Das letzte Ufer

Originaltitel: On The Beach  Land: USA 1959  Regie: Stanley Kramer  Mit: Gregory Peck, Ava Gardner, Fred Astaire, Anthony Perkins  LabelStudio Hamburg Enterprises  VÖ: 6.12.2019  FSK: 16  – Ein Beitrag von Julian Dax

© Studio Hamburg

Es ist zwar kaum zu glauben, aber es gibt auch durchaus intelligente Katastrophenfilme, mit denen Roland Emmerich absolut nichts zu tun hat und die nicht daran interessiert sind, möglichst spektakuläre Bilder von zusammenstürzenden Wolkenkratzern, brechenden Staudämmen oder sich plötzlich auftuenden Erdspalten zu zeigen.

Solch ein Film ist z.B. der 1959 entstandene Das letzte Ufer (On The Beach) vom renommierten Regisseur und Produzenten Stanley Kramer.

Man schreibt das Jahr 1964. Nach einem verheerenden Atomkrieg ist die komplette Menschheit praktisch ausgelöscht. Nur in Australien ist menschliches Leben noch möglich, doch die radioaktive Wolke befindet sich bereits auf dem Weg in die südliche Hemisphäre. Als man aus Kalifornien plötzlich Funksignale empfängt, wird das amerikanische U-Boot „Schwertfisch“ mit seinem Kapitän Towers (Gregory Peck) sowie dem australischen Verbindungsoffizier Holmes (Anthony Perkins) dorthin beordert, um festzustellen, ob noch jemand am Leben ist. Doch diese Hoffnung erweist sich als äußerst trügerisch…

Das letzte Ufer ist aus heutiger Sicht ein eigenartiger Hybrid aus Melodram und politischer Botschaft. So wird man zunächst einmal sowohl Zeuge einer aufkeimenden Liebe zwischen Towers und der rassigen Moira Davidson (Ava Gardner) als auch des Eheglücks von Holmes und seiner Frau Mary, bevor die Stimmung des Filmes kippt und sich eine unheilvolle Atmosphäre breitmacht; sehr schnell wird deutlich, dass es keine Hoffnung für die noch Lebenden gibt und es nur eine Frage der Zeit ist. Und wer nicht warten möchte, kann sich im Krankenhaus ganz offiziell Gifttabletten besorgen.

In strengem Schwarz-Weiß gedreht und unter Verzicht auf jegliche Sensationshascherei schildert Kramer die letzten Tage der Menschheit, wobei er sich mit direkten Schuldzuweisungen merklich zurückhält und es lediglich bei Andeutungen belässt. Über allem jedoch schwebt merkwürdigerweise seine Grundthese, dass die Menschen im Grunde genommen zwar schwach und dumm sind, aber dennoch Rettung verdienen.

Wer also Schauspieler sehen möchte, die noch völlig zu recht als Stars bezeichnet wurden – neben den bereits genannten ist auch Fred Astaire in einer für ihn untypischen Rolle zu sehen – und sich auf einen langsam erzählten, äußerst dialoglastigen Film einlassen möchte, dem sei Das letzte Ufer empfohlen. Andere Freunde von im Kino gezeigten Weltuntergängen sollten lieber zu The Day After Tomorrow oder 2012 greifen.


DVD INFO: Laufzeit: 128 Min., Bildformat: 16:9, Tonformat: DD 5.1 , Sprache: Deutsch / Englisch
BLU-RAY INFO: Laufzeit: 133 Min., Bildformat: 16:9, Tonformat: DD 5.1 , Sprache: Deutsch / Englisch

Dieser Beitrag wurde unter Drama, Kriegsfilm, SciFi abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.