Western Portraits – The Unsung Heroes & Villains of the Silver Screen

Buchtitel: Western Portraits – The Unsung Heroes & Villains of the Silver Screen
Autor: Steve Carver Verlag: Edition Olms, September 2019  Umfang: 288 Seiten, Hardcover, Format 21 × 26.4 cm  ISBN:  978-3-283-01290-8 Preis: € (D): 39.95, € (A): 41.10, sFr.: 48.50 – Ein Beitrag von Julian Dax:

© Edition Olms

Irgendjemand beim Verlag Edition Olms in Zürich muss ein mächtiger Idealist bzw. Optimist sein, wenn er es durchsetzt, dass ein Fotoband im deutschsprachigen Raum erscheint, der den vollständigen Titel trägt Western Portraits – The Unsung Heroes & Villains of the Silver Screen. Und genau das beinhaltet auch der 264 Seiten umfassende Großband: In Wort und Bild werden insgesamt 77 Darsteller vorgestellt (darunter auch einige wenige Frauen), die man zwar als Westernfan in dem einen oder anderen Film schon gesehen hat, an deren Namen man sich jedoch größtenteils nicht erinnert. Oder kennt jemand Tom Bower, Al Fleming oder Darby Hinton – um nur drei zu nennen?

In seinem Vorwort mit der Überschrift „Why Westerns Matter“ – übrigens sind die englischen Originaltexte ohne Übersetzung abgedruckt, ein weiterer Stolperstein für potenzielle Käufer – erklärt Roger Corman, wie er aus Liebe zu Filmen wie Shane oder My Darling Clementine überhaupt erst eine Karriere beim Film in Erwägung gezogen hat. Für ihn enthält ein klassischer Western alles, was man bis zum heutigen Tag über die USA wissen muss. Zwar kennt jeder, der sich nur ganz am Rande für dieses Genre interessiert, Regisseure wie John Ford, Anthony Mann, Sam Peckinpah oder Budd Boetticher, ganz zu schweigen von Darstellern wie John Wayne, James Stewart oder Randolph Scott, doch für Corman sind es die zahlreichen unbekannt gebliebenen Typen, die es längst verdient hätten, ins Licht der Öffentlichkeit zu treten; seiner Meinung nach trugen und tragen diese „unbesungenen Helden und Schurken“ wesentlich dazu bei, den Filmen deren ganz besonderen Stempel aufzudrücken.
So ist es für Corman auch äußerst tröstlich, dass von namhaften Regisseuren wenigstens ab und zu immer noch Western gedreht werden. Als Beispiele nennt er hier True Grit von den Gebrüdern Coen oder Tarantinos Django Unchained.

© Edition Olms

Doch natürlich kauft man einen Bildband nicht unbedingt wegen der darin enthaltenen Wortbeiträge, sondern wegen der Fotos. Fotograf Steve Carver präsentiert dabei eindrucksvolle Porträts von Darstellern quasi in ihrer „natürlichen“ Umgebung, d.h. im vorliegenden Fall im Studio, ausgestattet mit der entsprechenden Kleidung und natürlich auch den dazugehörigen Requisiten. Die großformatigen Fotos sind ausnahmslos Schwarz-Weiß und haben zudem noch einen Braunstich erhalten, was ihnen eine ganz besondere Patina verleiht. Zu jedem der 77 Akteure gibt es einen ausführlichen Informationstext, im Anhang abgerundet mit einer äußerst sorgfältigen Filmografie. Wer weiß z.B. schon, dass ein gewisser Denver Pyle von 1948 – 1994 in 233 Filmen mitgewirkt hat?

Die sehr ausdrucksstarken Aufnahmen verführen den Betrachter auch immer wieder dazu, sich an bestimmte, längst vergessene Filme zu erinnern oder gar wieder einmal anzuschauen und – im Falle guter Englischkenntnisse – auch die eine oder andere Kurzbiografie durchzulesen. Sollte demnach jemand nach einem Geschenk für den Westerfan suchen, der bereits alles Gängige besitzt, kann hier bedenkenlos zugreifen.

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