The City & The City

Land: Kanada 2018  Regie: François Simard, Anouk und Yoann-Karl Whissell Mit: Graham Verchere, Judah Lewis  LabelPandastorm  VÖ: 8.2.2019  FSK: 12
Ein Beitrag von Julian Dax:

© Pandastorm

 

Es soll ja tatsächlich Menschen geben, die Filme bevorzugen, die unverständlich beginnen, die Unverständlichkeit im weiteren Verlauf noch steigern, nur um schließlich irgendwie aufzuhören, ohne dass man als Zuschauer auch nur den Hauch einer Ahnung hat, was man da gerade gesehen hat.

Wenn Sie zu dieser Gruppe gehören, dann ist die vierteilige britische Miniserie The City And The City wie für Sie gemacht.

Beszel und Ul Qoma sind zwei verfeindete Städte, die in unmittelbarer Nachbarschaft existieren, sich teilweise sogar überlappen, jedoch grundverschieden voneinander sind. Während Beszel an eine heruntergekommene östliche Metropole aus den fünfziger Jahren erinnert, beherrschen glasverkleidete Hochhäuser und elegant gekleidete Menschen das Stadtbild von Ul Qoma. Den Bewohnern beider Städte ist der Kontakt jedoch streng verboten, illegale Grenzüberschreitungen werden vom in beiden Städten tätigen allgegenwärtigen Geheimdienst „Ahndung“ verfolgt,  Gesetzesbrecher streng bestraft.

Die eigentliche Handlung setzt ein, als der desillusionierte Polizist Tyador Borlú (David Morrissey) einen Mordfall aufklären soll, der ihn an seine vor Jahren verschwundene Frau Katrynia (Lara Pulver) erinnert. Unterstützung findet er in Beszel von der jungen Polizistin Corwi (Mandeep Dhillon), in Ul Qoma, wohin er sich zwecks Recherchen offiziell begeben muss, von Dhatt (Maria Schrader), einer dortigen Polizeibeamtin. Bei ihren Untersuchungen stoßen sie auf eine angebliche dritte Stadt namens Orciny, die unsichtbar zwischen den anderen beiden existieren soll, geraten an zwielichtige Politiker, Rebellen, Nationalisten sowie amerikanische (!) Geschäftsleute, die ein finanzielles Interesse an etwas haben, das in Orciny existieren soll.

Bereits in der ersten Folge muss man als Zuschauer höllisch aufpassen, um nicht völlig unter die Räder zu kommen; während man bei den beiden Städten sofort an Berlin zur Zeit der Trennung denkt und bei der „Ahndung“ an Orwells „Big Brother“, bleibt doch sehr vieles im Dunkeln, und ständig schwirren einem beim Betrachten Fragen durch den Kopf, die natürlich niemals beantwortet werden. Zusätzlich erschwert wird die Orientierung durch die ständigen Zeitverschiebungen; zwar kann man Rückblenden daran erkennen, dass David Morrissey keinen Bart trägt, doch ansonsten lassen einen Drehbuch und Regie diesbezüglich im Stich, und zu behaupten, die Geschichte sei eben etwas kompliziert, wäre ein starke Untertreibung.

The City And The City basiert auf dem gleichnamigen Roman des in Großbritannien populären Autors China Miéville; vielleicht werden ja dort bestimmte für das Gesamtverständnis notwendige Informationen geliefert, die man sich für die Filmversion gespart hat. Vielleicht ist das Ganze auch nur ein geschickter Marketingschachzug des Buchverlags, der frustrierte Zuschauer dazu bringen soll, den Roman zu kaufen, wenn sie erfahren wollen, was sie da gerade gesehen haben…

Werbeanzeigen
Dieser Beitrag wurde unter Krimi, Literaturverfilmung, Thriller abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.