Avengers: Endgame

Land: USA 2019  Regie: Anthony Russo  Mit: Robert Downey jr., Chris Hemsworth, Mark Ruffalo, Chris Evans, Scarlett Johansson, Jeremy Renner, Karen Gillan, Josh Brolin, Don Cheadle, Tom Holland, Chadwick Boseman, Elizabeth Olsen, Anthony Mackie, Sebastian Stan, Tom Hiddleston, Dave Bautista, Gwyneth Paltrow, Chris Pratt, Evangeline Lilly, Paul Rudd, Brie Larson, Jon Favreau, Tessa Thompson, Rene Russo, Danai Gurira, Benedict Wong, Pom Klementieff, Letitia Wright, John Slattery, Tilda Swinton, Hayley Atwell, Michael Douglas, Benedict Cumberbatch, Frank Grillo, James d’Arcy, Samuel L. Jackson, Robert Redford  Label: Disney  : 5.9.2019  FSK: 12 – Ein Beitrag von Julian Dax:

© 2019 Marvel

Selbst wenn man mit Superhelden auf der Leinwand nicht unbedingt viel anfangen kann, muss man neidlos anerkennen, dass das zum Disney-Konzern gehörende Marvel-Studio mit den bisher 22 Filmen, die man zum sog. MCU (= Marvel Cinematic Universe) zählt, etwas Einzigartiges geschaffen hat.

Auch wenn Kevin Feige, der Mann, der hinter dem Gesamtkonzept steckt, heute behauptet, das alles sei von Anfang an so geplant gewesen, sind doch gewisse Zweifel angebracht.

Als Regisseur Jon Favreau im Jahre 2008 Iron Man drehte, wählte er einen Helden aus der zweiten Reihe, und es war keineswegs ausgemacht, dass der Film derart erfolgreich würde, und dementsprechend bescheiden war auch das Budget. Doch diese ganz spezielle Mischung aus Action und Humor gefiel, und vor allem Robert Downey Jr. sah seine Chance und verlieh Tony Stark Charme und Charisma. Also folgten die unvermeidlichen Fortsetzungen bzw. immer weitere Ergänzungen in Gestalt weiterer Helden von Marvel, die ihre Konkurrenz von DC-Comics ziemlich alt aussehen ließen. Bald bevölkerten Figuren wie Black Widow, Thor, Captain America, und, und, und entweder in eigenen Filmen oder als „Gäste“ die Leinwände und wurden immer populärer, die Filme immer teurer und bombastischer. Doch dabei war das Studio clever genug, nicht immer nur mehr vom Selben zu präsentieren; so entpuppte sich z.B. Captain America – The Winter Soldier als Polit-Drama wie aus den Siebzigern (und konnte sogar mit Robert Redford in einer Gastrolle aufwarten, damals ein Spezialist für solch ein Filmgenre!), während man Guardians Of The Galaxy eher als abgefahrenen Weltraum-Klamauk einordnen könnte. Und natürllich alles Mögliche noch dazwischen.

Nach 10 Jahren war es dann soweit, und mit Avengers – Infinity War trafen all die vertrauten und liebgewordenen Figuren zusammen, um gegen einen übermächtigen Gegner zu kämpfen – und verloren! Selten ist wohl ein Film sehnsüchtiger erwartet worden als die dieses Frühjahr angelaufene direkte Fortsetzung Avengers – Endgame, der denn auch weltweit sämtliche Kassenrekorde gebrochen hat und zum bisher erfolgreichsten Kinofilm der Filmgeschichte avanciert ist.

Sollte es tatsächlich jemanden geben, der diesen Film anschaut, ohne die vorangegangenen Ereignisse zu kennen, dem sei nur so viel verraten: Der galaktische Superverbrecher Thanos hat alle sechs „Infinity-Steine“ gesammelt und daraufhin mit einem Fingerschnippen die Hälfte der Weltbevölkerung im wahrsten Sinne des Wortes pulverisiert, darunter natürlich auch einen beträchtlichen Teil der Avengers. In Endgame versuchen die Überlebenden, darunter Captain America, Black Widow und Iron Man, Thanos‘ Plan irgendwie wieder rückgängig zu machen, wobei ihnen ausgerechnet Ant-Man, der kleinste der Avengers, den entscheidenden Rat gibt…

Natürlich eignet sich Endgame absolut nicht für Neueinsteiger, denn sie werden sich sowohl langweilen – in den ersten 75 von insgesamt 182 Minuten Laufzeit gibt es praktisch gar keine Action – als auch vor allem so gut wie gar nichts verstehen. Auch wenn man nicht unbedingt alle 21 Vorläuferfilme gesehen haben muss, hilft es doch ungemein, will man in den vollen Genuss der zahlreichen Anspielungen und Querverweise kommen. Vor allem jedoch reagiert man als Zuschauer ganz anders, wenn einem die Beziehungen der Figuren zueinander bereits vertraut sind und man ihre Macken und Marotten kennt. Und da man bereits so viel mit ihnen erlebt und durchlitten hat, reagiert man selbstverständlich auch ganz anders auf das, was ihnen auch diesmal widerfährt.

