Leberkäsjunkie

Land: D 2019  Regie: Ed Herzog  Dauer: 97 min.  MitSebastian Bezzel, Simon Schwarz, Anica Dobra, Daniel Christensen, Eisi Gulp  Kinostart: 1.8.2019  FSK: 12 – Ein Beitrag von Julian Dax:

© Constantin

 

Wäre die Filmreihe um den Polizisten Franz Eberhofer aus dem fiktiven bayerischen Ort Niederkaltenkirchen nach den Romanen von Rita Falk ein Pizzateig, sollte man doch eigentlich befürchten, dass er spätestens nach dem fünften Teil bereits ziemlich dünn gewalzt ist.

Doch seltsamerweise funktioniert auch der sechste Film mit dem – wieder aus dem kulinarischen Bereich gewählten – Titel  Leberkäsjunkie.

Wieder einmal kommt es knüppeldick für Provinzpolizist Franz Eberhofer (Sebastian Bezzel); nicht nur hat er diesmal einen besonders unappetitlichen Mord mit einer völlig verbrannten weiblichen Leiche zu klären, auch privat muss er gleich an zwei Fronten kämpfen: Dauerverlobte Susi (Lisa Maria Potthoff) und er sind inzwischen Eltern geworden, leben jedoch nicht zusammen und so pendelt der kleine Paul zwischen Vater und Mutter, wobei Franz ihn immer gerade dann bekommt, wenn er ihn gar nicht brauchen kann. Als noch schlimmer empfindet er jedoch die Diagnose seines Arztes, der ihm die körperliche Verfassung eines Siebzigjährigen bescheinigt; vor allem Franz‘ Cholesterinspiegel ist derart katastrophal, dass er sich von nun an ausschließlich gesund ernähren muss, was vor allem den völligen Verzicht auf sein titelgebendes Leibgericht bedeutet. Und der Fall mit der verbrannten Geschäftsfrau ist auch nicht ganz ohne und präsentiert eine ganze Reihe möglicher Täter(innen). Ist das ein Spoiler, wenn man verrät, dass Franz auch diesmal am Ende alles im Griff hat? Kacken Bären in den Wald?

Die ersten fünf Filme haben insgesamt 3,4 Millionen Besucher ins Kino gelockt – allerdings ausschließlich südlich des sog. „Weißwurstäquators“, was wohl vor allem an dem Dialekt der Figuren liegt. Man muss schon halbwegs des Bayerischen mächtig sein, um alles zu verstehen, was die größtenteils doch sehr skurrilen Charaktere so von sich geben. Und man muss feststellen, dass Romanautorin Rita Falk über ein schier unerschöpfliches Reservoir an merkwürdigen Männer- und Frauentypen verfügt

Und so gesellen sich zu Rudi Birkenberger, Oma, Vater, Bürgermeister und Freundesclique diesmal noch die Besitzerin der Pension, in der die Tote gefunden wurde (Eva Mattes mit viel Mut zur Hässlichkeit), die Mutter der Toten (Anica Dobra als „love interest“ von Vater Eberhofer) sowie eine schwules Paar (Robert Stadlober und Manuel Rubey).

Doch es ist wieder einmal vor allem dem „dream team“ Bezzel / Schwarz zu verdanken, dass auch die weniger gelungenen Gags funktionieren, einfach weil sie ihre Rollen auch diesmal mit dem gewohnten Stoizismus spielen und selbst im größten Chaos keine Miene verziehen. Und wie man bereits seit „Stan und Ollie“-Zeiten weiß, entspringt eben daraus wahre Komik.

Fans der Serie wissen natürlich auch, dass der eigentliche Mordfall so quasi nebenbei gelöst wird – genauso wie in den vorangegangenen fünf Filmen. Allerdings sind sowohl Mordmotiv als auch auch Täter diesmal noch eine Spur abgedrehter als sonst.

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Eine Antwort zu Leberkäsjunkie

  1. steffelowski schreibt:

    Als Hamburger werde ich vermutlich nicht viel verstehen, aber da man inzwischen ja überall auf diese Filmreihe gestoßen wird, werde ich mich auch mal an einen daraus wagen.
    Tannöd (Tannenöd?) habe ich schließlich auch überlebt 😉

    Gefällt 1 Person

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