Code Ava – Trained to Kill

Originaltitel: AVA  Land: USA 2020   Dauer: 93/97 min.  Regie: Tate Taylor  Mit: Jessica Chastain, John Malkovich, Colin Farrell, Common  Label: Eurovideo  : 22.10.2020  FSK: 16 – Ein Beitrag von Julian Dax:

© Eurovideo

Angelina Jolie, Anne Parrilaud, Bridget Fonda, Charlize Theron, Sasha Luss – was diese Darstellerinnen gemeinsam haben, dürfte für die meisten Kinogucker klar sein: Sie alle haben schon Superkillerinnen im Auftrag irgendwelcher ominöser Geheimorganisationen gespielt.

Wer jetzt auch noch ohne zu googeln die dazu gehörigen Filme einordnen kann, darf sich als diesbezüglicher Experte bezeichnen: Codename Nina, Salt, Nikita, Anna, Atomic Blonde.

Und in diese illustre Reihe reiht sich nun auch Jessica Chastain ein mit Code Ava – Trained To Kill.

Ava Faulkner (Jessica Chastain) ist eine bestens ausgebildete Profikillerin, die für eine sinistre Organisation bereits 41 Männer liquidiert hat. Da sie jedoch in letzter Zeit immer wieder durch regelwidriges Verhalten aufgefallen ist – so möchte sie von ihren Opfern vor deren Exekution wissen, was genau sie sich zuschulden haben kommen lassen – soll sie selbst auf höchsten Befehl ausgeschaltet werden. Zwar versucht ihr Ausbilder und Vertrauter Duke (John Malkovich) ihr beizustehen, aber Simon (Colin Farrell), der kommende Mann innerhalb der Organisation, will sich selbst um Avas Beseitigung kümmern…

Eigentlich hätte allein schon diese Besetzung der Garant für hochklassige Unterhaltung sein müssen – dazu kommt übrigens auch noch Geena Davis als Avas Mutter , wahrscheinlich als kleiner Insider-Gag, spielte sie doch in The Long Kiss Goodnight (deutscher Titel: Tödliche Weihnachten) an der Seite von Samuel L. Jackson selbst eine weibliche Killermaschine. Doch so ganz überzeugt das vorliegende Ergebnis dann doch nicht, und der Grund ist wieder einmal ein unentschlossenes und halbherziges Drehbuch.

Es spricht zwar nichts dagegen, dass man die Hauptfigur mit einem komplizierten Privatleben ausstatten wollte, zumal Jessica Chastain praktisch in jeder Rolle brillieren kann, doch in diesem Fall hat man etwas übertrieben: eine Mutter-fixierte Alkoholikerin mit Vaterkomplex, die in der Vergangenheit ihrer eigenen Schwester den Freund ausgespannt hat, ist des Guten eindeutig zuviel und lässt Code Ava durchgehend zwischen Actionkracher und Familienmelodram hin und her schwanken.

So bleibt der Film letztllich hinter seinen Möglichkeiten zurück und bietet im Großen und Ganzen zwar solide Unterhaltung, die jedoch an keinen der zu Beginn angeführten Beispiele heranreicht. Sogar Luc Bessons vielgescholtene Anna erscheint einem im Nachhinein als gar nicht mal so übel…

P.S. Wann merken amerikanische Rapper, dass die meisten von ihnen keine Schauspieler sind? Selten wurde diese Tatsache derart deutlich wie in diesem Fall; die Darstellungs“kunst“ von Common, der hier Avas Ex-Freund spielt, als hölzern zu bezeichnen, käme einer Beledigung von Pinocchio gleich!

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