Die purpurnen Flüsse – Staffel 2

Regie: IVAN FEGYVÈRES, OLIVIER BARMA, DAVID MORLEY, MANUEL BOURSINHAC  Mit: Olivier Marchal, Erika Sainte, Christiane Paul  Label: edel:motion  FSK: 16  : 4.12.2020 – Ein Beitrag von Julian Dax:

© edel:motion

Nachdem die vor zwei Jahren bei uns erschienene erste Staffel von Die purpurnen Flüsse (unsere Rezension) vielen Zuschauern gefallen hat, folgt nun die zweite, wieder bestehend aus vier separaten 90-minütigen Filmen, wieder geschrieben von Jean-Christophe Grangé, wieder mit Olivier Marchal und Erika Sainte als ungleichem Ermittlerpaar vom „Zentralbüro für Gewaltverbrechen“.

Bereits an den Titeln der vier neuen Episoden kann man erkennen, dass man sich auch thematisch nicht allzu weit von der ersten Staffel entfernt; Zum Sterben schön, Zeit der Bestrafung, Das Ritual sowie Das Geheimnis des Blutes bieten das, was man von Grangé erwarten kann. Das heißt im Klartext, dass Pierre Niémans und Camille Delaunay sich wieder um äußerst komplexe Fälle in allen möglichen Gegenden Frankreichs kümmern müssen, die allesamt ihren Anfang in früher Vergangenheit der Protagonisten haben. Diesmal fallen die Todesarten allerdings  noch eine Spur abwegiger und grausamer aus – hatte die erste Staffel noch eine FSK 12 – Bewertung, ist diese hier erst ab 16 freigegeben. Und natürlich kommt auch die katholische Kirche wieder einmal nicht besonders gut weg.

Zum Sterben schön spielt in einer Schönheitsklinik, in der es nicht mit rechten Dingen zuzugehen scheint, denn es sieht so aus, als würde da eine Hexe ihr Unwesen treiben, Zeit der Bestrafung schildert die späte Rache eines Menschen, und man wird Zeuge eines kopfüber an ein Holzkreuz genagelten Pfarrers, dem man auch noch die Augen ausgestochen hat und eines Mannes, den man tot auf einem Stuhl sitzend vorfindet, mit seinem eigenen Kopf im Schoß. Und es geht auch um den Raub gewisser Reliquien. Das Ritual spielt hauptsächlich in einem Flüchtlingslager und ist eine eigenartige Mischung aus Realismus und Voodoo-Magie. Das Geheimnis des Blutes schließlich ist der persönlichste der vier Fälle, denn hier geht es um Camilles von ihr entfremdeten Sohn, der in die Fänge einer durch und durch degenerierten und verbrecherischen Adelsfamilie geraten ist.

Ein Unterschied zwischen den beiden Staffeln besteht in erster Linie darin, dass zwischen den beiden Ermittlern im Laufe der gemeinsamen Tätigkeit so etwas wie eine Vater – Tochter – Beziehung entstanden ist, die Marchal und Sainte sehr überzeugend darstellen.

Wollte man den einzelnen Episoden etwas vorwerfen, so ist das im Grunde genommen das, was bereits in Grangés zahlreichen Romanen zu bemängeln ist und auch hier sehr deutlich in Erscheinung tritt; die Plots sind größtenteils überkonstruiert und lassen den Zuschauer immer wieder mal die Augen verdrehen ob der Erklärung eines Motivs oder einer überraschenden Wendung zuviel.

Wer sich an solchen für Grangé typischen stilistischen Merkmalen nicht stört, bekommt jedoch auch diesmal vier gut gefilmte und hervorragend gespielte Krimis geboten, die absolut nicht von der Stange sind.

P.S. Ein Rätsel jedoch bleibt ungeklärt: Warum um alles in der Welt liegt die Serie zwar auf Französich und Deutsch vor, aber nur mit englischen (!) Untertiteln?


Technik: 

Laufzeit: 8×50 Min.
Sprache: Deutsch, Französisch
Bildformat: 16:9
Ton-Format: Dolby Digital 5.1

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