Der Vorname

Land: Deutschland 2018  Regie: Sönke Wortmann  Mit: Christoph Maria Herbst, Florian David Fitz, Caroline Peters, Justus von Dohnányi, Janina Uhse, Iris Berben LabelConstantin Home Entertainment  VÖ: 4.4.2019  FSK: 6 – Ein Beitrag von Julian Dax:

© Constantin

Man nehme einen im komischen Genre erprobten Regisseur (Sönke Wortmann), sechs tolle Darsteller (Christoph Maria Herbst, Caroline Peters, Florian David Fitz, Justus von Dohnanyi, Janina Uhse und Iris Berben) sowie ein höchst amüsantes und intelligentes Drehbuch (Claudius Pläging), und man erhält etwas vollkommen Unerwartetes: Eine wirklich geist- und pointenreiche deutsche Komödie mit zahlreichen überraschenden Wendungen und absolut ohne Leerlauf.

Und nicht zu vergessen: Weit und breit keine Spur von Til Schweiger und/oder Matthias Schweighöfer!

Es hätte ein wunderbares Abendessen werden können, zu dem Stephan (Christoph Maria Herbst) und seine Frau Elisabeth (Carolin Peters) in ihr Bonner Haus eingeladen haben. Doch als Thomas (Florian David Fitz), Stephans Bruder, verkündet, dass er und seine schwangere Freundin Anna (Janina Uhse) ihren Sohn Adolf nennen wollen, bleibt den Gastgebern sowie dem ebenfalls eingeladenen Freund der Familie René (Justus von Dohnanyi) bereits die Vorspeise im Hals stecken.

Man faucht einander ohne Rücksicht auf Verluste Wahrheiten ins Gesicht, der dünne Lack der Zivilisation bröckelt immer mehr. Starke Egos versuchen sich durchzusetzen, persönliche Eitelkeiten werden immer sichtbarer, dunkle Familiengeheimnisse kommen zum Vorschein…

Der Vorname basiert auf einer französischen Theaterkomödie, die ebenfalls schon verfilmt wurde, mit großem Erfolg in Frankreich im Kino lief, bei uns jedoch lediglich 50.000 Zuschauer fand. Insofern ist die deutsche Version absolut gerechtfertigt, zumal einige Details speziell auf hiesige Verhältnisse umgeschrieben wurden. Von Anfang an – Stephans selbstgefällige Diskussion mit einem verunsicherten Pizzaboten – sprühen die Dialoge geradezu vor Witz und Einfallsreichtum. Und man hat stets den Eindruck, als ob die Darsteller ihre Rollen regelrecht genießen. Zugegeben, für den ehemaligen Stromberg-Darsteller Herbst stellt die Figur des besserwisserischen Arschlochs sicher keine besondere Herausforderung dar, und seine Figur schrammt auch manchmal knapp an einer Karikatur vorbei, doch das nimmt man gerne in Kauf. Überhaupt besteht das Hauptvergnügen in erster Linie darin, sechs absoluten Könnern bei der Arbeit zuzuschauen. Und mit 91 Minuten Laufzeit überreizt Der Vorname auch nicht die Geduld des Zuschauers, sondern hinterlässt bei ihm das Gefühl, einer hervorragenden Komödie beigewohnt zu haben, extrem kurzweilig und ohne sich auch nur einen Augenblick für die Darsteller fremdschämen zu müssen. Vielleicht sollten sich die Herren Schweiger und Schweighöfer Sönke Wortmanns Film in Ruhe anzuschauen…

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3 Antworten zu Der Vorname

  1. Stepnwolf schreibt:

    Stromberg. Nicht Stolberg. 😉

    Gefällt 1 Person

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