Catherine the Great

Land: GB 2019  Regie: Philip Martin  Mit: Helen Mirren, Jason Clarke, Rory Kinnear, Gina McKee  Label: edel:motion  FSK: 16  : 28.11.2019 – Ein Beitrag von Julian Dax:

© edel:motion

 

Helen Mirren gehört wohl momentan zu den fleißigsten Schauspielerinnen der Welt. Kaum hat man sie in Luc Bessons Anna in scheußlicher Aufmachung als skrupellose KGB-Chefin gesehen, spielt sie nun in der vierteiligen Miniserie von SKY und HBO die berühmt-berüchtigte Kaiserin, der als einziger Herrscherin der Beiname „die Große“ zuteil geworden ist.

Man schreibt das Jahr 1762. Nachdem die aus Deutschland stammende Zarin Katharina ihren unfähigen Ehemann Peter III. ins Gefängnis hat werfen lassen, ist sie Alleinherrscherin von Russland. Doch ihre nächste Umgebung macht ihr das Regieren sehr schwer, und sie kann im Grunde niemandem vertrauen; ihr Langzeitliebhaber Grigory Orlov fordert den öffentlichen Status als Ehemann, ihr ungeliebter Sohn Paul versucht, seinen Anspruch auf den Thron geltend zu machen, und die Adligen sind alles andere als begeistert, als sie weitreichende Reformen ankündigt, in deren Verlauf sie auch die Sklaverei in Russland abzuschaffen gedenkt.

Als der attraktive Leutnant Grigory Potemkin (Jason Clarke) am Hofe von St. Petersburg erscheint und in relativ kurzer Zeit Katharinas Vertrauen und Zuneigung gewinnt, glaubt sie, in ihm nicht nur den idealen Gefährten und Liebhaber gefunden zu haben, sondern auch den Mann, der ihre Vorstellungen von der politischen und militärischen Zukunft Russlands umsetzen kann. Mit seiner Hilfe und seinem Geschick als Heerführer wird das Land zu einer europäischen Großmacht.

Die vierteilige Serie sieht prächtig aus, denn sowohl die Kostüme als auch die Ausstattung bieten etliches fürs Auge, auch wenn manche Szenen fürs Fernsehbild etwas dunkel ausfallen. Im Gegensatz dazu sieht man immer wieder – in der Regel als Totale – die unermesslich weite Landschaft. Im Mittelpunkt steht die stürmische Beziehung zwischen Katharina und Potemkin, die zwischen Liebe und politischer Vernunft schwankt und zusätzllich dadurch erschwert wird, dass es beide mit der Treue nicht so ernst nehmen; wenn ihr danach ist, holt sich Katharina junge, attraktive Männer ins Bett, und auch Potemkin ist auf seinen zahlreichen militärischen Feldzügen kein Kind von Traurigkeit.

Auf jeden Fall nimmt man beiden Darstellern ab, dass ihre Charaktere zwar einander brauchen, ein permanentes Zusammenleben jedoch nicht möglich wäre. Auch wenn aufgrund der Konzentration auf die beiden Hauptfiguren manches nicht ganz klar erscheint und einige historische Personen und Ereignisse zu kurz kommen, um wirklich Eindruck zu hinterlassen oder Sachverhalte zu klären, macht Helen Mirren all das mit ihrer ungeheuern Präsenz wieder wett und lohnt letztlich das Anschauen.

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