Das perfekte Geheimnis

Land: Deutschland 2019  Regie: Bora Dagtekin  Mit: Elyas M’Barek, Florian David Fitz, Jella Haase, Karoline Herfurth, Frederick Lau, Wotan Wilke Möhring, Jessica Schwarz  LabelConstantin Home Entertainment  VÖ: Ende März 2020  FSK: 12 – Ein Beitrag von Julian Dax:

© Constantin Film

Offensichtlich hat Paölo Genoveses 2016 entstandener Film Perfetti Sconosciuti einen Nerv getroffen; wie sonst lässt es sich erklären, dass es davon mittlerweile 18 (!) weitere Versionen gibt, darunter auch eine spanische, eine griechische und eine französische.
Letztere ist auch diejenige, die bei uns auf Netflix unter dem Titel Le Jeu – Nichts zu verbergen lief.
Und auf eben dieser Version beruht auch der erfolgreichste deutschsprachige Kinofilm des vergangenen Jahres, Bora Dagtekins Das perfekte Geheimnis.

Drei Frauen, vier Männer, sieben Smartphones. Und die Frage: Wie gut kennen sich die seit ihrer Kindheit miteinander befreundeten Menschen eigentlich? Als sie bei einem gemeinsamen Abendessen auch auf das Thema „Ehrlichkeit“ zu sprechen kommen, macht jemand den Vorschlag, dass alle Anwesenden ihre Smartphones eingeschaltet auf den Tisch legen; alles, was reinkommt, soll von allen geteilt werden. Nachrichten werden vorgelesen, Gespräche laut mitgehört, jede WhatsApp wird gezeigt. Was als harmloser Spaß beginnt, artet jedoch sehr schnell zu einem emotionalen Chaos aus, voller überraschender Wendungen und ungewollter Enthüllungen. Und es wird deutlich, dass in dem vermeintlich perfekten Freundeskreis wesentlich mehr Geheimnisse und Lebenslügen existieren, als es sich die Protagonisten jemals haben vorstellen können…

In den vergangenen Jahren hat sich vor allem Frankreich einen Namen gemacht mit niveauvollen Boulevardkomödien, die in der Regel den Weg von der Bühne auf die Leinwand fanden, wie z.B. Der Gott des Gemetzels oder Der Vorname. Und in diese Kategorie fällt auch Das perfekte Geheimnis, wenn auch ohne ursprüngliche Theaterversion. Kaum etwas bereitet schließlich so viel Vergnügen wie die geistreiche Demaskierung scheinbar mustergültiger Zeitgenossen in gesicherten Positionen. Und so lernt man auch im vorliegenden Fall u.a. einen Schönheitschirurgen, eine Psychotherapeutin, einen Lehrer und eine Werbefachfrau kennen, die in einer luxuriösen Wohnung zu einem gepflegten Essen zusammenkommen, an dessen Ende sie allerdings allesamt ziemlich zerrupft dastehen.

Insofern ist Das perfekte Geheimnis im Grunde genommen eher eine Tragikomödie als eine reine Lachparade, denn für einige der Figuren ergeben sich im Laufe des Abends massive existenzielle Probleme. Doch Bora Dagtekin, der auch für Drehbuch und Produktion zuständig ist, weiß natürlich nur zu gut, dass mit Tragikomödien wesentlich weniger Zuschauer ins Kino zu locken sind und er als Regisseur der Fack ju Göhte-Filme gewisse Erwartungen zu erfüllen hat. Und so ist sicher auch seine Idee zu verstehen, den Film nicht da enden zu lassen, wo es sinnvoll wäre, sondern ihm noch ein wie angeklebt wirkendes Ende zu verpassen, was viele vorher ausgesprochene Wahrheiten zunichte macht, dafür aber den Zuschauer mit einem guten Gefühl entlässt.

Das ist bedauerlich, denn alle Darsteller, vor allem aber Florian David Fitz, der auch schon in Der Vorname glänzte, sind hervorragend und hätten es verdient, dass das Drehbuch die jeweiligen Krisen und Katastrophen ihrer Charaktere entsprechend ernst nimmt und nicht durch ein unglaubwürdiges und erzwungenes Happy End sich in Wohlgefallen auflösen lässt.


DVD:

Bildformat: 2.39:1 in 16:9
Tonformat: Deutsch Dolby Digital 5.1, Deutsch Dolby Digital 2.0, Deutsch Dolby Digital 2.0 Hörfilmfassung, Deutsch Dolby Digital 2.0 Audiokommentar, Deutsche Untertitel für Hörgeschädigte, Englische Untertitel
Länge: ca. 115 Min.
Extras: Behind the Scenes-Clips (ca. 3 Min.), Setaufbau (ca. 1 Min.), Outtakes (lange Version) (ca. 8 Min.), Extended Scenes (ca. 7 Min.), Interviews (ca. 25 Min.), Audiokommentar mit Elyas M’Barek und Florian David Fitz

Blu-ray:

Bildformat: 2.39:1 in 16:9
Tonformat: Deutsch DTS-HD 5.1, Deutsch Dolby Digital 2.0, Deutsch Dolby Digital 2.0 Hörfilmfassung, Deutsch Dolby Digital 2.0 Audiokommentar, Deutsche Untertitel für Hörgeschädigte, Englische Untertitel
Länge: ca. 120 Min.
Extras: Behind the Scenes-Clips (ca. 3 Min.), Setaufbau (ca. 1 Min.), Outtakes (lange Version) (ca. 9 Min.), Extended Scenes (ca. 8 Min.), Interviews (ca. 25 Min.), Audiokommentar mit Elyas M’Barek und Florian David Fitz

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