Deathcember – 24 Doors to Hell

Regie: Lucky McKee, Jason A. Rostovsky, Julian Richards, Andreas Marschall u.a.  Dauer: 145 min.  Mit: Sean Bridgers, Barbara Crampton, Richard Glover  Label: Busch Mediagroup, Kanal  : 4.12.2020  FSK: 18 – Ein Beitrag von Julian Dax:

© Busch Media Group

Es ist halt so eine Sache mit Anthologien, ganz gleich, ob als Buch oder als Film: Bei der Vielzahl der verschiedenen Geschichten und Autoren bleibt es natürlich nicht aus, dass man dabei mit erheblichen Qualitätsschwankungen rechnen muss. So haben Dominic Saxl, Ivo Scheloske und Frank Vogt, allesamt in Deutschland ansässig und im Horror-Genre tätig, insgesamt 28 deutsche und internationale Regisseure angeschrieben, mit dem Vorschlag, jeweils einen maximal 5 Minuten langen Film beizusteuern, der sich im weitesten Sinne mit dem Thema „Weihnachten“ beschäftigen und möglichst blutig ausfallen sollte. Das Ergebnis lief zunächst auf dem „Fantasy Film Fest White Nights“, heißt Deathcember – 24 Doors To Hell und liegt nun als DVD/Blu-ray vor.

In Form eines animierten Adventskalenders werden 24 Beiträge präsentiert (+ 2 weitere im Laufe des sehr langen Nachspanns), von denen jedoch leider und erwartungsgemäß gerade mal eine Handvoll überzeugen können. So z.B. gleich der erste Film, der trotz seines englischen Titels A Door Too Far vom deutschen Produzenten Dominic Saxl stammt. Erzählt wird die Geschichte eines Knaben, der einen verhängnisvollen Heißhunger auf die Schokolade in Adventskalendern entwickelt und von einem zauberkundigen älteren Herrn dementsprechend bestraft wird.

Sehr viele Filme beschäftigen sich mit der altbekannten Tatsache, dass beim angeblichen Fest der Liebe alle möglichen familiären Konflikte offen zutage treten, wobei die Filmemacher hier natürlich alles auf die Spitze treiben; und mit dem Messer als bevorzugtem Mordinstrument dafür sorgen, dass sich der Bildschirm immer wieder extrem rot färbt. Besonders innovativ oder gar aufregend ist das alles natürlich nicht, ebenso wenig wie eine missglückte Quentin Tarantino-Hommage um fünf Weihnachtsmänner, die einen Raubüberfall planen. Und auch der Beitrag Joy To The Girls um eine Gruppe attraktiver Hexen oder der schwarz-weiße „Western“ They Once Had Horses sind nur wenig bis gar nicht interessant.

Es sind wohl, neben der bereits erwähnten ersten Episode, vor allem zwei weitere Beiträge aus Deutschland, die im Gedächtnis hängen bleiben dürften: Pig, eine mehr als fragwürdige Rachefantasie aus feministischer Sicht von Andreas Marschall und vor allem Crappy Christmas, ein ausschließlich mit Knetfiguren gedrehter, äußerst bösartiger Kommentar zum Thema “ Sexueller Kindesmissbrauch innerhalb der katholischen Kirche“, in dem Regisseur Juergen Kling absolut keine Gefangenen macht.

Da jedoch das Gros der Beiträge schlichtweg auf die Dauer (von insgesamt 145 Minuten!) ermüdet und langweilt, muss man in diesem Fall konstatieren, dass eine gute Idee sehr häufig an der eher fragwürdigen Umsetzung scheitert.

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