Upgrade

Land: USA 2018  Regie: Leigh Whannell  Mit: Logan Marshall-Green, Betty Gabriel, Harrison Gilbertson  LabelUniversal  VÖ: 11.4.2019  FSK: 16  –  Ein Beitrag von Julian Dax:

© UNIVERSAL

Mensch und/oder Maschine – wem gehört die Zukunft und welche Möglichkeiten ergeben sich daraus?
Mit diesem Thema beschäftigen sich zahlreiche Filme, wobei das Spektrum von 2001 – Odyssee im Weltraum  über Robocop bis hin zum extremen „Body-Horror“ Tetsuo aus Japan reicht.

Irgendwo dazwischen kann man nun auch Leigh Whannells Upgrade ansiedeln, nicht zu verwechseln mit Predator – Upgrade.

Upgrade ist angesiedelt in einer nicht näher definierten Zukunft, in der selbstfahrende Autos nichts Ungewöhnliches mehr sind, Scharen von Drohnen der Polizei helfen, möglichst schnell an Tatorte zu gelangen und viele Menschen sich selbst „optimiert“ haben, z.B. in Form von Kameralinsen anstatt Augen oder im Körper eingebauten Schusswaffen, ganz wie in David Cronenbergs Videodrome. Hauptfigur Grey Trace (Logan Marshall-Green) wirkt wie ein Relikt aus alten Zeiten, denn sein Beruf als Automechaniker erfordert noch gute alte Handarbeit. Zusammen mit seiner Frau Asha (Melanie Vallejo) bewohnt er ein mit allen technischen Finessen ausgerüstetes Haus. Als er sich eines Abends zusammen mit seiner Frau auf dem Rücksitz von deren selbstfahrendem Fahrzeug vergnügt, gerät es jedoch außer Kontrolle, und es kommt zu einem Unfall. Im Wagen, der sofort zur Stelle ist, befinden sich jedoch weder Polizisten noch Sanitäter; die drei Männer töten kurzerhand Asha und machen Grey zum querschnittgelähmten Krüppel.

Bald darauf erhält der verzweifelte Grey zu seiner Überraschung ein Angebot, das er nicht ausschlagen kann; der ebenso mysteriöse wie geniale Erfinder Eron (Harrison Gilbertson) schlägt ihm vor, einen bisher noch nicht erprobten Mikrochip in die Wirbelsäule zu verpflanzen, der Grey seine volle Beweglichkeit wiederbringen soll. Bereits kurz nach der Operation stellt er fest, dass der Mikrochip ihm nicht nur den Rollstuhl erspart, sondern ihn auch „besser, stärker, schneller“ macht. Vor allem aber kann er mit ihm kommunizieren, und zwar mit einer angenehmen wohltönenden Stimme, die sofort an HAL denken lässt, den eigensinnigen Computer aus 2001 – Odyssee im Weltraum. Nun kann sich Grey auf die Suche nach den Mördern seiner Frau machen und sie mit allen ihm nun zur Verfügung stehenden Mitteln zur Strecke bringen.

Sehr schnell merkt man als Zuschauer, dass Whannell kein Interesse hat an einer Vertiefung des o.a Themas, welche Dillemata sich daraus ergeben, dass man als Mensch merkt, dass eine künstliche Intelligenz immer mehr von ihm Besitz ergreift; er präsentiert vielmehr eine weitere Variante von Ein Mann sieht Rot. Allerdings tut er das auf eine Art und Weise, die man als Freund kleiner dreckiger B-Filme voll und ganz akzeptiert. Die Actionsequenzen, ob Autoverfolgungsjagden, Schlägereien oder (äußerst!) blutigen Hinrichtungen, sind hervorragend inszeniert, geschnitten und musikalisch untermalt. Und mehr kann man von einem der Köpfe hinter der Saw-Serie wohl auch nicht erwarten. Auf jeden Fall schaut man den Ereignissen in Upgrade  miot wesentlich größerem Interesse zu als den meisten der wegen der wichtigen Jugendfreigabe aufgeblasenen Actionkrachern, die man im wahrsten Sinne des Wortes als blutleer bezeichnen muss.

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2 Antworten zu Upgrade

  1. affendaddy schreibt:

    Der geneigte SF Leser weiß mehr. Im Roman : Zwei KI’s unterhalten sich über die Menschen mit denen sie sich im Krieg befinden. Sagt die eine : Wir dürfen mit den Menschen nicht zu arg ins Gericht gehen, schließlich wurden sie von der Evolution dazu geschaffen uns das Leben zu schenken. Wir sind die letzte und höchste Stufe des Lebens !!!

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  2. Wortman schreibt:

    Sieht ja gar nicht so uninteressant aus.

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