Disturbing the Peace

RegieYork Alec Shackleton  Laufzeit: 88 min.  Mit: Guy Pearce, Devon Sawa, Kelly Greyson, Michael Sirow, Barbie Blank, Jacob Grodnik  LabelConstantin Home Entertainment  VÖ: 6.8.2020  FSK: 16 – Ein Beitrag von Julian Dax:

© Constantin Film

Seit High Noon kennt man den Plot, in dem ein einsamer Gesetzeshüter gegen eine ganze Bande antreten muss, die einen kleinen Ort tyrannisiert. Vielfach variiert, vor allem natürlich in Western, aber auch im Weltall (s. Outland mit Sean Connery), begegnet uns diese Geschichte ebenfalls in Disturbing The Peace, einer Art von Neo-Western.
Jim Dillon (Guy Pearce) ist ein ehemaliger Texas Ranger, der nach einem für seinen Partner katastrophgal verlaufenen Einsatz seinen Dienst quittiert hat. Seitdem arbeitet er als Marshal in dem Städtchen Horse Cave – auf der Blu-ray-Hülle seltsamerweise Silver Rock genannt – und hat seit jenem fatalen Ereignis keine Waffe mehr angerührt.

In diese beschauliche Idylle platzt eines Tages eine Biker-Bande, deren Anführer Diablo (Devon Sawa, neben Pearce der einzige Schauspieler hier, der diese Berufsbezeichnung zu Recht trägt) den Raub von über 15 Millionen Dollar plant, mit denen ein Geldtransporter zur örtlichen Bank unterwegs ist. Wird es Marshal Dillon, lediglich unterstützt von seinem Deputy, gelingen, die Bande unschädlich zu machen? Ist der Papst katholisch? Kacken Bären in den Wald?

Man weiß gar nicht, womit man in seiner Kritik an diesem totalen Fiasko beginnen soll: Der Plan der Bande bzw. dessen Ausführung ergeben absolut keinen Sinn, was man schon daran erkennen kann, dass mit dem Durchschneiden eines einzigen Kabels (!) die gesamte Kommunikation des Ortes zerstört wird. Und auch die tiefere Bedeutung hinter der Verlegung der Geiseln von der Bank in die Kirche erschließt sich nicht. Diese etwa 10 Personen scheinen übrigens alle Einwohner von Horse Cave zu sein, denn sonst sieht man während der gesamten Laufzeit des Films niemanden! Diverse, vollkommen überflüssige Nebenhandlungen werden angerissen – die bevorstehende Wahl des Bürgermeisters, die vergeblichen Anmachversuche eines der beiden Geldtransporteure – ohne weiterverfolgt zu werden. Figuren laufen sinn- und ziellos in der Gegend herum, Marschall Dillon wirft ein zuvor erbeutetes modernes Gewehr achtlos weg, nur um wenig später in aller Ruhe seine alte Pistole aus seinem Haus zu holen. Und als Höhepunkt galoppiert der einsame Gesetzeshüter sogar auf einem Pferd hinter Diablo her, der auf einem Motorrad zu entkommen versucht. Echt cool!

Regisseur York Alec Shackleton – diesen Namen bitte gut merken und in Zukunft einen großen Bogen um alles machen, was er zu verantworten hat – ist nicht in der Lage, auch nur eine einzige Actionsequenz halbwegs adäquat zu inszenieren, denn die zahlreichen Schießereien sehen aus, als hätte eine Amateurtruppe beschlossen, einen Film zu drehen, sind größtenteils völlig zusammenhanglos und besitzen Null Spannung. Die Leistungen aller Akteure – mit der bereits erwähnten Ausnahme der beiden Hauptdarsteller – laden zum Fremdschämen ein. Immerhin haben die Produzenten offensichtlich sämtlichen Frauen – eine davon trägt den schönen Namen Barbie Blank –  vor Drehbeginn eine extra Portion Botox spendiert, was die ganze Sache aber auch nicht unbedingt ansehnlicher macht.

Bleibt nur noch die Frage, was ein gestandener Schauspieler wie Guy Pearce in diesem Totalausfall zu suchen hat. Normalerweise erwartet man in solchen Machwerken inzwischen jemanden wie John Travolta oder Nicholas Cage – mit dem Shackleton übrigens sein Erstlingswerk 211 inszeniert hat – aber offensichtlich war selbst denen das Drehbuch einfach zu schlecht. Apropos schlecht: Fallen Sie bitte nicht auf den in solchen Fällen gern zitierten Satz rein „Der Film ist so schlecht, dass er schon wieder gut ist.“ Er ist so schlecht, dass es einen graut!

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