Piercing

Land: USA 2018  Regie: Nicolas Pesce  Mit: Mia Wasikowska, Christopher Abbot, Laia Costa  Label: Busch Media Group  VÖ: 18.06.2019  FSK: 18  –  Ein Beitrag von Julian Dax:

© Busch Media Group

 

Ist das bereits Rassismus, wenn man feststellt, dass vor allem japanische Filmemacher eine besondere Obsession für Filme zeigen, in deren Mittelpunkt Charaktere stehen, die, milde ausgedrückt, eigenartige Formen von Sex bevorzugen?
Zwar handelt es sich bei Piercing um einen amerikanischen Film, doch zumindest die literarische Vorlage stammt von dem japanischen Bestseller-Autor Ryu Murakami, der auch für Tokio Dekadenz und Audition verantwortlich ist.

Der junge und gut aussehende Familienvater Reed (Christopher Abbott) entwickelt ohne jegliche Erklärung den Plan, eine Prostituierte bestialisch zu ermorden und zu zerstückeln. Er begibt sich in ein Hotel, wo er zunächst einmal seinen genauestens ausgetüftelten Plan pantomimisch übt, um dann anschließend das blonde Callgirl Jackie (Mia Wasikowska) aufs Zimmer zu bestellen. Doch trotz genauester Planung laufen die Ereignisse sehr schnell vollkommen aus dem Ruder…

W T F ??? Wer immer noch nicht weiß, wofür diese drei Buchstaben stehen, möge es bitte googeln, denn nur ganz wenig Filme der letzten Zeit haben diese Frage verdient. Komisch, blutig, brutal, zynisch sowie zutiefst verstörend kommt Piercing daher und lässt sich im Grunde in keine Genre-Schublade stecken. Bereits die erste Einstellung kann man als eine Art Warnung ansehen vor dem, was folgt, denn da sieht man einen Vater vor seinem Baby stehen und mit einem Eispickel vor dessen Gesicht hantieren, wobei besagter Eispickel im weiteren Verlauf der Handlung noch eine wichtige Rolle spielen wird.

Regisseur und Drehbuchautor Nicolas Pesce hat offensichtlich eine Vorliebe für italienische „Giallos“ aus den Siebzigern, und da vor allem für die farblich besonders extravaganten von Dario Argento. Und folgerichtig verwendet er auch für den Soundtrack von Piercing diverse Originalmusiken von Argentos „Hausband“ Goblin, was dem ganzen noch einen zusätzlichen Reiz verleiht.

Habe ich da tatsächlich soeben „Reiz“ geschrieben? Hmm… Der Film ist defiinitiv nichts für Zartbesaitete und schon gar nicht für politisch korrekt denkende Zuschauer, denn er geht mit seinen beiden Protagonisten äußerst ruppig um, und man kann ihm blanken Zynismus und pure Menschenfeindlichkeit vorwerfen. Andererseits muss man den Mut des Regisseurs und seiner beiden Hauptdarsteller hervorheben, einen Film gedreht zu haben, der keine längst ausgetretene Pfade beschreitet, sondern den Zuschauer in eine zeitlose (Alp)traumwelt entführt, die weder Logik kennt noch irgendwelche Rücksichten auf dessen Befindlichkeit nimmt.


DVD:

Laufzeit: 78 Minuten
Sprache/Ton: Deutsch DD 5.1, Englisch DD 5.1.
Bildformat: 1.78 : 1

Blu-ray:

Laufzeit: 81 Minuten
Sprache/Ton: Deutsch DTS-HD 5.1, Englisch DTS-HD
Bildformat: 1.78 : 1

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