Was gibt’s Neues, Pussy?

Land: USA/F 1965  Regie: Clive Donner  Mit: Peter Sellers, Peter O’Toole, Romy Schneider, Woody Allen  Laufzeit: 110 min.  Label: Studio Hamburg  : 20.9.2019  FSK: 12 – Ein Beitrag von Julian Dax:

© Studio Hamburg

Ab einem gewissen Alter wird wohl so ziemlich jeder die Titelmelodie von Clive Donners Was gibt´s Neues, Pussy?, gesungen von Tom Jones, mitsingen können, auch ohne den Film aus dem Jahre 1965 jemals gesehen zu haben.

Während der von Burt Bacharach komponierte Song demnach ein sehr langes Nachleben genießen konnte, wurde es um den dazu gehörigen Film relativ schnell wieder ruhig. Und schaut man sich die nun erstmalig auf Blu-ray erschienene Komödie heute an, erkennt man sehr schnell, dass dies aus gutem Grund geschah.

Michael James (Peter O´Toole) ist Herausgeber eines bekannten Modemagazins in Paris, vor allem jedoch ein unersättlicher Frauenaufreißer, sehr zum Leidwesen seiner Freundin Carole (Romy Schneider). Während sie ihn immer wieder zur Heirat drängt, behauptet er, dafür sei er noch zu jung, nur um sich so schnell wie möglich in sein nächstes Abenteuer zu stürzen, der Stripperin Liz (Paula Prentiss). Um jedoch seinen guten Willen gegenüber Carole zu zeigen, begibt er sich in die Praxis des Psychotherapeuten Dr. Fritz Fassbender (Peter Sellers), der selber unglücklich mit einer walkürehaften Frau verheiratet ist und Michael insgeheim um dessen Verführungskünste beneidet. Während einer Gruppensitzung lernt Michael die attraktive Renee (Capucine) kennen, um die sich Dr. Fassbender ebenfalls bemüht.

Währenddessen versucht Carole, ihren Freund eifersüchtig zu machen, indem sie mit dessen Freund Victor (Woody Allen) flirtet, der aufgrund seines unscheinbaren Äußeren mit Minderwertigkeitskomplexen hadert. Und als zum Schluss alle Beteiligten auf einem Schlösschen zusammenkommen, zu denen sich u.a. auch noch Ursula Andress als Fallschirmspringerin gesellt, die genau auf dem Beifahrersitz von Michaels Sportcoupé landet, bricht endgültig das Chaos aus…

Es gibt Filme, die überhaupt nicht altern, ganz gleich aus welchem Jahr sie stammen und zu welchem Genre sie gehören; und dann gibt es Machwerke wie What´s New, Pussycat?, bei denen man sich im Sessel windet vor lauter Fremdschämen. Und damit ist keineswegs nur das höchst fragwürdige Frauenbild gemeint; die tollsten Frauen bieten sich einem Schnösel wie Michael gleich reihenweise an. In seinem ersten Drehbuch setzt Woody Allen auch viel zu oft auf albernen Klamauk anstatt auf Witz und Geist, und dieser Klamauk kommt meistens auch noch völlig unmotiviert daher. Und da können die ansonsten tollen Darsteller ebenfalls nichts mehr retten; so gewinnt man z.B. den Eindruck, O´Toole agiere ziemlich lustlos und Sellers mit seiner scheußlichen Langhaarperücke wisse auch nicht so recht, in was er da geraten ist. Rätselhaft bleibt auch die Entscheidung des deutschen Synchronregisseurs, aus Dr. Fassbender einen Russen namens Dr. Nikita Popowitsch zu machen und ihn entsprechend mit russischem Akzent sprechen zu lassen anstelle des deutschen im Original. War das eine Art Rücksichtnahme auf deutsche Zuschauer, oder was? Komischer wird das Ganze damit leider überhaupt nicht.

Letztlich ist Was gibt´s Neues, Pussy? auch nicht lustiger oder origineller als der Großteil der „Komödien“, die in den sechziger Jahren aus Deutschland kamen und Titel trugen wie Pepe der Paukerschreck oder Unsere tollen Tanten in der Südsee. Und das sollte wohl als Abschreckung genügen!


Bildformat: 16:9, Tonformat: Dolby Digital 2.0 Stereo, Sprache: Deutsch, Englisch

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