A Rainy Day in New York

Land: USA 2018  Regie: Woody Allen  Dauer: 92 min.  Mit: Elle Fanning, Timothée Chalamet, Liev Schreiber, Jude Law, Diego Luna, Selena Gomez, Cherry Jones   Kinostart: 5.12.2019  FSK: 12 – Ein Beitrag von Julian Dax:

© Filmwelt

Armer Woody Allen. Zumindest in den USA hängt ihm nach wie vor der Prozess wie ein Mühlstein um den Hals, den seine ehemalige Ehefrau Mia Farrow angestrengt hatte. Der Vorwurf: Er habe die damals erst siebenjährige gemeinsame Pflegetochter Dylan missbraucht. Auch wenn Allen freigesprochen wurde, hatte das Echo für ihn fatale Folgen; A Rainy Day In New York, finanziert von Amazon, wurde 2018 zunächst einmal auf Eis gelegt, weitere gemeinsame Projekte abgesagt und nach wie vor hat der Film in seinem Ursprungsland keinen Starttermin. Zwar hat ihm auch Warner Bros. – sein langjähriger Verleih in Deutschland – die kalte Schulter gezeigt, doch dafür ist eine andere Firma in die Bresche gesprungen und bringt den Film am 5. Dezember bei uns in die Kinos.

In A Rainy Day In New York  begegnen wir am besagten regnerischen Tag etlichen Figuren, wie man sie bereits aus einer ganzen Reihe von typischen Allen-Filmen kennt. Der aus reichem Hause stammende Gatsby (Timothée Chalamet) studiert ohne große Begeisterung an einem kleinen College unweit von New York. Seine Freundin und Kommilitonin Ashleigh (Elle Fanning) schreibt nebenbei für die College-Zeitung und bekommt zu ihrer großen Freude den Auftrag, den berühmten Regisseur Roland Pollard (Liev Schreiber) in New York anlässlich seines neuen Filmes zu interviewen. Also beschließt Gatsby, diesen Umstand zu nutzen, mit Ashleigh ein romantisches Wochenende in New York zu verbringen und ihr die Stadt zu zeigen, in der seine reichen Eltern leben.

Doch leider geht so ziemlich alles schief, und das verliebte Pärchen wird getrennt; während Ashleigh dem Charme des in einer Krise steckenden Regisseurs verfällt und zusätzlich einen Blick in die Filmwelt werfen darf, begegnet Gatsby u.a. Chan (Selena Gomez, eine echte Entdeckung als Darstellerin!), der jüngeren Schwester seiner Ex-Freundin. Und am Ende des im Grunde unspektakulären Tages sind die Karten vollkommen neu gemischt…

Woody Allen unternimmt erst gar nicht den Versuch, etwas Neues zu riskieren, und das ist auch gut so. Angefangen bei Vorspann und Musik, über seinen ebenso schluffigen wie neurotischen jungen Mann aus gutem Hause, ein auch im Regen fantastisch aussehendes New York bis hin zu den geistreichen und pointierten Dialogen, von denen in erster Linie Selena Gomez profitiert – es ist praktisch alles vorhanden, was man an den meisten seiner Filme so schätzt.

Und dem erstklassigen Schauspielerensemble sieht man die Freude geradezu an, mit der sie agieren – auch wenn einige ihre Gage nachträglich an Organisationen gespendet haben, die sich für die Rechte misshandelter Frauen einsetzen, nur um nicht in den Sog der Negativ-Propaganda über den Filmemacher hineingezogen zu werden.

Alles in allem gelingt A Rainy Day In New York tatsächlich das Kunststück, dass man wenigstens über seine Laufzeit keinen Gedanken an die Schwierigkeiten des Filmemachers denkt, sondern in die gezeigte Welt der Privilegierten mit ihren im Grunde nichtigen Sorgen und Problemen eintaucht und sich bestens unterhalten fühlt. Erst nach dem Abspann fragt man sich besorgt, wie es mit Woody Allen wohl weitergehen mag.

Dieser Beitrag wurde unter Komödie abgelegt und mit , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.