KIN

Land: USA 2018  Laufzeit: 94 Minuten  Regie: Josh und Jonathan Baker  Mit: Jack Reynor, Dennis Quaid, James Franco, Zoë Kravitz, Myles Truitt   Label: Concorde Home Entertainment  : 6.6.2019  FSK: 16 – Von Julian Dax:

© Concorde

Warum meinen junge Filmemacher immer wieder, sie müssten einen originellen Kurzfilm unbedingt zu einem abendfüllenden Spielfilm aufblasen?
Das jüngste Beispiel liefern die Brüder Josh und Jonathan Baker mit Kin, der auf ihrem eigenen Bag Man basiert und in der Pressemitteilung folgendermaßen angepriesen wird: „Die Macher von Arrival und Stranger Things liefern spannende Science-Fiction, adrenalingeladene Verfolgungsjagden und grandiose Action.“ Nach dem Anschauen erhebt sich quasi zwangsläufig die Frage: „Haben Sie es nicht ein bisschen kleiner?“

Elijah (Myles Truitt, vielversprechender Newcomer) ist ein problematischer 14jähriger Afro-Amerikaner, und lebt nach dem Tod der Mutter zusammen mit seinem Adoptivvater Hal (Dennis Quaid hat eindeutig schon bessere Zeiten erlebt) in Detroit. Auf der Suche nach Altmetall in verlassenen Fabriken findet er eines Tages einige Tote in futuristischen militärischen Ausrüstungen und eine merkwürdige Waffe, die er an sich nimmt. Inzwischen ist sein Halbbruder Jimmy (Jack Reynor, ausnehmend unsympathisch) aus dem Gefängnis entlassen worden und taucht zu Hause auf, sehr zum Missfallen seines Vaters. Jimmy braucht dringend 60.000 Dollar, die er dem örtlichen Bandenboss Taylor (James Franco, schmierig wie selten) schuldet und gemeinsam verüben sie einen Einbruch im Büro der Baufirma, bei der Hal arbeitet. Doch das Ganze geht fürchterlich schief, und schon sehr bald befinden sich Jimmy und Elijah auf der Flucht vor Taylor und seiner Bande. Und um die Situation noch komplizierter zu gestalten, sitzen ihnen auch noch zwei der futuristisch aussehenden Wesen im Nacken, die ihre Waffe wiederhaben wollen. Unterwegs gabeln die Brüder die Stripperin Milly (Zoe Kravitz, vergeudet) auf und die Jagd geht weiter – bis zu ihrem mehr als überraschendem Ende, das die Tür für eine Fortsetzung sperrangelweit offen lässt…

Offensichtlich haben die beiden Regisseure viel zu viel in ihren ersten langen Film reingepackt; was als waschechte Familientragödie beginnt, wandelt sich spätestens mit dem Fund der Waffe zur Science-Fiction, nur um Augenblicke später auch noch zu einem Roadmovie plus Krimi zu mutieren. Auf ihrer Flucht führt Jimmy Eli in einen Stripclub – keine Sorge, der Film hat eine Jugendfreigabe, d.h. keine von den Mädchen zieht sich wirklich aus – wo er in eine Schlägerei gerät, aus der ihn sein kleiner Bruder mit seiner Superwaffe rettet. (Merkwürdig nur, dass sich niemand darüber wundert, woher dieses Ding stammt und wieso Eli es so perfekt bedienen kann!)

Tja, und dann kommt der Schlussteil, in dem nicht nur eine sinnlos in die Länge gezogene Ballerei den Zuschauer wieder etwas wachrütteln soll, sondern in dem eine Erklärung fällig ist für all den Unfug. Und diese Erklärung fällt derart unlogisch und albern aus, dass es einem die Schuhe auszieht. Leid tun kann einem eigentlich nur Myles Pruitt, der seine Rolle wirklich mit Leben füllt, doch gegen die Schwächen des Drehbuches kommt er natürlich auch nicht an. Und was die angedrohte Fortsetzung betrifft: Bitte nicht!!!


Details DVD:

Laufzeit: ca. 99 Min. + 57 Min. Bonus
Bildformat: 2,39:1 (16:9)
Ton: Deutsch: DTS, DD 5.1, DD 2.0 / Englisch: DD 5.1
Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte (ausblendbar)
Bonus: Kurzfilm „BAG MAN“, 2-teiliges Making-of, Featurette: Eine Analyse der
Special Effects, Deutscher Trailer und Original-Kinotrailer, Programmtipps,
Wendecover

Details Blu-ray:

Laufzeit: ca. 103 Min. + 111 Min. Bonus
Bildformat: 1080p High Definition 2,39:1 (16:9)
Ton: Deutsch: DTS-HD Master Audio 5.1, DD 2.0, Englisch; DTS-HD Master Audio 5.1
Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte (ausblendbar)
Extras: Kurzfilm „BAG MAN“, 5-teiliges Making-of, Featurette: Eine Analyse der
Special Effects, Deutscher Trailer und Original-Kinotrailer, Programmtipps,
Wendecover

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