The Dark – Angst ist deine einzige Hoffnung

Land: USA 2018  Regie: Justin P. Lange  Label: Studio Hamburg Enterprises  : 27.9.2019 FSK: 16 – Ein Beitrag von Julian Dax

Als vor einigen Jahren Stefan Ruzowitzkys Action-Thriller Die Hölle erschien, musste man sich die Augen reiben angesichts der Tatsache, dass es sich bei diesem spannenden und abgründigen Werk um einen österreichischen Film handelte.
Nun erscheint mit The Dark ein Horrorfilm aus der Alpenrepublik, der zwar aus Kostengründen und zwecks besserer Vermarktung auf Englisch in den kanadischen Wäldern gedreht wurde, dennoch eine rein österreichische Produktion ist, mit der Drehbuchautor und Regisseur Justin P. Lange erstmalig seine Visitenkarte präsentiert.

Irgendwo in der Wildnis gerät ein sehr nervöser Mann in ein Waldstück, das als „Devil’s Den“ berüchtigt ist, denn dort sind bereits mehrere Menschen spurlos verschwunden – Opfer eines Monsters, wie behauptet wird. Der Fremde stößt auf ein verlassenes Haus und wird kurz darauf getötet. Der Täter ist allerdings kein übernatürliches Monster, sondern ein halbwüchsiges Mädchen mit scheußlichen Gesichtsverletzungen. Doch damit nicht genug; man wird auch Zeuge, wie sie von dem Leichnam isst…

Zu ihrer Überraschung findet sie im Auto des Fremden einen etwa gleichaltrigen Jungen, der nichts sehen kann, weil dessen Augen schrecklich vernarbt sind – offenbar wurde ihm Säure ins Gesicht geschüttet. Gemeinsam machen sie sich auf die Flucht, wobei man in einer kurzen Rückblende das grausame Schicksal des Mädchens erfährt.

Ob vom Regisseur beabsichtigt oder nicht – von Anfang an fühlt man sich an den schwedischen Film Let The Right One In erinnert, der bei uns unter dem Titel So finster die Nacht zu sehen war und sogar noch ein amerikanisches Remake erfuhr (Let Me In). Auch da geht es um eine seltsame Freundschaft zweier vom Leben gebeutelter Teenager – das Mädchen ist ein Vampir – die gemeinsam versuchen, in einer ihnen feindselig gesinnten Umwelt zu überleben. Doch während dort auf sehr anrührende Art und Weise von der Annäherung zweier Außenseiter erzählt wird und der Zuschauer Sympathie für die Figuren entwickelt und unmittelbar in das Geschehen hineingezogen wird, passiert das im Falle von The Dark leider überhaupt nicht, denn dazu weiß man einfach viel zu wenig über die Protagonisten. Dazu kommt noch die unentschlossene Regie Langes, der man anmerkt, dass er nicht so recht wusste, ob er nun ein Porträt von zwei zutiefst traumatisierten Jugendlichen zeichnen wollte, denen das Leben äußerst übel mitgespielt hat oder einen Splatterfilm mit allen üblichen Zutaten, die man von diesem Genre erwartet. So setzt sich The Dark zwischen die Stühle und kann letztlich niemanden wirklich zufriedenstellen; dem Arthaus-Publikum dürfte er zu blutig sein, während echte Splatter-Fans sich bestimmt an dem sehr langsamen Erzähltempo stören dürften.


DVD INFO: Laufzeit: 95 Min., Bildformat: 16:9, Tonformat: DD 5.1, Sprache: Deutsch, Englisch

BLU-RAY INFO: Laufzeit: 95 Min., Bildformat: 16:9, Tonformat: DD 5.1, Sprache: Deutsch, Englisch

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