Close – Dem Feind zu nah

Land: USA 2018  Regie: Vicky Jewson  Mit: Noomi Rapace, Indira Varma, Eoin Macken, Sophie Nélisse  LabelEurovideo  VÖ: 11.4.2019  FSK: 16 – Ein Beitrag von Julian Dax:

© Eurovideo

Wie hieß doch gleich ein Lied von Ina Deter aus den 80ern?  „Frauen kommen langsam aber gewaltig“. Inzwischen kann man diesen Spruch auch auf Actionfilme mit weiblichen Hauptfiguren beziehen. Ob Salt, Haywire, Wer ist Hanna?, Atomic Blonde, Wonder Woman oder aktuell Captain Marvel – schon längst ist eine der letzten Bastionen eines ursprünglich rein männlichen Genres gefallen. und genau in diese Kategorie fällt auch der bei uns als DVD-Premiere erscheinende Close – Dem Feind zu nah.

Bereits in der ersten Szene lernen wir Sam (Noomi Rapace) kennen. Wie es heißt, ist sie der beste weibliche Bodyguard weltweit, und das beweist sie auch, als sie irgendwo in Afrika zwei Journalisten kaltblütig und reaktionsschnell vor dem sicheren Tod bewahrt, als deren Fahrzeug überfallen wird. Szenenwechsel. Ein neuer Auftrag führt sie zunächst nach England und bald darauf nach Casablanca, wo sie sicherstellen soll, dass der ebenso reichen wie verzogenen Zoe (Sophie Nelisse) nichts zustößt, nachdem ihr verstorbener Vater sie zur Alleinerbin seines Imperiums bestimmt hat.

Doch was anfänglich wie ein durchschnittlicher Routinejob aussieht, entpuppt sich sehr schnell als äußerst gefährlich, und die beiden Frauen geraten immer tiefer in eine praktisch aussichtslose Situation…

Mit Close – Dem Feind zu nah  hat Vicky Jewson, die neben Regie auch für Produktion und Drehbuch verantwortlich ist, einen dreckigen kleinen Actionkracher gedreht, der absolut ohne jeglichen Ballast daherkommt und sich darauf konzentriert, die zunächst einmal undurchsichtigen Machenschaften, denen Zoe zum Opfer fallen soll, ausschließlich aus der Perspektive von Sam und Zoe zu schildern. Und wieder einmal fasziniert Noomi Rapace allein aufgrund ihrer Präsenz auf der Leinwand; die Tatsache, dass sie diesmal auch noch diverse blutige Nahkämpfe äußerst kompetent  absolviert, kann man als zusätzlichen Bonus verbuchen.

Auch wenn das Drehbuch an einer Stelle überflüssigerweise meint, Sams Privatleben erklären zu müssen, obwohl es vollauf genügt hätte, sie als Frau ohne Vergangenheit zu belassen, verliert sich der Film an keiner Stelle in platten Sentimentalitäten. Und Noomi Rapace legt auch gar keinen Wert auf Glanz und Glamour, wie man ihrem zunehmend zerschundenen Gesicht entnehmen kann.

P.S. Die Hauptfigur basiert übrigens auf Jaquie Davis, einer real existierenden, als Bodyguard tätigen, Frau, zu deren Klienten u.a. Nicole Kidman, J.K. Rowling und Mitglieder der englischen Königsfamilie gehören.


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