X-Men Dark Phoenix

Land: USA 2019  Regie: Simon Kinberg  Dauer: 161 min.  MitSophie Turner, Jennifer Lawrence, James McAvoy, Jessica Chastain, Michael Fassbender   Kinostart: 6.6.2019  FSK: 12 – Ein Beitrag unseres Superguckers Julian Dax:

© 2019 Twentieth Century Fox

Schon wieder heißt es Abschied nehmen; kaum hat man sich nach Avengers: Endgame mit dem Gedanken abgefunden, dass diese Heldentruppe in bisher gewohnter Form nicht mehr existiert, folgt auch schon der nächste Streich: X-Men: Dark Phoenix markiert das Ende der Mutanten um Professor X und Magneto, und man wird weder James McAvoy noch Michael Fassbender – und schon gar nicht Jennifer Lawrence – in ihren angestammten Rollen mehr zu sehen bekommen. Insofern war die Vorfreude groß, konnte man doch davon ausgehen, dass sich die Macher für das Finale etwas ganz Besonderes haben einfallen lassen. Wie man sich doch täuschen kann…

X-Men: Dark Phoenix beginnt mit einer Autofahrt der Familie Grey. Vater, Mutter und die kleine Jean sind auf einer Landstraße unterwegs, als ein Streit zwischen Mutter und Tochter bezüglich des Radioprogramms eskaliert. Nur wenige Sekunden später kommt zu es einem schrecklichen Unfall, bei dem einzig das kleine Mädchen völlig unbeschadet davonkommt. Professor X (James McAvoy, noch mit voller Haarpracht) erscheint im Krankenhaus und nimmt Jean mit in seine Schule für besonders begabte Kinder. Jahre vergehen, und man erfährt. dass die Mutanten mittlerweile eine Art Burgfrieden mit der amerikanischen Regierung geschlossen haben. Sie werden sogar als Helden gefeiert und stellen ihre besonderen Fähigkeiten in den Dienst der Öffentlichkeit.

Als eine Weltraumfähre bald nach dem Start in Schwierigkeiten gerät, zögert Professor X keine Minute, sondern schickt, trotz Bedenken vor allem Ravens (Jennifer Lawrence, seltsam unbeteiligt), eine Rettungsmannschaft los, bestehend aus u.a. Beast (Nicholas Hoult), Raven und Jean Grey (Sophie Turner), die sich zu einer äußerst fähigen Telepathin und Teleporterin entwickelt hat. Die Rettung der Astronauten gelingt zwar, doch in deren Zuge wird Jean von einer Art kosmischer Strahlung getroffen, die ihr zu aller Erstaunen gar nichts auszumachen scheint. Zurück auf der Erde, wird allerdings schon bald klar, dass mit ihr irgendeine Veränderung vonstattengegangen ist. Ihre dunkle Hälfte ergreift immer mehr Besitz  von ihr, und Professor X entschließt sich, seinen ehemaligen Widersacher Magneto (Michael Fassbender, wenig gefordert) um Hilfe zu bitten, der sich mit seiner eigenen Mutantengruppe auf eine einsame Insel zurückgezogen hat. Erschwert wird die Gesamtsituation auch noch, als eine Gruppe feindlich gesinnter Außerirdischer auf der Erde landet, die in der Lage sind, die Körper von Menschen anzunehmen, so z.B. den von Jessica Chastain (diesmal als ihr eigenes Gespenst in High Heels).

Irgendetwas ist gehörig schiefgelaufen bei X-Men: Dark Phoenix; da hat man schon ein stargespicktes Ensemble vor der Kamera versammelt und lässt es zu, dass so gut wie alle ziemlich lustlos agieren, ganz so, als hätten sie geahnt, worauf sie sich da eingelassen haben. Zwar behauptet Erstlingsregisseur Simon Kinberg, der bereits das Drehbuch zu X-Men: Der letzte Widerstand verfasst hat, das sich ebenfalls mit der Dark Phoenix-Saga beschäftigt und unter den Fans als schwächster Film der Reihe gilt, diesmal habe er alles richtig gemacht, aber angesichts des dürftigen Ergebnisses darf man berechtigte Zweifel anmelden.

Abgesehen von drei ordentlich inszenierten Actionsequenzen muss man dem Film leider attestieren, dass er das Interesse des Zuschauers nicht besonders wecken kann; die zwischenmenschlichen Beziehungen der unterschiedlichen Charaktere – stets eines der Hauptmerkmale der Reihe – bleiben diesmal größtenteils auf der Strecke, und man beschränkt sich darauf, wütende und/oder verzweifelte Figuren bei ihren Zerstörungsorgien zu betrachten, ohne so recht zu wissen, was sie eigentlich umtreibt. Und die Sache mit den vollkommen überflüssigen und zudem unterentwickelten fremden Invasoren ergibt schon gar keinen Sinn und dient wohl hauptsächlich dazu, die zugegeben äußerst spektakuläre Szene im fahrenden Zug noch zusätzlichen Schmackes zu verleihen.

Und auch wenn man bei dieser Thematik nicht unbedingt erwarten kann, dass einem witzige Bemerkungen nur so um die Ohren fliegen, ist der Grundton des Films derart düster, dass von Unterhaltung absolut keine Rede sein kann. Immerhin dürfen sich die Mundwinkel des Zuschauers leicht nach oben bewegen, als Raven Professor X halb spöttisch, halb entrüstet fragt, ob es nicht an der Zeit sei, die X-Men zu X-Women umzubenennen, nachdem die Frauen ohnehin die Hauptarbeit leisten.

So bleibt nur abzuwarten, was mit dieser Filmreihe in Zukunft passieren wird, unter der sich solche Perlen befinden wie X-Men 2 oder – der mit Abstand beste Beitrag – X-Men: Zukunft ist Vergangenheit. Ihr Alleinstellungsmerkmal ist jedenfalls weg, jetzt, wo Disney auch die 20th Century Fox geschluckt hat und die X-Men nun auch Teil des MCU geworden sind. Die ersten Vorboten geben nicht unbedingt Grund zur Hoffnung: New Mutants, mit dem die X-Men einen Neustart erhalten sollten, ist nach mehreren Verschiebungen nun endgültig erst für das kommende Jahr terminiert.

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Eine Antwort zu X-Men Dark Phoenix

  1. Dies wird wohl der erste X-Men-Film sein, den ich nicht im Kino sehen werde. So viel schlechtes wurde darüber schon berichtet, dass ich es mir wirklich nicht antun möchte. Es gab jawohl einige Testvorführungen, die nicht gut ausfielen und aufgrund derer Änderungen vorgenommen wurden. Immer ein schlechtes Zeichen.

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