Yesterday

Land: USA 2018  Regie: Danny Boyle  Mit: Himesh Patel, Lily James, Sophia Di Martino, Ed Sheeran, Joel Fry, Kate McKinnon  Label: Universal : 8.11.2019  FSK: 0 – Ein Beitrag von Julian Dax:

© UNIVERSAL

 

Auch wer nur das geringste Interesse an den Beatles besitzt, muss zugeben, wie arm unsere Welt wäre ohne deren musikalisches Erbe.

Genau das ist die Ausgangssituation von Yesterday, bei dem gleich zwei  Hochkaräter federführend waren: Danny Boyle als Regisseur und Richard Curtis als Drehbuchautor.

Jack Malik (Himesh Patel) ist ein erfolgloser Musiker, an den lediglich seine Managerin und erste Liebe bereits in der Schule Ellie (Lily James, bezaubernd wie immer) glaubt. Nach einer weiteren Auftrtittspleite ist Jack fest entschlossen, den Bettel hinzuwerfen, als es zu einem folgenschweren Ereignis kommt; während Jack mit dem Fahrrad nach Hause fährt, gibt es einen weltweiten 12-sekündigen Stromausfall. Jack wird von einem Bus angefahren und landet im Krankenhaus. Als er wieder zu sich kommt, stellt er zufällig fest, dass niemand die Beatles kennt. Seine eigenen Schallplatten sind spurlos verschwunden, wenn er im Internet die Suchbegriffe „Beatles“ oder John und Paul eingibt, wird er auf Seiten mit Informationen über Käfer und Papst Johannes Paul geleitet.

Als er seine neue Gitarre – ein Geburtstagsgeschenk seiner Freunde. die ihn damit ermuntern möchten, mit der Musik weiter zu machen, mit „Yesterday“ einweiht und deren Reaktion auf diesen ihnen völlig unbekannten Song sieht, gibt er sich kurz entschlossen als dessen Autor aus. So schnell wie möglich lernt er zahlreiche weitere Beatles-Songs, und schon bald meldet sich Ed Sheeran persönlich, um ihm den Job als Vorprogramm zu seiner Tournee anzubieten. Als auch noch eine äußerst gerissene Musikmanagerin aus den USA (Kate McKinnon, klaut jede Szene, in der sie auftritt) ins Spiel kommt, muss sich Jack entscheiden, ob er eine Karriere als falscher Superstar möchte oder lieber bei seiner Jugendliebe Ellie bleiben…

In der ersten Hälfte des Filmes machen Boyle und Curtis alles richtig; die beiden Hauptfiguren harmonieren prächtig miteinander, die Idee mit dem fatalen Stromausfall wird zum Glück niemals erklärt, die Szene, in der Menschen zum ersten Mal in ihrem Leben eine der bekanntesten Melodien der Welt erstmalig hören, lässt einen selbst an die eigene „Yesterday“-Premiere denken. und Ed Sheeran, der mit einer enormen Portion an Selbstironie sich selbst spielt, ist einfach umwerfend und darf den schönen Satz äußern: „I was always told someone would come along and be better than me. You´re Mozart and I´m Salieri.“ Auch die Musikindustrie wird gehörig auf die Schippe genommen („Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band“ hat „zu viele Worte für einen LP-Titel“) , ebenso wie Bands, die ihre Karriere als quasi Wiedergänger ausschließlich den Beatles zu verdanken haben; als Jack „Oasis“ in seinen Laptop eingibt, fehlt jeder Verweis auf diese Band.

Und weil das alles so viel Spaß macht, fallen gewisse Mängel in der zweiten Hälfte umso schwerer ins Gewicht; da steht der moralische Konflikt, in den Jack natürlich geraten muss, im absoluten Mittelpunkt. Und Teil dieses Konflikts ist nicht nur Jacks schlechtes Gewissen bezüglich der Songs, sondern vor allem auch sein Verhältnis zu Ellie. Der Film findet zwar eine vollkommen unerwartete Lösung dieses Konflikts – mehr soll an dieser Stelle nicht verraten werden, außer dem Umstand, dass viele Beatles-Fans wohl heftig schlucken werden – und doch befriedigt diese Lösung nicht so richtig.

Was bleibt, ist ein Wohlfühlfilm mit zahlreichen unsterblichen Songs aus allen Schaffensepochen von vier genialen Männern und der Wunsch, deren Musik unbedingt den nachfolgenden Generationen zu vermitteln, damit sie niemals in Vergessenheit gerät.


DVD:

Laufzeit: 111 Min.
Ton: Dolby Digital 5.1 (D, EN, F, TRK)
Bild: 2,39:1 Anamorph Widescreen
Untertitel: D, EN, F, TRK, ARAB, DK, NL, FIN, HIND, ISL, N, S

Blu-ray:

Laufzeit: 116 Min.
Ton: Dolby Atmos (D, EN), Dolby Digital Plus 7.1 (I), Dolby Digital 5.1 (TRK)
Bild: 2,39:1 Widesreen in High Definition
Untertitel: D, EN, I, TRK

UHD:

Laufzeit: 116 Min.
Ton: Dolby Atmos (D, EN), Dolby Digital Plus 7.1 (I), Dolby Digital 5.1 (TRK)
Bild: 2,39:1 Widescreen (4K Ultra HD)
Untertitel: D, EN, I, TRK
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