Under the Silver Lake

Land: USA 2018  Regie: David Robert Mitchell Mit: Andrew Garfield, Riley Keough, Topher Grace, Callie Hernandez, Don McManus, Riki Lindhome  LabelWeltkino  VÖ: 12.4.2019  FSK: 16 – Ein Beitrag von Julian Dax:

© Weltkino

Es ist immer wieder dasselbe Phänomen: Ein junger Filmemacher legt seinen Erstlingsfilm vor und erntet breite Zustimmung bei Kritik und Publikum. Deshalb hat er für sein nächstes Projekt auch mehr Geld zur Verfügung. Und was macht er? Er übernimmt sich hoffnungslos mit einem Film, dem man zwar den Ehrgeiz seines Schöpfers ansieht, sich nicht zu wiederholen, der jedoch so gut wie niemanden so richtig überzeugen kann. Das jüngste Beispiel heißt Under The Silver Lake und stammt von David Robert Mitchell, dem Regisseur von It Follows, einem etwas anderen Horrorfilm.

Sam (Andrew Garfield) ist arbeitslos, hängt meistens in seiner Behausung herum, kifft und beobachtet immer wieder mit dem Fernglas eine seiner Nachbarinnen, die vorzugsweise oben ohne auf dem Balkon mit ihrem Kakadu spricht. Auch wenn er offensichtlich nichts verdient, ist sein Zuhause mit Filmplakaten klassischer Hollywoodfilme vollgehängt, und außerdem ist er stolzer Besitzer eines signierten Plakats von Kurt Cobain. Ansonsten telefoniert er mit seiner Mutter, wehrt ständig die Firma ab, die seine überfällige Miete kassieren will und hat lustlosen Sex mit einer Bedienung, die natürlich – schließlich befinden wir uns in Los Angeles – von einer Filmkarriere träumt.

Eines Tages entdeckt er eine aufregende Blondine im weißen Bikini (Riley Keough) und mit weißem Schoßhund am Pool und ist sofort hin und weg. Doch schon am nächsten Tag ist diese verschwunden, ihr Appartment ist leer, und Sam macht sich auf die Suche nach ihr. Auf dieser Odyssee trifft er eine angesagte Band namens „Jesus and the Brides of Dracula“, wird in die Entführung eines Multimillionärs verwickelt, versucht auf eine alte Ausgabe des „Playboy“ zu onanieren, entdeckt ein geheimes Tunnelsystem unterhalb von L.A., wird von einem Stinktier besprüht, begegnet dem König der Bettler und dem mysteriösen Hundekiller und landet schließlich im Haus vom „Songwriter“, einem runzlligen Mann am Piano, der  behauptet, sämtliche bekannten Songs der vergangenen 50 Jahre komponiert zu haben, darunter auch „Smells Like Teen Spirit“, Sams absoluten Lieblingshit. Ach ja, und dazwischen findet er in einer Packung Cornflakes eine geheime Schatzkarte und versucht eine satanische Botschaft zu entschlüsseln, indem er eine Platte rückwärts abspielt.

Wie das alles zusammenhängt, und was das alles zu bedeuten hat? Fragen Sie lieber nicht, denn eine schlüssige Antwort bekommen Sie nicht. Das Ganze macht den Eindruck, als habe Mitchell in ganz jungen Jahren zu viele Filme von David Lynch gesehen und mit 18 Jahren ein Drehbuch verfasst, das natürlich niemand verfilmen wollte und das in irgendeiner Schreibtischschublade vergammelte. Doch kaum war der Regisseur der momentan angesagte letzte „heiße Scheiß“, fand er auch schon Geldgeber, die offensichtlich das Drehbuch gar nicht gelesen hatten.

Wenn Sie also auch zu den Zuschauern gehören, die lange (139 Minuten!), völlig unverständliche Filme mit zahlreichen ebenso wenig Sinn ergebenden Anspielungen auf popkulturelle Ikonen (Marilyn! Hitchcock! Cobain!) schätzen, dann ist Under The Silver Lake ein Film für sie. Oder aber, Sie wollten schon immer einmal wissen, wie Spider-Mans nackter Hintern aussieht…


Technische Daten und Ausstattung

Blu-ray
Bild: 2,40:1 (1080p/24 Full HD), Sprachen/Ton: Deutsch (5.1 DTS-HD MA, Stereo DTS-HD MA), Englisch (5.1 DTS-HD MA), Untertitel: Deutsch, Laufzeit: 139 Min., Extras: Trailer, Wendecover

DVD
Bild: 2,40:1 (anamorph), Sprachen/Ton: Deutsch (5.1 DD, Stereo DD), Englisch (5.1 DD), Untertitel: Deutsch, Laufzeit: 134 Min., Extras: Trailer, Wendecover

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Eine Antwort zu Under the Silver Lake

  1. steffelowski schreibt:

    Die einzelnen Versatzstücke der Handlung klingen zumindest nicht uninteressant. Leider scheint es dem Regisseur aber nicht gelungen zu sein, diese in einen einigermassen zusammenhängenden Kontext zu packen.
    Außerdem schreckt mich dann auch noch die Länge des Ganzen doch ein wenig ab. Nee, den lasse ich dann mal aus😊

    Gefällt 1 Person

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