After The Wedding – Jede Familie hat ein Geheimnis

Land: USA 2019  Regie: Bart Freundlich  Mit: Julianne Moore, Michelle Williams, Billy Crudup, Abby Quinn  Label: Euro Video  : 27.2.2020  FSK: 6 – Ein Beitrag von Julian Dax:

© Eurovideo

Nachdem erst kürzlich So ist das Leben bei uns auf DVD erschienen ist, kommt mit After The Wedding ein weiterer Film, der eine dramatische Familiengeschichte mit zahlreichen Drehs und Windungen präsentiert und den Rezensenten vor ein Dilemma stellt; da der Film von seiner Dramaturgie her so aufgebaut ist, dass man als Zuschauer ständig neue und überraschende Handlungselemente erlebt, die den Verlauf der Geschichte grundsätzlich verändern, sollte man nicht allzu viel über den eigentlichen Plot verraten. Deshalb muss eine möglichst knappe Inhaltsangabe genügen.

Isabel (Michelle Williams) ist eine Amerikanerin, die bereits seit Jahren ein Waisenhaus in Indien leitet. als sie eines Tages das überraschende Angebot einer großzügigen Spende von der äußerst wohlhabenden Besitzerin einer New Yorker Werbefirma erhält. Theresa Young (Julianne Moore) lädt Isabel ein und bezahlt den Flug und die luxuriöse Unterkunft in einem Nobelhotel. Als sich die beiden Frauen zum ersten Mal begegnen, macht Theresa jedoch Isabel klar, dass sie noch weitere Projekte für unterstützenswert hält und bittet sie deswegen um etwas Bedenkzeit. Da ihre Tochter Grace (Abby Quinn) am nächsten Wochenende heiratet, schlägt sie vor, dass Isabel noch ein paar Tage bleibt und auch der Hochzeit beiwohnt. Widerstrebend willigt Isabel ein, denn sie hat der Verwalterin des Waisenhauses versprochen, „mit einem Koffer voller Geld“ zurückzukehren. Doch nach der Hochzeit ist nichts mehr, wie es vorher war, denn das Leben aller Protagonisten, auch das von Theresas Mann, dem Bildhauer Oscar Carlson (Billy Crudup), ändert sich schlagartig…

Nimmt man es genau, ist After The Wedding auch nicht mehr als eine am Reißbrett konstruierte Schmonzette, die den Zuschauer mit ständig neuen Überraschungen bei der Stange halten, ihn jedoch möglichst von rationalen Überlegungen abhalten soll. Doch im Gegensatz zum o.a. So ist das Leben, wo das ganze künstliche Konstrukt sehr schnell unter seiner Last zusammenbricht, schafft es Regisseur und Drehbuchautor Bart Freundlich, das Interesse wachzuhalten und auch eher unwahrscheinliche Entwicklungen zu akzeptieren.

Dazu kommen natürlich noch die beiden Hauptdarstellerinnen – praktischerweise ist Julianne Moore sowohl Freundlichs Ehefrau und Co-Produzentin – deren Schauspielkunst einen etliche haarsträubende Entwicklungen seufzend akzeptieren lassen. Zudem kann man immer wieder auch eine gewisse Kritik herauslesen am Leben und Treiben des einen Prozents von Amerkanern, die über 40 % des Gesamtvermögens der USA verfügen. Doch weil das Drehbuch, das übrigens auf Susanne Biers Film „Nach der Hochzeit“ basiert, bereits mit der nächsten Überraschung aufwartet, nimmt es sich leider nicht die Zeit, das Geschehen entsprechend ausführlch auszuarbeiten und dem Zuschauer die Gelegenheit zu geben, das Gesehene zu verarbeiten. Und das führt denn auch auch zu einer gewissen Oberflächlichkeit.

Und wenn After The Wedding da endet, wo er angefangen hat – im indischen Waisenhaus – hat man zwar das Gefühl, am Leben einiger nicht uninteressanter Charaktere teilgenommen zu haben, doch wirklich verblüfft, erfreut, erschüttert oder bewegt ist man nicht.

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Eine Antwort zu After The Wedding – Jede Familie hat ein Geheimnis

  1. Robert Belzner schreibt:

    Dann doch lieber nochmal das Original von Susanne Bier ansehen. Obwohl das auch nicht ihr bester Film ist.

    Liken

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