Arctic Circle – Der unsichtbare Tod

Originaltitel: Ivalo  Mit: Maximilian Brückner, Clemens Schick, Aleksandar Jovanovic, Iina Kuustonen  Label: edel:motion  FSK: 16  : 20.3.2020 – Ein Beitrag von Julian Dax:

© edel:motion

Wie schaffen es die Skandinavier mit ihren Serien – mit etwas Hilfe vom ZDF – sich nicht zu wiederholen, sondern immer wieder mit neuen Ideen und zum Teil noch extremeren Schauplätzen und noch abgründigeren Handlungselementen aufzuwarten?

Das jüngste Beispiel heißt Arctic Circle – Der unsichtbare Tod und ist eine zehnteilige Serie, die im Grenzgebiet zwischen Finnland und Russland angesiedelt ist, dem Gebiet also, das man als Lappland kennt und in dessen unendlich erscheinenden Weiten sich gerade einmal 5,5 Millionen Einwohner verlieren.

Mitten im Nirgendwo einer Schnee-und Eiswüste wird in einer schäbigen Hütte eine russische Prostituierte entdeckt, die bereits mehr tot als lebendig ist. Schon sehr bald folgen weitere weibliche Opfer, deren Gemeinsamkeit nicht nur darin besteht, dass sie alle weiblich sind und mit dem sog. „Hurenbus“ einsame Männer aus der Gegend regelmäßig aufsuchen; sie alle sind auch mit einem bisher unbekannten Erreger infiziert, dessen Wirkung noch nicht untersucht werden konnte. Während die junge Polizistin Nina Kautsalo (Iina Kuustonen) mit den Ermittlungen beauftragt wird, bekommt sie Verstärkung in Gestalt des deutschen Virologen Thomas Lorenz (Maximilian Brückner), der das im Blut der Prostituierten gefundene Virus erforschen soll. Doch sowohl die Ermittlungen als auch die Erforschung gestalten sich aus verschiedenen Gründen als äußerst schwierig…

Eigentlich ist es schade, dass die drei DVDs keinerlei Zusatzmaterial enthalten, denn man kann sich gut vorstellen, wie strapaziös die Dreharbeiten bei durchschnittlich minus 40 Grad für alle Beteiligten gewesen sein müssen, und das auch noch über viele Wochen lang. Doch fesselt Arctic Circle von Anfang an derart stark, dass man dieses kleine Manko leicht verschmerzen kann. Wie in skandinavischen Krimis mittlerweile üblich, geht es auch hier nicht nur um die Lösung eines besonders perfiden Falles, sondern mindestens ebenso viel Gewicht wird auf die Hauptfiguren selbst gelegt.

Nina ist alleinerziehende Mutter einer kleinen Tochter mit Down-Syndrom und Thomas‘ Ehe steht auf der Kippe und seine sich beinahe zwangsläufig entwickelnde Affäre mit Nina macht seine Situation auch nicht besser. Dazu kommt ein richtig unheimlicher Killer, den man ebenso in einem Horrorfilm verorten könnte, ein undurchsichtiger Pharmachef und eine ganze Reihe weiterer Figuren, die mehr oder weniger wichtige Rollen innehaben. Jedenfalls sind all diese Charaktere größtenteils so gut ausgearbeitet, dass man nur sehr selten den Eindruck gewinnt, hier werde nur Zeit geschunden, um die Serie auf zehn Episoden zu jeweils 45 Minuten zu strecken. Sogar die häufigen Fahrten mit dem Schneemobil, dem hauptsächlichen Fortbewegungsmittel, empfindet man nicht als unnötige Wiederholungen, sondern als feste und wesentliche Bestandteile der Handlung.

Und auch wenn manche das nun Folgende als kleinen Spoiler empfinden könnten, muss man der Vollständigkeit halber erwähnen, dass die eigentliche Geschichte zwar zu Ende geführt wird, der mehr als komplexe Fall jedoch noch nicht vollständig gelöst erscheint, sodass man wohl mit einer Fortsetzung rechnen kann. Und wenn diese dieselben Stärken aufweist und die Darsteller sich erneut auf die extremen Bedingungen bei den Dreharbeiten einlassen, ist sie auf jeden Fall sehr willkommen.

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Eine Antwort zu Arctic Circle – Der unsichtbare Tod

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