Inheritance – Ein dunkles Vermächtnis

Land: USA 2020  Regie: Vaughn Stein  Laufzeit: 111 min.  Mit: Lily Collins, Simon Pegg, Connie Nielsen, Chace Crawford, Patrick Warburton  LabelConstantin Home Entertainment  VÖ: 3.12.2020  FSK: 16 – Ein Beitrag von Julian Dax:

© Constantin

Es gibt Filme, da fragt man sich wirklich, wie es die Verantwortlichen eigentlich geschafft haben, Geld für ihr Projekt aufzutreiben; schaut man sich den Abspann von Inheritance – Ein dunkles vermächtnis an, so wird zumindest deutlich, dass es bei der Unmenge der genannten Produzenten und ausführenden Produzenten zumindest nicht einfach gewesen sein kann und man sich nur hat behelfen können, indem man möglichst viele Geldgeber überzeugen konnte. Warum diese Menschen letztlich ihren Geldbeutel geöffnet haben, bleibt jedoch rätselhaft; an der Qualität des Drehbuchs kann es jedenfalls nicht gelegen haben, denn es gibt schlicht und ergreifend keine.

Archer Monroe, ein ebenso reicher wie mächtiger Mann, stirbt überraschend an einem Herzinfarkt. Bei der Testamentseröffnung wird bekannt gegeben, dass er seinem Sohn William, einem aufstrebenden Politiker kurz vor seiner Wiederwahl, 20 Millionen Dollar hinterlassen hat, seiner Tochter Lauren (Lily Collins) jedoch lediglich eine Million. Lauren, eine ebenfalls erfolgreiche Staatsanwältin, bekannt dafür, reiche und mächtige Männer wie ihren Vater zur Anklage zu bringen, erbt allerdings noch etwas: der Familienanwalt übergibt ihr einen USB-Stick sowie einen Schlüssel. Auf dem Stick befindet sich eine persönliche Botschaft Archers an seine Tochter, in der er ihr ein Geheimnis anvertraut, das sie zwar erfahren, jedoch unbedingt für sich behalten soll. Der Schlüssel öffnet die Tür eines unterirdischen Verstecks im Wald, gleich hinter dem hochherrschaftlichen Anwesen der Familie. Als Lauren die Stufen hinab steigt, findet sie einen schwach beleuchteten Gang, der zu einer Art Verlies führt, wo sie einen angeketteten Gefangenen (Simon Pegg) vorfindet…

Von einem sog. „Psycho-Thriller“ erwartet man zwar nicht unbedingt Plausibilität, aber bereits zu diesem Zeitpunkt stellt sich dem Zuschauer zwangsläufig die Frage: „Wie zum Teufel hat der dafür Verantwortliche es geschafft, solch einen komplexen unterirdischen Bunker bauen zu lassen und sichergestellt, dass keiner der am Bau Beteiligten darüber spricht?“ Und leider ist das nicht die einzige offene Frage, die im Verlauf der Handlung auftaucht. Bevor das Rätsel des Gefangenen geklärt und zunehmend dunklere Familiengeheimnisse an die Oberfläche gespült werden, tritt Inheritance zunächst noch etwas auf der Stelle, indem er Bruder und Mutter Laurens etwas unter die Lupe nimmt; leider nicht genug, um das Interesse des Zuschauers wirklich zu wecken, und man bekommt den Eindruck, dass eine gestandene Schauspielerin wie Connie Nielsen als Mrs Monroe hier weit unter Wert verkauft wird.  Und Lauren selbst ist als Charakter auch viel zu flüchtig skizziert, um so etwas wie Anteilnahme an ihrem Schicksal zu erzeugen.

Zwar ist Lily Collins eine Schauspieleriin, der man gerne zusieht, doch gegen die Schwächen eines Drehbuchs, das aus ihrer Figur nicht mehr als das Klischee einer jungen Frau macht, die zwischen Karriere und Mann und Tochter aufgerieben wird und zudem auch noch ein schreckliches Familiengeheimnis hüten muss. Simon Pegg als undurchsichtiges Opfer versucht zwar tapfer zu beweisen, dass er mehr kann als Komödie, doch auch er kann nicht gegen ein Drehbuch ankämpfen, das sich nicht entscheiden kann, wen er da eigentlich darstellen soll, und so rettet sich immer wieder mal ins Chargieren.

Matthew Kennedy, der hier sein Drehbuchdebüt vorlegt, sollte bei seinem nächsten Versuch dringend daran denken, dass ein Drehbuch nicht unbedingt gelungen ist, indem es – vor allem im letzten Drittel – eine unwahrscheinliche Wendung nach der anderen präsentiert, ohne sich um innere Zusammenhänge und Logik zu scheren. Und Lily Collins ist eine Rolle zu wünschen, die ihrem Talent auch wirklich entspricht.

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