Fast & Furious: Hobbs & Shaw

Land: USA 2019  Regie: David Leitch  Laufzeit: 136 min.  Mit: Dwayne Johnson, Jason Statham, Idris Elba, Vanessa Kirby, Eiza González  Label: Universal : 12.12.2019  FSK: 12 – Ein Beitrag von Julian Dax:

© UNIVERSAL

Wie man vernehmen konnte, gab es während der Dreharbeiten zum letzten offiziellen Fast & Furious– Film gewisse Unstimmigkeiten hinter den Kulissen zwischen den beiden Alpha-Männchen Vin Diesel und Dwayne Johnson. Ergebnis? Vin Diesel macht eine „kreative Pause“, um demnächst – wahrscheinlich mit Hilfe einer kleinen Gehaltserhöhung – zum nächsten Teil zurückzukehren. Und damit es den Fans bis dahin nicht langweilig wird, drehte man derweil ein sog. „Spin-off“, d.h. man bediente sich zweier bereits eingeführter Charaktere, um einen eigenständigen Film der äußerst lukrativen Reihe zu drehen. Ob das wirklich so eine gute Idee war? Hm…

Brixton (Idris Elba, beeindruckend wie immer), eine Art unverwundbarer Cyborg, ist hinter einem Virus her, das die gesamte Weltbevölkerung innerhalb kürzester Zeit auslöschen könnte. Das Virus befindet sich in den Händen des britischen MI 6, genauer der super-taffen Agentin Hattie Shaw (Vanessa Kirby, ein Lichtblick) – und die ist zufällig die Schwester des einstigen Schwerverbrechers, jetzt zum Guten bekehrten Deckard Shaw (Jason Statham, stoisch, wie man es von ihm gewohnt ist). Zusammen mit seinem CIA-Kollegen Luke Hobbs (Dwayne Johnson, was kann man über ihn noch sagen?) soll er das Serum wiederbeschaffen, seine Schwester und die gamze  Menschheit retten und sich dazwischen immer wieder mit seinem Partner wider Willen kabbeln, als wären sie beide aus einem der populären Buddy-Movies der Achtziger entsprungen.

Eigentlich könnte man von Regisseur David Leitch, dem man immerhin John Wick, Atomic Blonde und Deadpool 2 zu verdanken hat – alles Musterbeispiele für gelungene Action-Kracher – erwarten, dass er im vorliegenden Fall etwas Ähnliches zustande bringt; doch leider lässt ihn das zum Teil hirnrissige Drehbuch diesbezüglich völlig im Stich. Während man die erste Hälfte des (zu) langen Filmes trotz der unsinnigen SF-Elemente in die Rubrik „anspruchslose Unterhaltung“ stellen kann, fällt der zweite Teil vollkommen auseinander; die Handlung ergibt immer weniger Sinn, die Action-Sequenzen wirken immer künstlicher und absolut fern jeglicher physikalischer Gesetzmäßigkeiten und sind zudem derart hektisch und unübersichtlich montiert, dass es einem nach kürzester Zeit völlig gleichgültig wird, was gerade abläuft. Dazu schleichen sich auch noch Schlampigkeiten ein: So wandelt sich ein Angriff bei Nacht in nur wenigen Minuten zu einem Angriff bei Tageslicht.

Und leider nutzt sich auch das Gekabbel der beiden Hauptfiguren schneller ab als erwartet und ergeht sich im Grunde in ständigen Wiederholungen, die einfach nicht komisch sind. Und da beide erst beim Endkampf gegen die übermächtige Mischung aus „Black Superman“ und „Terminator“ auf den Gedanken kommen, dass sie ihn nur gemeinsam besiegen können, muss man ihnen auch noch eine gehörige Portion Dummheit attestieren.

Wenigstens besitzt Hobbs & Shaw mit Vanessa Kirby eine Darstellerin, die praktisch jede Szene, in der sie auftritt, an sich reißt und beweist, dass sie keine tumben Retter braucht, sondern für sich selber sorgen kann. So bleibt lediglich zu hoffen, dass die angedeutete Fortsetzung sie in den Mittelpunkt stellt, denn von den hier noch titelgebenden Figuren kann man wohl kaum etwas Originelles mehr erwarten.

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Eine Antwort zu Fast & Furious: Hobbs & Shaw

  1. Olinator schreibt:

    Ich fand den ganz nett als kurzweilige oberflächliche Unterhaltung. Mehr aber auch nicht, denn tatsächlich: Es ist einem bald alles egal (auch der Kurzauftritt von Roman Reigns, weil nicht wirklich spektakulär), und man gleitet in dumpfes Konsumieren ab – auch eine Form wohltuender Entspannung. Und Vanessa Kirby habe ich ebenfalls als einzigen Lichtblick in Erinnerung (Frauen sähen das allerdings vielleicht anders ;)).

    Gefällt 1 Person

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