Vor der Klappe ist Chaos – Hommage an den Neuen Deutschen Film

Autor: Beat Presser  Verlag: Zweitausendeins, Februar 2020  Umfang: Hardcover, 288 Seiten  ISBN: 978-3-96318054-5  Preis: 49.90  Euro

© Beat Presser/Zweitausendeins

Der Schweizer Beat Presser (* 1952, Webseite) ist Autor, Fotograf und Kameramann. Er porträtierte in den 70ern unter anderem R.W. Fassbinder und Klaus Kinski. Seine ersten Kontakte mit dem praktischen Filmemachen hatte er am Set von Werner Herzogs Fitzcarraldo und Cobra Verde. Im Jahre 2003, zum 60. Geburtstags des Regisseurs, veröffentlichte Presser davon einen Text- und Fotoband mit dem schlichten Titel Werner Herzog.
Ab etwa 2010 war er dann auch damit beschäftigt, ein Buch und eine Ausstellung zum Neuen Deutschen Film zu realisieren.

Diese Ausstellung mit dem Namen Aufbruch und Umbruch war 2019 in München zu sehen, derzeit ist sie im – aktuell geschlossenen – Willy-Brandt-Haus in Berlin beheimatet.

Das mir vorliegende Buch aus dem einst legendären Hause Zweitausendeins Vor der Klappe ist Chaos ist weit mehr als nur ein Begleitband zur Ausstellung: Beat Presser hat jahrelang mit Protagonisten des Neuen Deutschen Films Gespräche geführt und sie fotografiert, die Orte durften sich die Interviewpartner/innen dabei selbst aussuchen.

© Beat Presser/Zweitausendeins

Das Vorwort aus der Feder Volker Schlöndorffs (mit seinem Film Die Blechtrommel hatte meine Kinoleidenschaft einst begonnen…) trägt den sinnigen Titel 55 Wege zum Film.

Die ersten Kapitel des Buches im Querformat sind kleine Textsammlungen der Filmschaffenden zu den Themen Oberhausener Manifest, Autorenfilm, Kamera, Ton sowie Regisseur/innen im Allgemeinen. Wie z.B. Edgar Reitz über den Ton:

„Erst jetzt kommt die Klappe. Und die Klappe wird geschlagen – ein magisches Ritual! Dieses Holzstück, das zusammengeschlagen wird, erzeugt ein charakteristisches Geräusch, und wer je im Film mitgearbeitet hat, weiß, nach der Klappe beginnt die Wahrheit. Vor der Klappe ist Chaos.“   (Seite 38)

© Beat Presser/Zweitausendeins

Es folgt der Hauptbereich des Bandes mit dem Titel 55 Filmschaffende:

Die Künstler und Handwerker werden alphabetisch aufgeführt: Wir starten mit Mario Adorf und enden bei Anja S. Zäringer. Es finden sich folgende Gewerke (m/w/d): Schauspieler, Autor, Regisseur, Produzent, Regieassistent, Produktionsleiter, Szenenbildner, Editor, Kameramann, Kostümbildner, Maler, Fotograf, Kinobetreiber, Filmkritiker, Herausgeber, Festivalleiter, Komponist, Tonmeister, Darsteller, Musiker, Script/Continuity…

Alle Filmschaffenden sind zwischen 1929 und 1947 geboren, einzig Eva Mattes (* 1954) ist jüngeren Datums. Von den Kreativen leben aktuell sechs nicht mehr: Michael Ballhaus, Peter Berling, Burkhard Driest, Bruno Ganz, Bruno S. und Helma Sanders-Brahms.

© Beat Presser/Zweitausendeins

Jedem der 55 Filmschaffenden – darunter 19 Frauen – sind zwei bis sechs Seiten gewidmet, die größtenteils mit ganzseitigen und sehr beeindruckenden Fotografien bedruckt sind. Die Kreativen erzählen aus ihrem Leben und Schaffen. Kurze, aber sehr persönliche Texte, die aufschlussreich, unterhaltsam und informativ sind.

Im letzten Abschnitt finden wir Kurzbiografien aller Beteiligten.


Vor der Klappe ist Chaos – Hommage an den Neuen Deutschen Film ist jetzt schon einer meiner persönlichen Kandidaten für das Filmbuch des Jahres 2020.

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