The Pleasure Principle – Geometrie des Todes (Staffel 1)

Originaltitel: Zasada przyjemnosci  Regie: Dariusz Jablonski  Mit: Małgorzata Buczkowska, Karel Roden, Sergej Strelnikow, Stipe Erceg, Ana Geislerova  Label: Eye See Movies  : 5.11.2020  FSK: 16 – Ein Beitrag von Julian Dax:

© Eye See Movies

 

Von skandinavischen Krimiserien ist man es ja bereits gewohnt, dass es darin stets äußerst düster zugeht, sowohl in Bezug auf die Handlung als auch der Bildgestaltung.

Mit der zehnteiligen Serie The Pleasure Principle – Geometrie des Todes beweisen nun auch andere Länder – in diesem Fall Polen, Tschechien und die Ukraine, dass sie diese Machart ebenfalls beherrschen – und wie!

In Odessa, Prag und Warschau findet man drei verstümmelte Leichen junger Frauen. Während die drei Ermittlerteams zunächst einmal nichts voneinander und ihren jeweiligen Fällen ahnen, wird ihnen anhand der augenfälligen Parallelen relativ schnell klar, dass ihre Chancen, den offensichtlich geistesgestörten und grenzüberschreitenden Täter zu fassen, nur zum Erfolg führen, wenn sie ihre Kräfte bündeln. Dabei begegnen den ungleichen Ermittlern Maria Sokolowska aus Warschau, Viktor Seifert aus Prag und Serhij Franko aus Odessa im Zuge ihrer Arbeit korrupte Politiker, kriminelle Rechtsvertreter, zwielichtige Filmproduzenten, skrupellose Waffenhändler und weitere dubiose Figuren, die allesamt mit den Mordopfern in Verbindung standen. Und als ob das noch nicht genug wäre, haben alle Ermittler auch noch ein ganz gehöriges persönliches Päckchen zu tragen…

Man stelle sich ein Labyrinth vor, und zwar eines mit drei Eingängen; dann hat man in etwa das Prinzip dieser Serie vor Augen. Zusammen mit den jeweiligen Ermittlern tappt man als Zuschauer neun Folgen lang im Dunkeln, glaubt immer wieder,die richtige Abzweigung genomme zu haben und steht dann doch wieder vor einer Mauer. Erst ganz zum Schluss kann der Mörder überführt werden, und das auch noch sehr abrupt und ohne, dass sein Motiv so richtig einleuchtet.

Wem es allerdings grundsätzlich gar nicht so sehr darauf ankommt, wer der Täter ist, wer stattdessen größeren Wert darauf legt, dass eine Krimiserie in erster Linie atmosphärisch dicht, die Charaktere konfliktbeladen sein sollten und die Handlung möglicht lange möglichst undurchsichtig mäandert, der ist hier auf jeden Fall richtig. Man gewinnt den Eindruck, die Macher hätten ganz genau Serien wie Die Brücke, The Killing oder Kommissarin Lund studiert, um sich dann zu überlegen, wie man da noch jeweils noch einen draufsetzen könnte. So scheint z.B. in den rund 540  Minuten Laufzeit kein einziges Mal die Sonne – sogar in der Anfangsszene der ersten Episode, die am Strand von Odessa spielt, ist der Himmel verhangen.

Zwar entwickeln die drei Hauptschauplätze, in denen sich die Handlung abspielt ihren ganz eigenen Reiz, wenn man sie als Zuschauer hauptsächlich entweder bei Nacht oder bei trübem Tageslicht wahrnimmt, doch irgendwann kann man die Farben Schwarz und Blau nicht mehr sehen und sehnt sich nach etwas Abwechslung.

Ähnlch verhält es sich mit den Hauptfiguren. Die äußerst attraktive Maria Sokolowska ist eine Einzelgängerin, die ihre Einsamkeit mit One-Night-Stands und Zynismus zu überdecken versucht; zudem sitzt ihr auch noch die interne Abteilung im Nacken. Viktor Seifert steht kurz vor seiner Pensionierung und ist einfach nur noch müde, auch wenn ihn dieser letzte Fall sehr reizt. Und Serhij Franko wird von dem Zwang beherrscht, den Mörder dingfest zu machen, weil es seinem Vater seinerzeit nicht gelungen ist, als Polizist einen Serienmörder festzunehmen, dessen letztes Opfer seine Frau – Serhijs Mutter – war. Die einzigen halbwegs in sich ruhenden Charaktere sind Serhijs ebenso adipöser wie cleverer Assistent Bogdan und Viktors Mitarbeiter Ota.

So bleibt als Fazit festzustellen, dass The Pleasure Priciple – Geometrie des Todes sich nicht unbedingt an den Konsumenten von Krimi-Massenware richtet, denn die Serie erfordert sehr viel Konzentration – ständig wechselnde Schauplätze, ständig neue Namen, ständig neue Handlungsstränge – doch wer bereit ist, entsprechende Geduld und Aufmerksamkeit aufzubringen, wird mit einer außergewöhnlichen und in technischer Hinsicht brillianten Serie belohnt. Und die bei uns unbekannten Darsteller, die allesamt hervorragend agieren, sind ein weiteres Plus.

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