A Confession

Regie: Jeff Pope  Mit: Martin Freeman, Imelda Staunton, Siobhan Finneran  Label: edel:motion  FSK: 12  : 30.10.2020 – Ein Beitrag von Julian Dax:

edel:motion

Wieder einmal bleibt einem nichts anderes übrig, als den Hut zu ziehen vor dem, was die Engländer in Sachen Fernsehserien immer wieder vorlegen; vor allem im Hinblick auf die vielen ebenso biederen wie bräsigen deutschen Krimis kann das Lob über A Confession gar nicht groß genug ausfallen.

Die sechsteilige Mini-Serie schildert akribisch und schnörkellos wie ihr Titel Polizeiarbeit und die anschließenden Gerichtsverhandlungen, die sich insgesamt über mehrere Jahre erstrecken. Im Mittelpunkt stehen dabei drei Personen: Steve Fulcher (Martin Freeman), der Chefermittler, Elaine O’Callaghan (Siobhan Finneran), Mutter einer nach einem Disco-Besuch nicht nach Hause gekommenen jungen Frau sowie Karen Edwards (Imelda Staunton), ebenfalls Mutter einer bereits vor Jahren spurlos verschwundenen drogenabhängigen Tochter. Ruhig und unter völligem Verzicht auf jegliche „Action“ werden wir Zeuge, wie zwei Familien in eine existenzielle Krise geraten und ein bis dahin unbescholtener und äußerst kompetenter Polizeibeamter selbst in die Mühlen der Justiz gerät, obwohl er nach menschlichem Ermessen das einzig Richtige getan hat.

Es ist in diesem Fall nicht nur das kluge Drehbuch, das zum Gelingen der Serie beiträgt; in erster Linie sind es die schauspielerischen Leistungen der drei Hauptdarsteller, bei denen jede einzelne Miene, jede noch so kleine Geste  ihren Figuren absolute Glaubwürdigkeit verleihen. Und dabei verzichtet A Confession nicht nur auf Schießereien, Verfolgungsjagden und ausgewalzte Brutalitäten, die manche von Krimis erwarten, sondern auch auf jegliche Schwarz-Weiß Malerei; nicht nur sprechen und handeln die Personen oftmals unverständlich und widersprüchlich, nein, sogar der hauptverdächtige Taxifahrer Christopher Halliwell (Joe Absolom) erscheint nicht ausschließlich als möglicherweise monströser Serientäter, sondern als menschliches Wesen.

Bereits zu Beginn erfährt man übrigens, dass die Ereignisse auf wahren Begebenheiten beruhen, und am Ende erfährt man, was aus den drei Hauptfiguren geworden ist, was sowohl den dokumentarischen Charakter von A Confession noch zusätzlich unterstreicht als auch alles Gezeigte noch authentischer wirken lässt.

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