Als großes Plus kann man dabei anführen, dass weder Drehbuchautoren Christopher Markus und Stephen McFeely noch Regisseure Joe und Anthony Russo sich damit begnügen, allzu sehr auf bereits Bekanntes zurückzugreifen. Mögen auch einige wenige Spötter Endgame als eine Art „Greatest Hits“ aller vorangegangenen Filme bezeichnen, ist es doch wesentlich mehr als das; noch einmal sehen wir zwar vertraute Charaktere interagieren und zum Teil von ihnen erwartbare Dinge tun, genauso häufig überraschen sie uns jedoch auch mit Verhaltensweisen und Entscheidungen, die man so von ihnen nicht erwartet hätte. Und der Film macht auch nicht den Fehler, den Zuschauer ständig nur mit opulenten Actionszenen zu traktieren, sondern erzählt seine komplexe, vielsträngige Geschichte sehr ruhig und konzentriert. Doch wenn es zur Sache geht – so z.B. beim fulminanten Zweikampf zwischen Captain America und seinem jüngeren Ich – ist man als Zuschauer mittendrin. Doch bei aller Action wirkt sogar die finale Schlacht, die eigentlich nicht mehr zu toppen ist, angenehm übersichtlich, weil die Kamera nicht wild durch die Gegend fuhrwerkt, sondern das Auge niemals überfordert.

Und überraschend überzeugend gelingen auch die häufigen Stimmungswechsel im Laufe der Handlung; ob Trauer, Freude, Pathos, Humor, Erstaunen oder Verzweiflung – nichts wirkt künstlich und kalkuliert, sondern ergibt sich aus der jeweiligen Situation.

Natürlich wird es weitere Filme aus demMCU geben – Spider-Man – Far From Home, der erste Film nach Endgame, lief bereits äußerst erfolgreich im Kino, weitere Abenteuer mit Thor und Doctor Strange sind angekündigt und sogar Black Widow soll bereits im kommenden Jahr einen eigenen Film bekommen – doch besitzt Endgame so etwas wie Abschlusscharakter; zum ersten Mal in einem Marvel-Abenteuer gibt es keinen Verweis auf mögliche künftige Entwicklungen, und so hat man den Eindruck, etwas gehe unwiderbringlich zu Ende. Auf jeden Fall ist der Film ein würdiger Abschluss einer Reihe und man kann nur gespannt sein, was sich Kevin Feige und seine Tausende von Mitarbeitern in Zukunft noch alles werden einfallen lassen.


TECHNISCHE INFOS DVD

Lauflänge: 174 Minuten
Bildformat: 16:9 (2,39:1)
Sprachversionen / Tonformat:
Deutsch: Dolby Digital 5.1
Englisch: Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch, Schwedisch, Finnisch, Englisch für Hörgeschädigte

TECHNISCHE INFOS Blu-ray

Lauflänge: 182 Minuten
Bildformat: 16:9 (2,39:1)
Sprachversionen / Tonformat:
Deutsch: Dolby Digital plus 7.1
Englisch: DTS-HD MA 7.1
Italienisch: Dolby Digital plus 7.1
Untertitel:
Deutsch, Französisch, Niederländisch, Dänisch, Schwedisch, Norwegisch, Finnisch, Englisch für Hörgeschädigte
Extras:
Audiokommentar
Featurettes
Zusätzliche Szenen
Pannen vom Dreh

TECHNISCHE INFOS Blu-ray 2D & 3D Steelbook-Edition

Lauflänge: 182 Minuten
Bildformat: 16:9 (2,39:1)
Sprachversionen / Tonformat:
Deutsch: Dolby Digital plus 7.1
Englisch: DTS-HD MA 7.1
Untertitel:
Deutsch, Englisch für Hörgeschädigte
Extras:
Audiokommentar
Featurettes
Zusätzliche Szenen
Pannen vom Dreh

TECHNISCHE INFOS Blu-ray 4k UHD Steelbook-Edition

Lauflänge: 182 Minuten
Bildformat: 16:9 (2,39:1)
Sprachversionen / Tonformat:
Deutsch: Dolby Digital plus 7.1
Englisch: Dolby Atmos 7.1.4
Französisch: Dolby Digital plus 7.1
Untertitel:
Deutsch, Französisch, Niederländisch, Norwegisch, Schwedisch, Chinesisch, Kantonesisch, Koreanisch, Englisch für Hörgeschädigte
Extras:
Audiokommentar
Featurettes
Zusätzliche Szenen
Pannen vom Dreh

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2 Antworten zu Avengers: Endgame

  1. Klaus Pellkofer schreibt:

    Hallo Julian, was hast du vor der Betrachtung des Films getrunken?

    Liebe Grüße

    Klaus

    Gefällt 1 Person

  2. Julian Dax schreibt:

    Lieber Klaus,

    die übliche Bionade mit Holundergeschmack!

    Liken

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