Captain Marvel

Land: USA 2019  Regie: Anna Boden  Mit: Brie Larson, Samuel L. Jackson, Jude Law, Annette Bening, Lashana Lynch  LabelDisney  VÖ: 18.7.2019  FSK: 12 – Ein Beitrag von Julian Dax:

© Disney

Sieht man einmal von den drei herausragenden Batman-Filmen ab, bei denen Christopher Nolan Regie geführt hat, hatte spätestens seit dem ersten Iron Man die Konkurrenz von Marvel stets die Nase vorne in Sache Comic-Verfimungen.

Einmal nur zeigte DC/Warner, dass sie keine Angst vor Innovationen haben: 2018 bewies Patty Jenkins mit Wonder Woman, dass auch eine Frau im Mittelpunkt eines Superhelden-Spektakels stehen kann und dabei ihren männlichen Kollegen in mancherlei Hinsicht sogar überlegen ist.

Natürlich ließ der phänomenale weltweite Erfolg von Wonder Woman die Marvel – Leute nicht ruhen, und so kam es, dass ein seit Längerem in der Diskussion stehendes Projekt plötzlich ganz nach oben auf ihre „to do-Liste“ rutschte: Captain Marvel, trotz des männlich anmutenden Namens weiblichen Geschlechts.

Vers (Brie Larson) ist eine Kriegerin vom Planeten Hala und gehört zur Rasse der Kree, die sich bereits sehr lange im Krieg befinden mit den Skrull, Gestaltwandlern, die bereits etliche Planeten unterwandert und sich als nächstes die Erde vorgenommen haben. Doch irgendetwas verunsichert Vers; immer wieder leidet sie unter unerklärlichen  Erinnerungsfetzen, die sich nach der Landung auf der Erde verstärken.  Dort begegnet sie auch dem noch jungen (man schreibt die neunziger Jahre!) Agenten Nick Fury (Samuel L. Jackson). Zusammen machen sie sich auf die Suche nach den vorgeblich feindlich gesinnten Skrull und auch nach der Vergangenheit der mysteriösen Frau. Dabei stolpern sie in ein Abenteuer, welches nicht nur ihr weiteres Schicksal bestimmt, sondern auch das einer verfolgten und missverstandenen Rasse. Und so ganz nebenbei entdeckt Vers sowohl ihre wahre Identität als auch ihre bisher verborgenen Kräfte, die sie zur mächtigsten Heldin des Marvel-Universums machen.

Die ersten Filmminuten bieten zunächst einmal Grund zur Skepsis; nicht nur als Comic – Unkundiger wird man in ein völlig fremd erscheinendes Ambiente geworfen und versteht nur Bahnhof. Da die Hauptfigur nicht allzu bekannt ist, obwohl es sie bereits seit 1941 gibt, weiß man eine Weile gar nicht so recht, wen oder was sie darstellen soll. Doch andererseits ist das ein nicht ungeschickter Kniff der Drehbuchautoren, geht es doch ihrer Protagonistin auch nicht anders. Doch sobald sich die Handlung auf die Erde verlagert und Nick Fury ins Spiel kommt, schwinden die anfänglichen Bedenken, denn der Film fügt die fehlenden Puzzlesteine relativ zügig zusammen.

Hilfreich ist dabei natürlich auch die stimmige Chemie zwischen Brie Larson und dem künstlich verjüngten Samuel L. Jackson, die sich immer wieder geistreiche verbale Scharmützel liefern. Vor allem jedoch artet Captain Marvel  nicht in eine einzige Materialschlacht aus; auch wenn die meisten Zuschauer von diesem Filmgenre erwarten, dass ihnen Bilder präsentiert werden, die von im Dauereinsatz stammenden Rechnern kreiiert wurden, übertreiben etliche Filme mittlerweile damit. (Man erinnere sich mit Schrecken an Batman Vs. Superman mit der endlos erscheinenden Zerstörungsorgie, die sage und schreibe ca. 40 Minuten dauert!)

Auch wenn Captain Marvel natürlich eine ganze Reihe spektakuläre Actionsequenzen enthält, legen die beiden Regisseure Anna Boden und Ryan Fleck mindestens genauso viel Wert auf die zwischenmenschlichen Aspekte der Handlung, vor allem in Bezug auf die Figuren aus Vers‘ Vergangenheit.

Was ebenfalls positiv zu Buche schlägt, ist die Tatsache, dass man es hier mit einer Superheldin zu tun hat, die keine Sekunde darüber sinniert oder mißmutig mit ihrem Schicksal hadert, wie man es von diversen ihrer Kollegen kennt; als sie erst einmal erkennt, welches Potenzial in ihr steckt, schwingt sie sich freudig jauchzend in die Lüfte bzw. ins Weltall, um ihr Werk zu verrichten.

P.S. Und wieder einmal kann man Zeuge werden, dass an der alten Schauspielerweisheit, dass man tunlichst nicht mit Tieren oder kleinen Kindern agieren sollte, definitiv etwas dran ist; eine rothaarige Katze namens Goose stiehlt all ihren menschlichen Kollegen die Schau, und das nicht nur, weil sie ein völlig unerwartetes Geheimnis in sich birgt!


Blu-ray Bonusmaterial:

  • Eine neue Superheldin (6:39 Min.)
  • Die mächtigste Figur im MCU (3:30 Min.)
  • Die Geschichte von Nick Fury (3:32 Min.)
  • Das Dream Team (2:43 Min.)
  • Die Skrulls und die Kree (3:30 Min.)
  • Eine ungewöhnliche Katze (3:22 Min.)
  • Pannen vom Dreh (2:01 Min.)
  • Zusätzliche Szenen (8:40 Min.)
  • Film mit Audiokommentar (2:03 Std.)
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Eine Antwort zu Captain Marvel

  1. christianneffe schreibt:

    Puh, was alles mit dieser Katze haben… Ich fand den Gag ja sehr bemüht. Aber der übrige Film konnte mich auch nicht überzeugen – für mich leider nach Thor 2 und Black Panther einer der bisher schwächsten des MCU

    Gefällt 1 Person

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