Beast

Land: GB 1998  Laufzeit: 107 min.  Regie: Michael Pearce Mit: Jessie Buckley, Johnny Flynn, Trystan Gravelle, Geraldine James  Label: MFA+  : 25.10.2019  FSK: 16 – Ein Beitrag von Julian Dax:

© MFA+

 

„Überraschend & erschreckend“
„Beeindruckend clever“
„Ein fesselnder Psychothriller… unbedingt ansehen!“

Das sind die auf der Hülle stehenden Superlative über Beast, dem Erstlingsfilm von Michael Pearce.

Und was meint der geneigte Rezensent?

Hmm…

Moll (Jessie Buckley) ist eine junge Frau, die noch bei ihren Eltern auf der Insel Jersey lebt und sich ihren Lebensunterhalt als Fremdenführerin verdient. Ihr Vater zeigt bereits erste Anzeichen von Demenz und ihre Mutter führt ein äußerst strenges Regiment, dem sich auch Moll zu unterwerfen hat. Deshalb ergreift Moll die Gelegenheit, ihrem trostlosen Leben zu entfliehen, die eines Tages in Gestalt eines mysteriösen Fremden namens Pascal (Johnny Flynn) wie aus dem Nichts auftaucht. Dummerweise treibt auf Jersey gerade ein Mörder sein Unwesen, dem bereits mehrere junge Frauen zum Opfer gefallen sind…

Eine Weile schaut man dem Geschehen relativ interessiert zu, was vor allem den beiden bisher unbekannten Hauptdarstellern zu verdanken ist, und wartet auf wesentlliche Informationen, die wiederum wichtige Erklärungen in Bezug auf das Verhalten der beiden Protagonisten liefern könnten. Hin und wieder lässt Pearce denn auch erkennen, dass die Dinge nicht ganz so einfach liegen, wie man das bereits aus etlichen Filmen kennt, in denen ein vermeintlicher „bad boy“ ein vermeintliches „good girl“ ins Verderben stürzt. Das tut er jedoch derart verschwurbelt und indirekt, dass man gezwungen wird, die fehlenden Puzzleteile selbst zusammenzusetzen.

Nun muss das keineswegs schlecht sein – nichts ist langweiliger, als wenn man sämtliche relevanten Informationen über Filmfiguren auf dem Silbertablett präsentiert bekommt – doch sollte man als Zuschauer zumindest die Chance bekommen, so viel zu erfahren, dass man an ihrem Verhalten und letztlich ihrem Schicksal interessiert ist. Doch in dieser Hinsicht enttäuscht Beast.

Natürlich kann man gerade diesen Umstand als besonders geschickten Schachzug betrachten – schließlich erklärt auch ein David Lynch wenig bis gar nichts – doch da man kaum etwas über  Moll und Pascal erfährt, bleiben lediglich Spekulationen. Wie bereits erwähnt – eine Weile schaut man dem Ganzen zu, überlegt vielleicht sogar, ob der Titel des Films eine Anspielung an Beauty And The Beast darstellen soll, wobei es immer unklarer wird, wer eigentlich das Biest sein könnte. Doch als Pearce sein wohl als Schock gedachtes Ende präsentiert, kann man sich gut vorstellen, dass die Reaktion vieler Zuschauer lediglich aus einem gedachten „Echt jetzt?“ besteht. Insofern müsste man dem britischen Regisseur unter sein Erstlingswerk den Vermerk „Must try harder!“ setzen.

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