The Informer

Land: USA 2019  Regie: Andrea Di Stefano  Mit: Joel Kinnaman, Rosamund Pike, Common, Ana de Armas, Clive Owen  Label: Wild Bunch  : 24.4.2020  FSK: 16 – Ein Beitrag von Julian Dax:

© Wild Bunch

Es ist schon eigenartig; während sehr viele Netflix-Produktionen immer mehr Kinoqualität aufweisen, gibt es umgekehrt nach wie vor Filme, die für die große Leinwand gedacht sind, eine durchaus imposante Besetzung aufweisen – und letztlich dennoch maßlos enttäuschen.

Als für etliche solcher Produktionen stellvertretendes Musterbeispiel hierfür mag The Informer dienen, der neue Film des italienischen Schauspielers bzw. Regisseurs Andrea Di Stefano.

Im Mittelpunkt der Handlung steht der polnisch-stämmige ehemalige Elitesoldat Pete Koslow (Joel Kinnaman), der auch eine Knast-Vergangenheit hat. Schon zu Beginn erfährt man, dass er undercover für das FBI tätig ist, vertreten durch die beiden Agenten Wilcox (Rosamund Pike) und Montgomery (Clive Owen). Mit seiner Hilfe wollen sie die polnische Mafia New Yorks zur Strecke bringen, die Stadt und Land mit einer neuen synthetischen Droge überschwemmt. Doch bei der Operation läuft etwas massiv schief, und am Ende bleibt ein toter Polizist der NYPD übrig, während sich das FBI vornehm zurückhält, da das alles mit nicht ganz legalen Mitteln über die Bühne lief.
So sitzt Koslow nun zwischen sämtlichen Stühlen und wird gleich von drei Seiten bedrängt: sowohl die polnische Mafia, als auch FBI und NYPD wollen sichergehen, dass er mit seinen Erkenntnissen nicht an die Öffentlichkeit geht. Um seine Frau (Ana de Armas) und Tochter zu schützen, muss sich Koslow auf einen äußerst dubiosen Deal einlassen, für den er sich erneut ins Gefängnis begeben muss…

Während man zu Beginn von The Informer noch eine gewisse Hoffnung hegen mag, die Geschichte könnte für zwei unterhaltsame Stunden sorgen, auch wenn die Ausgangssituation – jemand, der im Grunde nur sich und seine Familie retten will, muss unfreiwillig noch einmal eine Straftat begehen – nicht unbedingt originell ist. Doch nach ca. 30 Minuten wird die Handlung immer abstruser, um dann am Ende völlig zu entgleisen; man muss schon bereit sein, sei Gehirn auf Null zurückzufahren, um den so gezeigten Gefängnisausbruch zu akzeptieren.

Doch auch der Rest kommt einem immer mehr vor wie „Malen nach Zahlen“; weder zeigt das Drehbuch Interesse an den Figuren, noch schert es sich um so etwas wie Plausibilität, was Motive und Verhaltensweisen der einzelnen Charaktere betrifft. Und die erstklassige Besetzung scheint es während der Dreharbeiten geahnt zu haben; während der eigentlich immer sehenswerte Joel Kinnaman trotz seiner mehr als vagen und unterentwickelten Rolle noch Einsatz zeigt, wird das Desinteresse vor allem von Rosamund Pike und Clive Owen in fast jeder ihrer Szenen sichtbar – und im Falle von Owen auch hörbar: Man lausche nur der Original-Tonspur, wo der britische Schauspieler nach kurzer Zeit seinen amerikanischen Akzent aufgibt und auf einmal lupenreines Englisch spricht.

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