Grantchester – Staffel 3

Regie: Div.  Mit: James Norton, Robson Green  Label: edel:motion  FSK: 16  : 21.2.2020 – Ein Beitrag von Julian Dax:

© edel:motion

Während es Grandchester in Großbritannien bereits auf fünf Staffeln gebracht hat, erscheint bei uns erst die dritte. Und was an dieser Stelle bereits über die ersten zwei Staffeln sowie dem „Christmas Special“ zu lesen war, gilt auch uneingeschränkt für die aktuellen Episoden.
Erneut bieten sie die beliebte und bewährte Mischung aus im Grunde wenig spektakulären Kriminalfällen und dem Privatleben der Hauptfiguren, vor allem natürlich dem von Pfarrer Sydney Chambers (James Norton) und Kriminalinspektor Geordie Keating (Robson Green). Im Vergleich zu den ersten beiden Staffeln hat man diesmal allerdings den Eindruck, als würde das Privatleben mehr in den Mittelpunkt gerückt. So muss sich Sydney allmählich entscheiden, was er eigentlich möchte; zwar ist er mit Leib und Seele Pfarrer, doch gleichzeitig liebt er Amanda Hopkins (Morven Christie), eine verheiratete Frau. Sie hat sich zwar von ihrem Mann getrennt, doch selbst im Fall einer Scheidung dürfte Sydney sie als geschiedene Frau nicht heiraten, weil das die anglikanische Kirche verbietet.

Überhaupt werden die mehr als rigiden Moralvorstellungen der Kirche in den Fünfzigern mehr als nur einmal in Frage gestellt. So empfiehlt der neue Erzdiakon dem heimlich schwulen Hilfspfarrer Leonard Finch (Al Weaver), er möge sich endlich eine Frau suchen, damit kein Gerede entstehe. Finch folgt seinem Rat, natürlich mit den voraussehbaren desaströsen Konsequenzen. Und der zwischen Pflicht und Liebe hin-und hergerissene Sydney stellt sich mehr als einmal die Frage, warum Gott Menschen für ihre Liebe zu einem anderen Menschen bestrafen sollte.

Aber auch Geordie gerät in schwere Gewissenskonflikte; der bis dahin offenbar glücklich verheiratete vierfache Vater erliegt den Reizen seiner Sekretärin und beginnt eine verhängnisvolle Affäre.

Die in den wiederum sechs Episoden abgehandelten Kriminalfälle, bei denen Sydney seinen Freund Geordie wiederum tatkräftig unterstützt, reichen von Überfällen auf Postfilialen über Giftmorde an verhassten Verlobten bis hin zu einem verschwundenen Schüler und werden, wie es in Grantchester üblich ist, nicht mit Faust oder Waffe gelöst, sondern mit dem Kopf.

Und auch in Bezug auf das Zeitkolorit hat man nach wie vor den Eindruck, die Serie spiele nicht nur in den Fünfzigern, sondern sei auch in dieser Zeit entstanden, so natürlich wirken Kostüme und Dekors. Wem also die ersten beiden Staffeln gefallen haben, kann auch diesmal bedenkenlos zugreifen.

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