Replicas

Land: GB / TJ / PRI / USA 2018  Laufzeit: 94 Minuten  Regie: Jeffrey Nachmanoff  Mit: Keanu Reeves, Alive Eve, Thomas Middleditch LabelConcorde Home Entertainment  VÖ: 9.5.2019  FSK: 16 – Von Julian Dax:

Sicher kennen alle diese Situation: Da legt man einen Film ein und merkt bereits nach kürzester Zeit, dass es sich um eine filmische Katastrophe handelt. Natürlich kann man die Scheibe gleich wieder herausnehmen und als Glasuntersetzer verwenden, man kann sich einer wesentlich interessanteren Tätigkeit zuwenden und z.B. einer Fliege beim Krabbeln auf der Fensterscheibe zuschauen. Als letzte Möglichkeit bleibt aber auch, das ganze Elend bis zum bitteren Ende anzugucken und dabei Überlegungen anzustellen, warum der Film in gar keiner Hinsicht auch nur annähernd funktioniert.

Im Mittelpunkt von Replicas steht der Neurowissenschaftler William Foster (Keanu Reeves), der in einem geheimen Labor auf Puerto Rico kurz vor dem Durchbruch seiner Forschungen steht; es geht darum, einem Roboter das Bewusstsein eines Menschen nach dessen Tod zu extrahieren und einer künstlichen Intelligenz einzupflanzen, damit der Verstorbene in anderer Form weiterexistieren kann. Als Fosters Frau und deren drei Kinder bei einem (miserabel in Szene gesetzten) Verkehrsunfall ums Leben kommen, kombiniert er seine Forschungen mit den neuesten Klontechniken und repliziert mit Hilfe seines Assistenten, der seltsamerweise nicht Igor heißt, sondern Ed, seine Familie. Doch man muss weder Frankenstein gelesen haben noch einen der unzähligen darauf basierenden Filme kennen, um sich an einem (fünf sind entschieden zu viel!) Finger ausrechnen zu können, dass so etwas höchst problematisch ist…

Eigentlich müsste man davon ausgehen, dass kein Filmschaffender absichtlich einen in jeder Beziehung missglückten Film dreht. Allerdings ist man sich da bei Regisseur Jeffrey Nachmanoff und Drehbuchautor Chad St. John nach Sichtung von Replicas nicht mehr ganz so sicher, denn nach menschlichem Ermessen muss ihnen aufgefallen sein, wie hirnrissig bereits die Grundidee ist und wie unlogisch, um nicht zu sagen blödsinnig sie die Handlung vorantreiben. Allein schon die Idee, die Leichen seiner Lieben von besagtem Ed verschwinden zu lassen, während die Klone in drei aus dem Labor geschmuggelten Tanks (???!!!) im Keller heranwachsen, ist derart abstrus, dass man es nicht fassen kann. Dazu kommt noch, dass man bei Keanu Reeves‘ gewohnt stoischer Darstellung nie sicher sein kann, ob er ein verzweifelter Ehemann und Vater oder einfach nur geisteskrank ist.

Und wenn wir schon bei Keanu Reeves sind; noch ist Nicolas Cage der ungekrönte König von Schundfilmen, doch mit Replicas ist ihm der Hawaiianer dicht auf den Fersen, denn trotz des Erfolges mit John Wick, dessen dritter Teil am 22. Mai in die Kinos kommt, dreht Reeves bereits seit geraumer Zeit nur noch Schrottfilme, die nicht einmal mehr ins Kino gelangen.

Werbeanzeigen
Dieser Beitrag wurde unter Action, SciFi abgelegt und mit , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu Replicas

  1. Ich habe vor Urzeiten den Trailer gesehen und hatte mich schon gewundert, dass ich nie etwas davon im Kinoprogramm gesehen habe. NICHT, dass ich vorgehabt hätte, den Film im Kino zu sehen 😀 . Das er jetzt direkt auf DVD erschienen ist, sagt ja anscheinend auch alles…

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.