Stockholm Requiem

Originaltitel: Sthlm Rekviem  Regie: Karin Fahlén/Lisa Ohlin  Mit: Liv Mjönes, Jonas Karlsson, Alexej Manvelov, Magnus Roosmann, Mikael Birkkjær, Thomas Levin, Joel Spira  Labeledel:motion  FSK: 16  : 24.5.2019 – Ein Beitrag von Julian Dax:

© edel:motion

 

Es muss wohl am Breitengrad liegen und den damit verbundenen klimatischen Bedingungen; wie sonst lässt sich die stets gleiche Machart der sog. „Nordic Noir“- Filme und Serien erklären?
Blaustichige Bilder, düstere Stimmung, abgründige Fälle, zutiefst depressive Charaktere – all das, und zwar im Übermaß, bietet auch Stockholm Requiem, eine aus fünf einzelnen Filmen bestehende neue Serie, die kürzlich im ZDF zu sehen war und nun in Form von 3 DVDs vorliegt.

Entstanden nach Romanen der schwedischen Autorin Kristina Ohlsson, folgt man der Kriminologin Fredrika Bergmann (Liv Mjönes) und ihren beiden Kollegen Peter Rydh (Alexej Manvelov) und Alex Recht (Jonas Karlsson), die zu einer Sondereinheit der Stockholmer Kripo gehören, die sich mit besonders grausamen Verbrechen beschäftigt. Gleich im ersten Film („Aschenputtels Geheimnis“) bekommen sie es mit mehreren Kindesentführungen zu tun, und auch in den nachfolgenden vier Fällen („Blutspur“, „Paper Boy“, „Sterntaler“, „Auge um Auge“), die zum Teil miteinander zusammenhängen, wird es nicht unbedingt lustiger.

Zu den beruflichen Schwierigkeiten, die in diesem Fall vor allem damit zusammenhängen, dass die beiden Alphamännchen nicht so ohne Weiteres damit einverstanden sind, dass ihnen eine studierte Kriminologin vor die Nase gesetzt wird, haben alle Ermittler mit zum Teil massiven privaten Problemen zu kämpfen, die stellenweise sogar die eigentliche Handlung in den Hintergrund rücken lassen; von einer offensichtlich unheilbaren Krankheit, über einen geistig behinderten Bruder, bis hin zu einer komplizierten Liebesbeziehung – den Protagonisten bleibt so gut wie nichts erspart.

Was Stockholm Requiem allerdings von anderen skandinavischen Serien unterscheidet, ist die durchweg weibliche Sicht auf die Geschehnisse. Zwar erscheint auch Fredrika auf den ersten Blick nicht unbedingt als Sympathieträgerin, doch Regisseurin (!) Karin Fahlén legt das Schwergewicht eindeutig darauf zu zeigen, wie schwer es Frauen in einem nach wie vor von Männern dominierten Beruf haben. Und wenn man sich die zahlreichen Tatort-Kommissarinnen vor Augen hält, die hierzulande dem Zuschauer vorgaukeln, bei der Polizei herrsche Gleichberechtigung, ist das immerhin ein notwendiges Korrektiv.


Technische Daten:

Laufzeit: 5x 90 Min.
Sprache: Deutsch, Schwedisch Untertitel: Deutsch
Bildformat: 16:9
Tonformat: DD 5.1 /2.0

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