8

Land: Südafrika 2019  Laufzeit: 99 min.  Regie: Harold Hölscher  Mit: Tshamano Sebe, Keita Luna, Inge Beckmann, Garth Breytenbach  Label: Koch Films  VÖ: 27.2.2020  FSK: 16 – Ein Beitrag von Julian Dax:

© Koch Films

Es gibt Filme, die es weder dem Rezensenten noch dem Zuschauer besonders einfach machen.
Im vorliegenden Fall geht es bereits mit dem Titel los, denn man weiß nicht, wie man den überhaupt aussprechen soll. 8 ist schon einmal keine Zahl, auch wenn es so aussieht. Es ist auch kein senkrecht stehendes Symbol für Unendlichkeit.
Was es sein soll, sind zwei Kreise, die sich mit ihren Rändern berühren. Wofür das steht, soll jetzt hier allerdings nicht verraten werden, denn das wäre ein ziemlicher Spoiler.

Doch das ist nicht der einzige befremdliche Aspekt von 8, denn auch in Bezug auf die Handlung kann man sich im Grunde genommen nicht festlegen.

Lazarus trägt eine schwere Last im wahrsten Sinne des Wortes mit sich, denn über seiner Schulter hängt ein schwerer Sack mit mysteriösem Inhalt. Offensichtlich hat er einst eine schwere Schuld auf sich geladen, die er seitdem büßen muss, eine Schuld, die irgendetwas mit dem Tod seiner Tochter zu tun haben scheint. Als die bisher verlassene Farm, auf deren Gelände er sich aufhält, neue Besitzer bekommt, ist es vor allem deren kleine Adoptivtochter, die äußerst aufgeweckte Mary, die sein besonderes Interesse erregt…

Mehr sollte man über die Handlung von 8 nicht wissen, denn dann würden einen die zahlreichen Elemente nicht mehr überraschen, die der Film nach und nach präsentiert. Und diese Elemente holt sich Erstlingsregisseur Harold Hölscher sowohl im sog. „Gothic horror“ (Frau mit Kerzenleuchter geistert durch ein verlassenes Haus) als auch vor allem in der südafrikanischen Folklore, denn der Film ist dort angesiedelt.

Dabei vertraut der Regisseur so sehr auf die Faszination, die von den uns Europäern völlig fremden Kultur ausgeht, dass er auf jegliche Erklärungen verzichtet und den Protagonisten auch ihre eigene Sprache lässt  Entweder akzeptiert man, was man da sieht und hört, oder man lässt es eben bleiben.

Zum Glück stehen ihm mit Tshamano Sebe (Lazarus) und der kleinen Keita Luna (Mary) gleich zwei charismatische Darsteller zur Verfügung, denen es bei aller Fremdartigkeit des Gezeigten wunderbar gelingt, dass man an ihren Schicksalen Anteil nimmt. Wenn Sie also bereit sind für einen Film, den man tatsächlich als „ausgefallen“ bezeichnen kann, dann sollten Sie einen Blick riskieren. Echte Horror-Freaks warten lieber auf Saw 10.

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