Project Ithaca

Land: USA 2019  Regie: Nicholas Humphries  Mit: Daniel Fathers, Alex Woods, Caroline Raynaud  : 2-2020  Label: Meteor  FSK: 16 – Ein Beitrag von Julian Dax:

© Meteor

Im englischen Sprachgebrauch gibt es den schönen Begriff „mindfuck“. Gemeint sind damit vor allem Filme, die den Zuschauer ratlos und verwirrt zurücklassen, wobei man an dieser Stelle unbedingt einen wesentlichen Unterschied hervorheben sollte: auf der einen Seite wurden Filme wie 2001 – Odyssee im Weltraum, Inception oder Matrix damit bedacht, Filme also, die eigentlich über jeden Verdacht erhaben sind und den Zuschauer dazu animieren sollen, seine kleine grauen Zellen zu benutzen und sich mit Freunden und Bekannten über Sinn und Unsinn des Gesehenen auszutauschen. Die o.a. Beispiele stehen demnach für einen positiven Aspekt von „mindfuck movies“. Daneben jedoch gibt es eine unzählige Menge von Machwerken, die zwar auch in diese Kategorie fallen, allerdings in negativem Sinne. Hier stimmt in der Regel so gut wie nichts, sie hinterlassen beim Zuschauer lediglich ein großes, verständnisloses „HÄ???“

Fünf völlig Fremde kommen in einer absolut hilflosen Lage zu sich und wissen zunächst einmal weder, wo sie sich befinden, noch, wie sie dahin gekommen sind und was man von ihnen überhaupt will. Nach und nach – und mit Hilfe einiger langatmiger nachträglicher Erklärungen – stellen sie fest, dass sie sich an Bord eines fremden Raumschiffes befinden. Diese eindeutig feindselig gesinnten Aliens entführen bereits seit geraumer Zeit Menschen, um mit deren unfreiwilliger Hilfe eine weltweite Invasion vorzubereiten. Doch diese Fünf setzen sich zur Wehr…

Besonders originell ist die Ausgangssituation schon einmal nicht, denn die kennt man sowohl aus Cube als auch Saw. Project Ithaca behauptet nun, eine Mischung aus Sci-Fi und Horror zu präsentieren, doch leider ist es weder das Eine noch das Andere. Stattdessen wird man Zeuge endlos erscheinender Debatten, die sich zwar wissenschaftlich geben, im Grunde jedoch als sinnloses Techno-Gebabbel erweisen. Dazwischen sieht man immer wieder kurz eingestreute Bilder von irgendwelchen schlangenartigen Wesen, die an das Monster aus Stranger Things erinnern, jedoch auf Grund des vermutllich sehr geringen Budgets nicht besonders beeindrucken können.

Vollkommen unmotiviert erscheint irgendwann eine freundliche ältere Dame, die pseudo-philosophische Sätze an die Protagonisten äußert und somit doch sehr offensichtlich an „das Orakel“ aus der Matrix-Trilogie erinnert, ausgerechnet eine der überflüssigsten Figuren, die sich die Wachowski-Schwestern ausgedacht haben.

Und so kommt einem Project Ithaca trotz seiner gnädig kurzen Laufzeit von 82 Minuten unverhältnismäßig lang vor, und ständig fragt man sich, was genau die Macher eigentlich im Sinn hatten; der Film ist nicht originell, er ist nicht spannend, er ist nicht komisch und auch nicht gruselig. Er iat einfach nur ein ärgerlicher „Mindfuck“.


DVD:

Laufzeit: ca. 82 Minuten
Bildformat: 2,35:1 / 16:9
Ton: Deutsch DD 5.1, Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch

Blu-ray:

Laufzeit: ca. 85 Minuten
Bildformat: 2,35:1 / 1080p23,98
Ton: Deutsch DTS-HD Master Audio 5.1, Englisch DTS-HD Master Audio 5.1
Untertitel: Deutsch

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Eine Antwort zu Project Ithaca

  1. Stepnwolf schreibt:

    Dann doch lieber noch einmal „Inception“ schauen. So wie ich vor kurzem im Kino. 🙂

    Liken

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