ihm die äußerst ehrgeizige Frau zunächst einmal zutiefst suspekt ist, da er die politischen Ränkespiele, in denen er selbst sich sehr schnell verwickelt sieht, zutiefst verachtet, nimmt er seine Aufgabe äußerst ernst, vor allem, nachdem er einen Attentatsversuch hautnah miterlebt. Und es bleibt nicht nur bei diesem einen…

Von der ersten Szene an, in der man Zeuge wird, wie David einen schrecklichen Bombenanschlag in einem voll besetzten Zug verhindert, entwickelt der Sechsteiler einen unglaublichen Sog, dem man sich als Zuschauer nicht entziehen kann. Immer tiefer wird man hinein gezogen in ein Gestrüpp aus Lüge und Verrat auf der einen, Loyalität und Pflichbewusstsein auf der anderen Seite, aus dem so gut wie niemand unbeschadet wieder heraus kommt. Dabei achten die Macher sehr geschickt darauf, dass einem vor allem die Titelfigur mit ihrem unglücklichen Privatleben, resultierend aus einem schweren Kriegstrauma, sehr ans Herz wächst und man mit zunehmender Spannung verfolgt, wie dieser rechtschaffene Mann in eine immer auswegloser erscheinende Situation gerät.

Und Richard Madden, bestens bekannt aus Game Of Thrones, bietet eine bewundernswerte Leistung; kein Wort zuviel, keine übertriebene Mimik – und doch glaubt man genau zu wissen, was im Inneren dieses Menschen vor sich geht. (Ein Tipp: Schauen Sie sich die Serie unbedingt in der Originalsprache an, denn Maddens schottisch eingefärbter Dialekt macht die Figur noch menschlicher und glaubwürdiger.)

Doch es ist beileibe keine Ein-Mann-Schau, denn ausnahmslos sämtliche Rollen sind hervorragend besetzt und lassen absolut offen, wer falsch spielt. Und wenn sich in der letzten Episode die Ereignisse geradezu überschlägen und man atemlos der Entwicklung folgt bis zu ihrem mehr als überraschenden Schluss, stellt man anchließend fest, dass man vor lauter Spannung vergessen hat, sich von den Leckereien auf dem Beistelltischchen zu bedienen. Fernsehen vom absolut Feinsten!

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